St. Bernward (Hildesheim)

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St. Bernward, Südostansicht – Die Turmfront ähnelt dem Westwerk des Hildesheimer Doms
Inneres
Statue des hl. Bernward

St. Bernward ist eine katholische Kirche in der Innenstadt von Hildesheim. Sie ist benannt nach dem hl. Bernward (* um 960, † 1022), der 993–1022 Bischof von Hildesheim war und zu den bedeutendsten Bischöfen des Bistums Hildesheim zählt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Bernward erhebt sich im nördlichen Teil der Innenstadt Hildesheims an der Linkstraße 19, Ecke Bischof-Janssen-Straße.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das starke Anwachsen der Bevölkerung in Hildesheim während der Gründerzeit machte auch den Bau zusätzlicher Kirchengebäude erforderlich. Schon 1896 reservierte Bischof Wilhelm Sommerwerck die Summe von 35.000 Mark, die er anlässlich seines Goldenen Priesterjubiläums geschenkt bekommen hatte, für den Bau einer St.-Bernward-Kirche in Hildesheim – rund ein Drittel der späteren Baukosten.

St. Bernward wurde 1905–07 nach Plänen von Dombaumeister Richard Herzig (1851–1934) erbaut, der zeitgleich St. Elisabeth in der Oststadt errichtete. Nach Herzigs Plänen wurden zwischen 1885 und 1913 im Bistum Hildesheim 43 Kirchen gebaut. Die Weihe des im Stil der Neoromanik errichteten Kirchengebäudes erfolgte am 3. November 1907 durch Bischof Adolf Bertram. Am 1. September 1917 folgte die Einrichtung der Pfarrei St. Bernward.

Bei einem Luftangriff auf Hildesheim am 22. Februar 1945 wurde St. Bernward stark beschädigt: Das Gewölbe des westlichen Seitenschiffes, alle Fenster und das Dach wurden zerstört. Wegen Einsturzgefahr musste die Kirche geschlossen werden. Am 22. März 1945 wurde St. Bernward bei dem schwersten Luftangriff auf Hildesheim erneut von Spreng- und Brandbomben getroffen und jetzt völlig zerstört, nur die Umfassungsmauern und ein Teil des Turmes blieben stehen.

Der Wiederaufbau begann im November 1948, und bereits ab dem 15. August 1949 konnte die Kirche wieder genutzt werden. Hierbei handelten Kirchenvorstand und Gemeinde gegen die Planung der Bistumsleitung, denn St. Bernward hatte durch den Bau von St. Johannes Evangelist in der Nordstadt den größten Teil seines Pfarreigebiets verloren und liegt andererseits in großer Nähe zu den historisch bedeutenden katholischen Kirchen der Innenstadt. St. Bernward war die erste der zerstörten katholischen Kirchen Hildesheims, die wieder für den Gottesdienst genutzt werden konnte. Die Neuweihe erfolgte durch Bischof Joseph Godehard Machens.

Vom 1. August 2004 an gehörte die Kirche zur Pfarrei „Zum Heiligen Kreuz“, die St.-Bernward-Gemeinde wurde in diesem Zusammenhang aufgelöst.[1] Seit dem 1. November 2014 gehört die St.-Bernward-Kirche zur Pfarrei „St. Godehard“.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Bau der Kirche aus Natursteinquadern 1905–07 wie auch bei der Rekonstruktion 1948/49 dienten der romanische Westteil von St. Andreas sowie das Westwerk des Hildesheimer Doms als Vorbild. Dieser hatte zur Erbauungszeit der Bernwardkirche noch seine neuromanische Doppelturmfront. Erst seit dem Wiederaufbau hat Hildesheim zwei einander so stark ähnelnde Kirchen in enger Nachbarschaft.

Im Gegensatz zu den mittelalterlichen Kirchen Hildesheims ist St. Bernward wegen des Zuschnitts des länglichen Grundstückes nicht nach Osten ausgerichtet: Chor und Altar liegen im Norden.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Bernward beherbergt ein bedeutendes mittelalterliches Altarretabel. Es stammt aus dem Hildesheimer Trinitatis-Hospital und entstand 1430[2]. In einem schlichten Gewände zeigt es geschnitzte Vollplastiken verschiedener Heiliger. Die Mitte bildet eine Darstellung der Krönung Mariens durch Christus.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: St. Bernward – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 1. Februar 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bistum-hildesheim.de
  2. Hans Freter: Schatzkammer Hildesheim, S. 49. Hildesheim 1993.

Koordinaten: 52° 9′ 25″ N, 9° 56′ 57″ O