Staatliches Weinbauinstitut Freiburg

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Staatliches Weinbauinstitut Freiburg
Schild am Altbau

Das Staatliche Weinbauinstitut Freiburg wurde nach Beschluss des Badischen Landtages 1920 in Freiburg gegründet, wo es bereits seit 1917 eine staatliche Rebenveredelungsanstalt gab, und Karl Müller wurde zum ersten Direktor ernannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Rebflächen in Freiburg im Breisgau erhielt es in den Jahren bis 1945 auch Rebanlagen in Karlsruhe-Durlach (Kraichgau), Müllheim (Markgräflerland) und Lauda sowie Muttergärten zur Prüfung und Erzeugung von Unterlagsreben in Emmendingen und Ebringen. 1937 wurde die Anstalt von „Badisches“ in „Staatliches Weinbauinstitut“ umbenannt. Im selben Jahr wurde die Leitung des Staatlichen Weinbauinstituts zunächst kommissarisch an den Önologen Ernst Vogt übertragen, der dann 1939 zum neuen Direktor ernannt wurde.

Seit der Gründung des Landes Baden-Württemberg 1952 untersteht es dem Landwirtschaftsministerium der Landesregierung Baden-Württembergs. In den Jahren 1952 und 1953 wurden dem Staatlichen Weinbauinstitut die Versuchsrebgüter in Hecklingen und Durbach und schließlich das Versuchs- und Lehrgut Blankenhornsberg angegliedert. 1956 bis 1967 stand das Institut unter der Leitung des Botanikers Aloys Wilhelm, unter dessen Direktion ein neues Institutsgebäude errichtet und 1961 bezogen werden konnte. 1967 folgte in der Institutsleitung der Zoologe Bruno Götz. Von 1974 bis 1991 war dann der Botaniker Günter Staudt Direktor des Instituts. Von 1991 bis 1997 stand das Institut unter der Leitung des Zoologen Günter Schruft. 1997 folgte in der Leitung des Instituts der Agrarwissenschaftler Konrad Rühl nach und übergab diese 2004 an Rolf Steiner.

Forschung und Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Institut verfügt aktuell (2019) über das Staatsweingut Freiburg mit Rebflächen in Freiburg und im Gutsbetrieb Blankenhornsberg und ist gegliedert in die Fachbereiche Pflanzenschutz, Ökologie, Rebernährung und Bodenkunde, Resistenz- und Klonenzüchtung, Weinbau, Mikrobiologie und Versuchskellerei, Weinchemie sowie Qualitätsweinprüfung und Weinbaukartei.

In seiner Forschung arbeitet es eng mit der Fakultät für Biologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg zusammen.[1]

Die Aufgaben umfassen angewandte, praxisnahe Forschung in den Bereichen:

  • Biologie der Rebenpflanzen
  • Rebschädlinge und -krankheiten einschließlich entsprechender Abwehrmaßnahmen (Rebschutzdienst) und Durchführung der amtlichen Mittelprüfung
  • Rebenzüchtung und Rebenveredelung
  • Weinbau mit Weinbautechnik
  • spezielle Bodenkunde, Rebenernährung und Begrünungsmanagement
  • spezielle Standortkunde
  • Weinbehandlung, Weinzusammensetzung, Weinanalytik einschließlich Gärungswesen und Rückstandsfragen
  • spezielle Betriebs- und Arbeitswirtschaft in Weinbau und Kellerwirtschaft und Marketing
  • Durch periodische Weinbauhinweise werden während der Vegetationsperiode regionale Behandlungsempfehlungen an die Weinbaupraxis herausgegeben.

Das Weinbauinstitut Freiburg betreibt u. a. die Züchtung pilzwiderstandsfähiger Rebsorten (siehe auch Ökologischer Weinbau), und stellt nur bei solchen Rebsorten einen Antrag auf Sortenschutz und Sortenzulassung, bei denen amtlicherseits durch das Bundessortenamt entsprechend den Bestimmungen der Internationalen Organisation zum Schutz von Pflanzenzüchtungen (UPOV, Sitz in Genf) die Zuordnung zur Rebart Vitis vinifera festgestellt und bestätigt wird. Damit können die Weine entsprechender Rebsorten innerhalb des Geltungsbereichs der Bestimmungen der Europäischen Marktorganisation als Qualitätswein auf den Markt kommen.

Am Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg wurden die Rotweinsorten Cabernet Cantor, Cabernet Carol, Cabernet Cortis, Cabernet Carbon, Baron, Prior und Monarch und mit Merzling, Johanniter, Helios, Solaris, Bronner, Souvignier gris und Muscaris weitere Weißweinsorten als Züchtungserfolge mit im Jahr 2008 über 350 Hektar in den Markt eingeführt.

Siehe auch

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Staatliches Weinbauinstitut Freiburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Minister Peter Hauk MdL: "Verknüpfung von Lehre und Forschung ist der Schlüssel für die Zukunft" - Kooperationsvereinbarung zwischen Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und Staatlichem Weinbauinstitut in Freiburg unterzeichnet [1]

Koordinaten: 47° 58′ 45,5″ N, 7° 49′ 56,2″ O