St. Martin (Euskirchen)

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St. Martin
Blick auf den Chor

Die katholische Pfarrkirche St. Martin ist ein denkmalgeschütztes Kirchengebäude in Euskirchen, einer Kreisstadt im südlichen Rheinland in Nordrhein-Westfalen (Deutschland).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Kirche ist wohl um das Jahr 800 auf einem fränkischen Friedhof errichtet worden. Diese wurde Ende des 12. Jahrhunderts durch eine dreijochige Pfeilerbasilika mit einem Chor im Osten und einem Glockenturm im Westen ersetzt. Das Hochschiff wurde mit einer Gliederung aus Rundbogenfriesen und Lisenen versehen. Von dieser Kirche blieben das gesamte Mittelschiff und das Untergeschoss des Turmes erhalten und sind heute Bestandteil des Gebäudes. Ende des 13. Jahrhunderts wurde der Chor mit gotischen Fenstern gebaut. Im 14. Jahrhundert wurde das Mittelschiff mit Netzgewölben ausgestattet. Durch ein Erdbeben 1951 wurde die Kirche in Mitleidenschaft gezogen, die Turmspitze steht noch heute leicht schief.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Turm hängt ein historisch bedeutsames Geläut aus acht Glocken; der alte hölzerne Glockenstuhl ist noch vorhanden. Bis zum Jahr 2005 befanden sich zwei sogenannte Leihglocken auf dem Turm, die nach St. Heribert in Köln-Deutz kamen. Die Glockengießerei Königliche Eijsbouts goss zwei neue Glocken, wobei die große Glocke eine Rekonstruktion einer vormals vorhandenen Glocke darstellt.[2]

Nr.
 
Name
 
Gussjahr
 
Gießer, Gussort
 
Durchmesser
(mm)
Masse
(kg)
Schlagton
(HT-1/16)
1 Johannes 2005 Königliche Eijsbouts, Asten 1.490 1.756 h0 +1
2 Große Anna 1520 Jan II. van Trier 1.315 ≈1.450 dis1 +6
3 1335 Magister Sifride 1.093 ≈850 fis1 +7
4 Martinus 2005 Königliche Eijsbouts, Asten 977 593 gis1 +6
5 Aveglocke 1409 unbezeichnet 922 ≈540 ais1 +5
6 Katharina 1520 Jan II. van Trier 819 ≈380 h1 +10
7 Genoveva 1520 Jan II. van Trier 660 ≈175 d2 +8
8 Kleine Anna 1513 Johann von Alfter (zugeschr.) 452 ≈55 a2 +4

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reclams Kunstführer, Band III, Rheinlande und Westfalen, Baudenkmäler, 1975, ISBN 3-15-008401-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Martin (Euskirchen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reclams Kunstführer, Band III, Rheinlande und Westfalen, Baudenkmäler, 1975, ISBN 3-15-008401-6
  2. Gerhard Hoffs: Glocken im Dekanat Euskirchen, S. 18–30.

Koordinaten: 50° 39′ 44″ N, 6° 47′ 6″ O