Sponsianus

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Münzbild des Sponsianus

Sponsianus ist der Name eines Mannes, von dem man annimmt, dass er in der Regierungszeit des Philippus Arabs (244–249) in Dakien als Usurpator auf das Amt des römischen Kaisers Anspruch erhob. Bislang sind keine historischen Aufzeichnungen bekannt, die einen römischen Kaiser mit diesem Namen dokumentieren.

Sein Konterfei ist bekannt von zwei römischen Münzen (Aurei), die 1713 in Siebenbürgen gefunden wurden und die die Inschrift IMP SPONSIANI tragen.

Während die Münzen stilistische Ähnlichkeiten mit römischen Münzen aus der Mitte des 3. Jahrhunderts aufweisen, weisen sie auch eine Reihe wesentlicher Unterschiede auf, wie etwa historisch gemischte Motive. Im neunzehnten Jahrhundert argumentierte Henry Cohen, damals die führende Autorität für römische Münzen, dass die sponsischen Münzen schlecht gemachte Fälschungen seien. Infolgedessen wurden die Münzen lange Zeit als neuzeitliche Fälschungen abgetan.

2022 stellten Forscher in neuen Analysen an der Münze aus der Hunterian Museum and Art Gallery der Universität Glasgow fest, dass sie authentisch ist und dass sie einen vermeintlich verschollenen römischen Kaiser entdeckt hatten. Die Wissenschaftler berichteten, dass unter einem Elektronenmikroskop sichtbare Kratzspuren auf dieser Münze bewiesen, dass sie vor etwa 2.000 Jahren im Umlauf war. Laut Jesper Ericsson, Kurator für Numismatik am vorgenannten Hunterian Museum, habe eine chemische Analyse gezeigt, dass die Münzen Hunderte von Jahren im Boden vergraben gewesen seien. Erdablagerungen in Vertiefungen der Münze sind typisch für solche, die nach längerer Verweildauer im Boden gefunden wurden. Die Forscher des Brukenthal-Museums in Sibiu, das ebenfalls eine sponsianische Münze besitzt, wurden über die Forschungsergebnisse informiert. Die dortige Münze stammt aus dem Nachlass von Baron Samuel von Brukenthal, dem habsburgischen Gouverneur von Siebenbürgen. Dieser untersuchte die Münze und brachte noch zu Lebzeiten einen Vermerk mit der Aufschrift „echt“ an. Paul Pearson vom University College London, der die Forschungsarbeiten leitete, äußerte, dass ihn die Entdeckung erstaunt habe.[1]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • R[udolf] Münsterberg: Ein siebenbürgischer Goldmünzenfund 1713. In: Blätter für Münzfreunde Bd. 15, 1923, S. 425–428, Taf. 264, 1–11.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pallab Ghosh: Gold coin proves ’fake’ Roman emperor was real. In: BBC News. 24. November 2022, abgerufen am 24. November 2022 (englisch).
    Paul N. Pearson, Michela Botticelli, Jesper Ericsson, Jacek Olender, Liene Spruženiece: Authenticating coins of the ‘Roman emperor’ Sponsian. In: PLOS One. 23. November 2022, doi:10.1371/journal.pone.0274285 (englisch, online).
    Hannah Devlin: Coins study suggests ‘fake emperor’ was real, say scientists. In: theguardian.com. 23. November 2022, abgerufen am 24. November 2022 (englisch).
    Christoph Seidler: Römisches Reich: Goldmünze liefert Hinweise auf mysteriösen Herrscher. In: Spiegel.de. 24. November 2022, abgerufen am 24. November 2022.