Spaltenboden

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Spaltenboden in einem Boxenlaufstall für Milchvieh
Sauen in Kastenställen auf Spaltenboden

Ein Spaltenboden in einem Rinder- oder Schweinestall besteht abwechselnd aus den Balken, der Auftrittsfläche für die Tiere, und schmalen Spalten, diese sind ein Durchlass für Kot und Harn.

Bei Teilspaltenböden ist nur der Bereich zum Koten und Urinieren mit Spaltenboden ausgestattet, der Fress- und Liegebereich kann zum Beispiel mit Stroh eingestreut sein. Beim Vollspaltenboden dagegen ist der gesamte Fress-, Liege- und Laufbereich mit Spaltenboden ausgestattet.

Gesetzliche Regelungen in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der sog. Schweinehaltungsverordnung (seit 2001 TierSchNutztV, Abschnitt 5 „Anforderungen an das Halten von Schweinen“) sind die genauen Anforderungen an Spaltenböden beschrieben. So dürfen die Schweine nicht mehr mit Kot und Harn in Berührung kommen als unvermeidbar. Ebenso muss ihnen ein trockener Liegebereich zur Verfügung stehen.

Die Spaltenweite bei Schweinen unter 125 kg darf maximal 18 mm betragen und bei Schweinen über 125 kg maximal 20 mm. Ebenso muss die Auftrittsbreite der Balken mindestens der Spaltenweite entsprechen; bei Betonspaltenböden muss sie 80 mm betragen.

Rinder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Tierhaltungsverordnung für Kälber (seit 2001 TierSchNutztV, Abschnitt 2 „Anforderungen an das Halten von Kälbern“) ist festgeschrieben, dass die Liegefläche bei Kälbern eingestreut sein muss. Darüber hinaus darf die Spaltenweite im Lauf- und Fressbereich maximal 25 mm betragen, wobei die Auftrittsbreite der Balken mindestens 80 mm betragen muss.

Situation in Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2019 startete der Verein gegen Tierfabriken (Österreich) eine bundesweite Kampagne zur Abschaffung der Vollspaltenbodenhaltung bei Schweinen. Der Verein argumentiert, dass der Boden den Schweinen unnötige Schmerzen bereite. Schweine hätten auf Vollspaltenboden 92 % öfter Schleimbeutelentzündungen, die Todesrate sei vier mal höher als bei einer Haltung mit Stroh. Außerdem bekämen die Tiere öfter Lungenentzündungen und entzündete Augen durch die Ammoniakdämpfe von Kot und Urin. Laut Verein leben 60 % der 2,7 Millionen Schweine in Österreich auf Vollspaltenböden.[1]

Reinigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fällt der Kot der Tiere auf den Spaltenboden, rutscht nur ein kleiner Teil durch die Spalten in den Güllekeller bzw. die Güllekanäle. Damit auch die Reste aus den Laufwegen der Tiere verschwinden und die Wege wieder abtrocknen können, überfährt man mit dem sogenannten Spaltenschieber den Laufweg, auf dem der Kot liegt und schiebt diesen durch die Spalten hindurch.

Alternativ gibt es automatische Spaltenschieber. Das sind an Ketten montierte Bretter oder Bleche, die zeitintervallgesteuert automatisch den Stallboden abfahren.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Spaltenböden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Petition gegen Vollspaltenböden und für Stroh-Einstreu bei Schweinen. Abgerufen am 30. April 2019.