Sprecherbedeutung

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Unter Sprecherbedeutung versteht man das, was ein Sprecher mit einer Äußerung bzw. Handlung meint, das heißt, das, was er mit seiner Äußerung bzw. Handlung mitteilen will.

Eingeführt hat den Begriff H. Paul Grice, aber er war Gegenstand einer umfangreichen Debatte in der intentionalistischen Handlungstheorie und Semantik.

Was es heißt, mit einer Äußerung etwas zu meinen, hat Grice in einer Folge von Erläuterungen bestimmt, wobei er mit den einzelnen Erläuterungen eine schrittweise Annäherung an eine korrekte Analyse erreichen will. Innerhalb der Kontroverse um seine Theorie sind dann weitere Präzisierungen vorgenommen worden.[1]

Ausgangspunkt bildet eine Bestimmung, die Meggle als Gricesches Grundmodell bezeichnet hat.[2]

Grice schreibt:

„'S meant something by x' is (roughly) equivalent to 'S intended the utterance of x to produce some effect in an audience by means of the recognition of this intention'“[3]

und präzisiert einige Jahre später:

„'S meant something by uttering x' is true iff, for some audience H, S utered x intending

(1) H to produce a particular response r

(2) H to think (recognize) that S intends (1)

(3) H to fulfill (1) on the basis of his fulfillment of (2)“[4]

Die Bestimmung des Griceschen Grundmodells hat zahlreiche Verfeinerung erfahren (teilweise von Grice selbst). Die Bedeutung hängt von den Absichten des Sprechers und nur von diesen ab, ist also sprecherzentriert. Hörer spielen nur eine Nebenrolle. Es ist kritisiert worden, dass die Sprecherbedeutung noch keine Kommunikation garantiert, sondern nur wenn die Bedeutung, die der Hörer der Äußerung bzw. Handlung des Sprechers zuordnet, in etwa der Sprecherbedeutung entspricht hat Kommunikation stattgefunden.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. H. Paul Grice: Intendieren, Meinen, Bedeuten, S. 2–15.[6]
  2. H. Paul Grice: Sprecher. Bedeutung und Intentionen, S. 16–51.[7]
  3. Max Black: Bedeutung und Intention, S. 52–81.[8]
  4. H. Paul Grice: Intendieren, Meinen, Bedeuten, S. 85–111.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg Meggle: Grundbegriffe der Kommunikation.
  2. Georg Meggle: Grundbegriffe der Kommunikation, S. 17.
  3. H. Paul Grice: Meaning. In: The Philosophical Review, Bd. 66 (1957), S. 377–388
  4. H. Paul Grice: Utterer's Meaning and Intention. In: The Philosophical Review, Bd. 78 (1969) Heft 2, S. 147–177.
  5. Aloysius Martinich: Communication and reference (Foundations of communications). Verlag de Gruyter, Berlin 1984, S. 19, ISBN 3-11-010067-3.
  6. Erstmals erschienen als: Meaning. In: The Philosophical Review, Bd. 66 (1957), S. 377–388, ISSN 0031-8108.
  7. Erstmals erschienen als: Utterer's Meaning and Intention. In: The Philosophical Review, Bd. 78 (1969) Heft 2, S. 147–177, ISSN 0031-8108.
  8. Erstmals erschienen als: Meaning and Intention. An Examination of Grice's View. In: New Literary History, Bd. 4 (1972/73), S. 257–279, ISSN 0028-6087.
  9. Erstmals erschienen als: Utterer's Meaning. Sentence-Meaning, and Word-Meaning. In: Foundations of Language, Bd. 4 (1968), S. 225–242, ISSN 0015-900X.