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Sokrates-Programm

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Das Sokrates-Programm der Europäischen Union, später Programm für lebenslanges Lernen, förderte die transnationale Zusammenarbeit im Bildungsbereich. Schließlich ging es in Erasmus+ auf.

Das Aktionsprogramm wurde 1995 durch den EU-Rat und das Europaparlament für 5 Jahre beschlossen.[1] Die zweite Phase des Programms begann am 1. Januar 2000 und lief bis zum 31. Dezember 2006.[1] Sie setzte damit die Förderung europäischer Bildungskooperation der ersten Phase (1995–1999) fort und hatte ein Gesamtbudget von 1,85 Milliarden Euro.[1] Seit 2007 wurde das Bildungsprogramm Sokrates durch das neue EU-Programm für Lebenslanges Lernen (LLLP) abgelöst.[1] Die EU bewilligte bis 2013 knapp sieben Milliarden Euro für dieses neue Programm. 2014 ging das Programm schließlich in der Initiative Erasmus+ auf.[2]

Das Programm richtete sich an alle Einrichtungen im Bereich des Bildungswesens von der Vorschule bis zur Erwachsenenbildung und umfasste acht Aktionsbereiche[1][3]:

  • Comenius: Fördert Schulpartnerschaften, die Aus- und Weiterbildung des Schulpersonals sowie Netze für Schulpartnerschaften.
  • Erasmus: Stellt die Basis zur Europäischen Zusammenarbeit der Hochschulen dar und fördert vor allem die Mobilität von Studierenden und Dozenten (z. B. durch Stipendien und Informationen) sowie den Aufbau thematischer Netze.
  • Grundtvig: Unterstützt Europäische Kooperationsprojekte und Lernpartnerschaften sowie die Mobilität zur Fortbildung von Lehrkräften der Erwachsenenbildung und die Schaffung von Kontakt-Netzwerken.
  • „Lingua“: Fördert durch die Ausbildung von Lehrern und verschiedene Projekte den Sprachenerwerb sowie die Entwicklung von Hilfsmitteln und Materialien zum Sprachunterricht
  • Minerva: Erforschte neue Methoden des offenen Unterrichts und der Fernlehre sowie die Möglichkeiten zum Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien im Bildungswesen.
  • „Beobachtung und Innovation“: Zielte auf die Verbesserung der Qualität und Transparenz von Bildungssystemen, die Förderung des Innovationsprozesses im europäischen Bildungswesen durch Informations- und Erfahrungsaustausch sowie die Durchführung von vergleichenden Analysen der europäischen Bildungssysteme und -politiken.
  • „Gemeinsame Aktionen“: Fördert Aktionen, die die bereits erwähnten Programme ergänzen und verzahnen.
  • „Flankierende Maßnahmen“: Umfasst das „Marketing“ zu den europäischen Aktionsprogrammen sowie die Förderung der Programme auf lokaler Ebene (durch Material und Informationen).

Am Sokrates-Programm waren 31 Staaten beteiligt[3]:

  • Die 27 Staaten der Europäischen Union: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Vereinigtes Königreich, Zypern.
  • Drei der vier EFTA-Länder: Island, Liechtenstein, Norwegen, allerdings nicht die Schweiz.
  • Die Türkei als Beitrittskandidat der EU.

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 T.-C. Bartsch: Sokrates-Programm. Bundeszentrale für politische Bildung, abgerufen am 11. April 2026.
  2. Was ist Erasmus+? - Erasmus+. Europäische Kommission, 26. Juni 2025, abgerufen am 11. April 2026.
  3. 1 2 Sokrates Gemeinschaftliches Aktionsprogramm im Bereich der allgemeinen Bildung (2000-2006). Generaldirektion Bildung und Kultur, abgerufen am 11. April 2026.