Souvignier gris

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Souvignier gris
Synonyme keine
Zuchtnummer FR 392-83
Art Edle Weinrebe (Vitis vinifera subsp. vinifera)
Beerenfarbe rotgrau
Verwendung
Herkunft Deutschland
Züchter Norbert Becker
Institut Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg
Züchtungsjahr 1983
VIVC-Nr. 22629
Abstammung

Kreuzung aus
Cabernet Sauvignon × Bronner

Liste von Rebsorten

Souvignier gris ist eine 1983 neu gezüchtete pilzwiderstandsfähige Weißweinsorte. Die Sorte besitzt eine gute Peronosporaresistenz und eine sehr gute Resistenz gegen Oidium und Botrytis. Diese Eigenschaften ermöglichen auch in niederschlagsreicheren Weinbaugebieten die Anzahl von Pflanzenschutzmaßnahmen zu reduzieren. Die guten Erträge erfordern eine Traubenausdünnung, um eine befriedigende Weinqualität zu erzielen.

Herkunft, Abstammung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abstammung: Kreuzung von Cabernet Sauvignon x Bronner.

Norbert Becker nutzte zur Kreuzung dieser Sorte die Elternsorten Cabernet Sauvignon als Mutter und Bronner als Vater, der wiederum aus der Kreuzung von Merzling × Gm 6494 (oder auch Geisenheim 6494) hervorging. Gm 6494 war eine Sämlingspopulation, die im Jahre 1964 durch Vilém Kraus in der damaligen Tschechoslowakei aus den Rebsorten Zarya Severa x St. Laurent gekreuzt wurde. Vilém Kraus bot die Sämlinge Helmut Becker (1927–1990), damals an der Forschungsanstalt Geisenheim tätig, an, der die Bedeutung dieses Materials erkannte und es züchterisch in Nachkommenschaftsprüfungen weiterbearbeitete. Aus der Sämlingspopulation Gm 6494 wurde der Sämling Gm 6494-5 aufgrund seiner besonderen Leistungsfähigkeit ausgelesen und später unter dem Sortennamen Rondo als eigenständige Rebsorte vermehrt und in die Praxis gebracht.

Norbert Becker recherchierte bei den Kreuzungen von Vilém Kraus aus dem Jahr 1964 für die Sämlingspopulation, die erst in Geisenheim die Bezeichnung Gm 6494 erhalten hatte, irrtümlich die Rebsorte Saperawi Severni statt Zarya Severa als Muttersorte ♀. Eine differenzierte Nachrecherche von N. Beckers Nachfolger Volker Joerger zusammen mit Kollegen von der Forschungsanstalt Geisenheim konnte den Irrtum aufzeigen, und die wahre Elternschaft gilt jetzt in Fachkreisen seit dem Jahr 2003 als sicher geklärt.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland wurde 2015 eine Fläche von 2 ha ausgewiesen. In der Schweiz sind kleine Anpflanzungen bekannt. Dort wurde eine Anbaufläche von 0,3 ha (Stand 2015, Quelle: Office fédéral de l'agriculture OFAG [1]) erhoben.

Ampelografische Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Triebspitze ist stark weißwollig behaart mit schwacher Anthozyanfärbung.[2]
  • Der Triebwuchs ist mittelstark.
  • Das Blatt ist rund mit 3–5 Lappen, ist aber nur seichte eingebuchtet mit V-Profil. Die Stielbucht ist offen bis wenig offen mit klammerförmiger Basis. Die Blattunterseite ist schwach behaart.
  • Die Traube ist mittelgroß bis groß, meist geschultert mit Beitraube; lockerbeerig, Beeren sind rot mit dicker Beerenschale und besitzen ein sehr fleischiges Fruchtfleisch.

Reife: mittelspät

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorteilhaft ist die gute Peronosporaresistenz, eine sehr gute Resistenz gegen Oidium und Botrytis, eine geringe Anzahl von Pflanzenschutzmaßnahmen. Die lockere Laubwand und die robusten Beerenschalen reduzieren auch in niederschlagsreicheren Gebieten die Gefahr eines Botrytisbefalls.

Nachteilig ist, dass gelegentlich Stiellähme und Traubenwelke auftritt. Die Winterfrostfestigkeit ist nur mittel bis gering. Die Sorte ist fruchtbar und bedarf in vielen Jahren eine Traubenausdünnung.

Wein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weißweine sind kräftig-stoffig. Im Charakter sind sie meist neutral oder aber nur leicht fruchtig.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Artikel Weinbau in Deutschland.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Bauer, Ferdinand Regner, Barbara Friedrich: Weinbau, avBuch im Cadmos Verlag, Wien, 9. Auflage 2013, ISBN 978-3-7040-2284-4.
  • Walter Hillebrand, Heinz Lott, Franz Pfaff: Taschenbuch der Rebsorten. 13., neubearbeitete Auflage. Fachverlag Fraund, Mainz 2003, ISBN 3-921156-53-X.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1], Herausgeber Office fédéral de l'agriculture OFAG
  2. Karl Bauer, Ferdinand Regner, Barbara Friedrich: Weinbau, avBuch im Cadmos Verlag, Wien, 9. Auflage 2013, ISBN 978-3-7040-2284-4.