Sogyal Lakar

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Sogyal Rinpoche
Tibetische Bezeichnung
Tibetische Schrift:
བསོད་རྒྱལ་
Wylie-Transliteration:
bsod rgyal
Chinesische Bezeichnung
Vereinfacht:
索甲仁波切
Pinyin:
Suǒjiǎ rénbōqiē

Sogyal Lakar Rinpoche (* 1948 im Kreis Garzê der damaligen Provinz Xikang, Republik China) ist tibetischer Meditationsmeister und Lehrer der Nyingma-Tradition des tibetischen Buddhismus. Er wurde von Jamyang Khyentse Chökyi Lodrö als Inkarnation des Tertön Sogyal Lerab Lingpa (1856–1926), eines Lehrers des 13. Dalai Lama, anerkannt. Jamyang Khyentse Chökyi Lodrö übernahm in der Folge auch die Erziehung und Ausbildung des Jungen. Auch Jigdral Yeshe Dorje, der damalige Düdjom Rinpoche, wurde einer seiner Lehrer. Sogyal Lakar ist kein Mönch, was in der Tradition der Nyingmapa häufig der Fall ist.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sogyal Lakar wurde 1948 als Sohn von Pema Tsering Wangmo (* 1925)[1] geboren, deren Schwester Khandro Tsering Chödrön (* 1929) die spätere Ehefrau und spirituelle Gefährtin von Jamyang Khyentse Chökyi Lodrö war.[2] Im Alter von sechs Monaten kam Sogyal Lakar in das Kloster von Jamyang Khyentse Chökyi Lodrö in der Provinz Kham. Er erhielt den Namen Sogyal, obwohl sein Meister ihn erst zu einem späteren Zeitpunkt als die Reinkarnation des Tertön Sogyal erkannte.[3]

1971 ging Sogyal Lakar nach England, studierte an der Cambridge-Universität vergleichende Religionswissenschaften und begann, die Lehren des tibetischen Buddhismus im Westen zu unterrichten.

Mitte der Siebziger Jahre wurde das bis zu seinem Rücktritt im Sommer 2017 unter seiner Leitung stehende spirituelle Netzwerk Rigpa gegründet, das international tätig und in vielen Ländern vertreten ist. In Deutschland gibt es Rigpa-Zentren in 17 Städten, in denen Anhänger sich der Praxis und dem Studium des tibetischen Buddhismus widmen.[4]

1991 gründete Sogyal Lakar das Retreatzentrum Lerab Ling in der Nähe von Montpellier in Südfrankreich.[5]

1992 wurde sein Buch Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben, das auf den Lehren des Tibetischen Totenbuches basiert und bisher mit einer Auflage von zwei Millionen Exemplaren in 30 Sprachen und 59 Ländern erschienen ist, veröffentlicht. Dieses Buch wird an Hochschulen sowie in medizinischen und religiösen Gruppen und Institutionen eingesetzt und von Pflegepersonal, Ärzten und anderen Berufstätigen im Gesundheitswesen intensiv genutzt.

1993 trat Sogyal Lakar in dem Film Little Buddha von Bernardo Bertolucci in der Rolle des Kenpo Tenzin auf.[6] Im selben Jahr gründete Christine Longaker das „Spiritual Care Program“, welches auf den Lehren von Sogyal Lakar basiert und unter seiner Schirmherrschaft steht. Das Programm bietet Möglichkeiten, wie das Mitgefühl und die Weisheit der buddhistischen Lehren Menschen nutzen können, die mit Krankheit oder Tod konfrontiert sind.[7]

Im Jahr 2000 lud Sogyal Lakar den Dalai Lama nach Lerab Ling, Rigpas wichtigstes Retreat- und Meditations-Zentrum, ein. An den Belehrungen des Dalai Lama über "Den Weg zur Erleuchtung" nahmen fast 10.000 Schüler aus aller Welt teil.[8]

Im Sommer 2006 wurde in Lerab Ling ein authentischer buddhistischer Tempel nach tibetischer Tradition fertiggestellt und eröffnet.

Missbrauchsvorwürfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Sogyal Lakar bereits seit längerem Verschwendungssucht, körperliche Gewalttaten und sexueller Missbrauch von jungen Frauen vorgeworfen worden war[9], berichtete die Süddeutsche Zeitung am 11. August 2017 in einem ausführlichen Artikel über diese Vorwürfe.[10] Sogyals ehemalige Mitarbeiterin Oane Bijlsma sagt dort:

"Wir haben bei seinem Besuch in Amsterdam eine Suite in einem Fünf-Sterne Hotel für Sogyal angemietet, zusätzlich ein Haus für ihn und noch ein Haus für seine Gespielinnen und Köche [...] Ich lief mit dicken Bündeln Bargeld durch die Geschäfte, um die hochwertigsten Steaks einzukaufen. Das war absurd."

Auf eine Anfrage der SZ hin teilte der Privatsekretär des Dalai Lama, Tseten Samdup Chhoekyapa, mit:

„Seine Heiligkeit sagt, dass es total falsch ist, blind allem zu folgen, was ein Lehrer sagt. Man muss untersuchen, ob die Lehren eines Lehrers mit den Lehren Buddhas im Einklang stehen. [...] Sogyal Rinpoche (ist) ein sehr guter Freund von mir [des Dalai Lama], aber er hat (die buddhistischen Lehren) beschmutzt.“ Sein Rat: „Macht diese Dinge publik, auch durch die Medien.“

Hauptlehrer von Sogyal Lakar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sogyal Rinpoche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rigpawiki: Mayum Tsering Wangmo
  2. lotsawahouse.org: A Brief History of the Lakar Family by Mayum Tsering Wangmo
  3. s. Angabe im Vorwort von Lakars Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben
  4. rigpa.org
  5. lerabling.org: Who are we?
  6. imdb.com: Sogyal Rinpoche
  7. spcare.org: About the Spiritual Care Program
  8. www.rigpa.org.uk
  9. Mary Finnigan: Buddhism Cif belief Lama sex abuse claims call Buddhist taboos into question. Allegations against Sogyal Rinpoche highlight the dangers of Buddhist injunctions against gossip and insistence on loyalty. (theguardian.com, 1. Juli 2011)
  10. Michaela Haas: Quelle der Qual. Sexueller Missbrauch, Prügel, Verschwendungssucht. Sogyal Rinpoche ist einer der erfolgreichsten buddhistischen Lehrer der westlichen Welt. Jetzt wird der Rinpoche von ehemaligen Schülern schwer belastet. Süddeutsche Zeitung, 11. August 2017, S. 3