Spread Betting

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Spreadbetting ist ein Wetten auf und Handeln mit Finanztiteln. Des Weiteren werden Spread Wetten von Buchmachern im Sportwettenbereich angeboten.

Vorgang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spreadbetting wurde in Großbritannien erfunden und hat sich dort als eines der meistgehandelten Finanzprodukte von Privatkunden durchgesetzt. Im deutschsprachigen Raum wird Spreadbetting seit 2010 als e-Spreads angeboten. Darunter versteht man das Handeln von Finanztiteln mit mehr oder weniger starkem Hebel, ohne die Finanztitel tatsächlich zu halten. Es werden also lediglich die Kursdifferenzen gehandelt. Der Ertrag für den Spreadbetting-Anbieter generiert sich aus dem Unterschiedsbetrag (spread) zwischen dem Ankaufs- und Verkaufskurs. Der Trader setzt einen bestimmten Geldbetrag, zum Beispiel 10 Euro, auf die Kursveränderung eines Finanztitels. Wenn er auf steigende Kurse gesetzt hat, also „long“ geht und der Kurs zum Beispiel um 10 Punkte steigt, erzielt er einen Gewinn in der Höhe von 100 Euro (10×10). Das Gleiche funktioniert auch in die andere Richtung – beim „Shortgehen“, wenn die Kurse fallen. Somit können sowohl bei steigenden wie auch bei fallenden Kursen an den Finanzmärkten Gewinne erzielt werden. Diese liegen aufgrund des Hebels höher als bei traditionellen Börsengeschäften. Allerdings ist dadurch auch der mögliche Verlust größer. Aufgrund des Handels von Kursdifferenzen, ohne die Wertpapiere zu halten, gehört Spreadbetting zu den sogenannten Differenzgeschäften. In diese Gruppe fallen auch CFDs.

Vorteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Vorteile von Spreadbetting gelten:

  • Hohe Transparenz
  • Gewinnchancen bei steigenden und fallenden Märkten
  • Geringe Kosten
  • Kein Währungsumrechnungsrisiko

Nachteile:

  • Wetten gegen den Broker, der als Market-Maker auftritt
  • Hohe Verluste möglich

Spread Betting als Sportwette[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl Spread Betting seinen Ursprung im Finanzsektor hat, wird dieses mittlerweile in abgewandelter Form auch von Buchmachern bei Sportwetten angeboten.[1] Das strukturelle Prinzip ist dabei ähnlich: Bei dieser Art der Sportwette hat der Wett-Teilnehmer die Möglichkeit, auf die Differenz zwischen einem eintreffenden Ereignis und der dazugehörigen Prognose zu tippen. Mögliche Ereignisse können z. B. die Toranzahl, Anzahl geschossener Ecken oder auch die Anzahl ausgesprochener Platzverweise sein.

Spread Wetten können auch für die Gesamtpunktzahl abgegeben werden, die ein Team während einer Saison erzielt.[2] Beispielsweise wird ein Spread von 75 Punkten für ein Team der Bundesliga gewählt. Dabei wird vorher für jeden Punkt, der über oder unter 75 liegt, ein bestimmter Betrag festgelegt. Wählt man beispielsweise fünf Euro pro Punkt, der darüber liegt, so erhält man bei einer Gesamtpunktzahl von 85 einen Gewinn von 50 Euro. Erreicht das Team dagegen nur 60 Punkte, so verliert der Wett-Teilnehmer 75 Euro.

Es kann mit erfolgreichen Wetten mitunter also eine hohe Marge erzielt werden. Allerdings resultiert aus diesen Wetten gleichermaßen die Gefahr hoher Verluste. Daher sind Wetten dieser Art als hoch spekulativ einzuordnen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. What can sports betting learn from finance? 17. September 2014, abgerufen am 28. Mai 2019 (amerikanisches Englisch).
  2. Spread Betting. Abgerufen am 28. Mai 2019 (englisch).