Spiritualia

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Spiritualia (von lateinisch spiritus „Geist“) sind in der Theologie geistliche, immaterielle Güter oder Befugnisse. Im Gegensatz zu den sogenannten Temporalia, den zeitlichen Gütern oder Dingen, sind Spiritualia unvergänglich und können weder verkauft, noch käuflich erworben oder durch Tausch weitergegeben werden. Sie unterliegen nicht der menschlichen Verfügungsgewalt. Es wird auch von weltlichen und ewigen Gütern gesprochen.

Zu den Spiritualia gehören neben den Sakramenten, Sakramentalien, Reliquien und dem Gnadenschatz der Kirche auch Ämter der Kirche. Der unerlaubte Handel mit kirchlichen Ämtern im frühen Mittelalter wurde kirchenrechtlich verboten, weil er eine Entwürdigung der geistlichen Güter darstellte. Im engeren Sprachgebrauch der Vergangenheit bezeichneten Beneficii spiritualia et temporalia (auch jura spiritualia genannt)[1] nur die mit einem kirchlichen Amt verbundenen Pflichten (die sogenannten geistliche Verrichtungen) und Rechte (z. B. die Erträge aus Pfründen).

Im kanonischen Recht gibt es die boni ecclesiae temporalibus CIC cann. 1254-1320 Hierbei handelt es sich um die sogenannten zeitlichen Güter der Kirche, also das Vermögen. Da die Kirche zur Erfüllung ihrer geistlichen Aufgabe, und damit verbunden das Sicherstellen der Spiritualia für die Menschen, zum Überleben auf die Temporalia angewiesen ist, müssen diese rechtlich so geregelt sein, dass sie den Spiritualia untergeordnet sind.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Charles de Miramon: Spiritualia et Temporalia – Naissance d'un couple. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte. Kanonistische Abteilung. Bd. 92. 2006. S. 224-287.
  • Michael Permaneder: Handbuch des katholischen Kirchenrechtes mit besonderer Rücksicht auf Deutschland, Landshut 1853, S.395, 449.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Creagh, J. Benefice, in: The Catholic Encyclopedia, New York, 1907, retrieved May 22, 2017 from New Advent: http://www.newadvent.org/cathen/02473c.htm
  2. Helmuth Pree: Grundfragen kirchlichen Vermögensrechts. In: Joseph Listl, Heribert Schmitz (Hrsg.): Handbuch des Katholischen Kirchenrechts. Regensburg 2. Aufl. 1999. S. 1042