Sodade

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Sodade ist ein melancholischer Gemütszustand, wie z. B. Weltschmerz, der sich in einem bestimmten Musikstil äußern kann.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wort ist die kapverdische Ausprägung des portugiesischen Begriffs Saudade. Die portugiesischen Siedler brachten ihn mit, als sie die vorher unbewohnten Inseln im 16. Jahrhundert besiedelten. Seine Bedeutung wurde im Laufe der Jahrhunderte durch die westafrikanischen Sklaven, die auf den Inseln blieben und sich mit der europäischen Bevölkerung mischten, verändert. Die kapverdische Sodade beschreibt eine sehr vielschichtige Gemütslage von Sehnsucht. Für die auf den Kapverden Lebenden ist es eine Sehnsucht nach einem paradiesischen Land in der Ferne (z. B. zu finden bei Balthasar Lopes da Silva, dem „kapverdischen Goethe“: Pasargada), für die Ausgewanderten, die für uns verständlichere Sehnsucht nach der Familie, den Orten ihrer Kindheit, den Inseln westlich der Säulen des Herakles, die von antiken griechischen Geographen als Inseln der Glückseligkeit (Makaronesien) bezeichnet wurden.

Musikstil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sodade drückt sich am intensivsten in der Morna, dem wahrscheinlich auf der Insel Boa Vista erstmals entwickelten Musikstil aus. Von dort aus eroberte die Morna alle Kapverdischen Inseln. Nur auf Santiago überwiegen deutlich die Musikstile mit westafrikanischen Wurzeln. Cesária Évora aus Mindelo, der sogenannten Kulturhauptstadt der Kapverden auf der Insel São Vicente, ist die ungekrönte Königin der Morna, die erst in Europa große Erfolge feierte, bevor ihr Talent auch in ihrer Heimat gewürdigt wurde.

Liebe zur Heimat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein heutzutage deutliches gesellschaftliches Phänomen der Sodade ist möglicherweise die Rückkehr vieler Arbeitsemigranten vor allem aus den USA auf die Kapverden. Statt den Lebensabend relativ gesichert in einem kapverdisch geprägten Stadtviertel in Boston oder New Bedford zu verbringen, bauen sie lieber ein kleines Haus auf der Insel ihrer Geburt oder dort, wo die zurückgebliebenen Familienangehörigen wohnen und nehmen die bedeutend schwierigeren Lebensumstände in Kauf.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]