Sonnenuntergangsphänomen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Als Sonnenuntergangsphänomen wird bei Säuglingen ein Abwärtsblick der Augen bei geöffneten Lidern bezeichnet. Dabei schiebt sich der untere Teil der Hornhaut unter das Unterlid, sodass die Iris mit der darüber sichtbaren weißen Sklera wie eine untergehende Sonne wirkt. Das Sonnenuntergangsphänomen ist in der Neugeborenenperiode bis zu einem gewissen Grad ein normaler Vorgang, da die Okulomotorik (Augenbewegung) noch nicht vollständig koordiniert abläuft. Spätestens nach dieser Phase ist es jedoch ein ernstes Krankheitszeichen und kann als Symptom einer vertikalen Blickparese (Parinaud-Syndrom) nach oben mit agonistischer Lidretraktion z. B. auf eine Raumforderung mit erhöhtem Hirndruck hindeuten. Es ist zudem als Symptom eines Hydrocephalus bekannt.

Quellen, Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marianne Neumann, Karl Friedrich Masuhr: Duale Reihe Neurologie. Georg Thieme Verlag, 6. Auflage, 2007. ISBN 978-3131359469
  • Jürgen Kunze: Wiedemanns Atlas klinischer Syndrome: Phänomenologie - Ätiologie - Differenzialdiagnose . Verlag Schattauer, 6. Auflage 2009. ISBN 978-3794526574
  • Robert Ploier: Differenzialdiagnosen in der Kinder- und Jugendmedizin. Georg Thieme Verlag 2012, ISBN 978-3131711717
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!