Stagehand

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Stagehand (aus dem Englischen: stage = Bühne, hand = Hilfskraft, Arbeitskraft), meistens abgekürzt zu Hand, bezeichnet im deutschsprachigen Raum eine Person, die im Rahmen von Tourneekonzerten oder anderen Veranstaltungen beim Aufbau einer Bühne selbst und/oder der Bühnentechnik den ausgebildeten Veranstaltungstechnikern zuarbeitet. Synonym dazu sind die Begriffe Aufbauhelfer und Bühnenhelfer gebräuchlich, letzterer vor allem in Theatern und Opernhäusern, in denen der Ausdruck Stagehand unüblich oder verpönt ist. Da Stagehands in der Regel nur örtlich eingesetzt sind und – im Gegensatz zu Roadies – mit einem Künstler nicht mit auf Tournee gehen, werden Stagehand-Teams auch als Local Crew bezeichnet.

Stagehand-Tätigkeit ist im deutschen Sprachraum kein Beruf mit anerkannter Lehrausbildung, die Arbeit wird in der Praxis von Gelegenheitsarbeitern bis hin zu qualifizierten Fachkräften verrichtet.

Berufsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tätigkeitsfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stagehands bei der Arbeit für ein Chris de Burgh-Konzert im Innenhof des Schlosses Mirabell in Salzburg im Juni 1989.

Stagehands sind fester Bestandteil bei Konzerten und anderen Tourneeaufführungen, bei Industrieevents (etwa Incentives) und können auch bei (partei)politischen und anderen Veranstaltungen benötigt werden. Zu den Arbeitsaufgaben zählen

  • Be- und Entladen der Lastwagen
  • Montage von Traversen („Rigging“) und Scheinwerfern
  • Verkabeln der Ton- und Lichtelemente
  • Stapeln der Lautsprechertürme („Stacking“)
  • Anbringen von Sichtschutz (wie „backdrops“, „sidemasking“) und Dekoration aller Art in allen Bühnenbereichen
  • Auf- und Abbau der Bühnenelemente, Bestuhlung und Sicherheitsabsperrungen
  • Bedienung des Verfolgers und Umbauarbeiten während der Veranstaltung („Showcrew“)

Je nach örtlicher Gepflogenheit können Stagehands auch die Einlasskontrolle und die Bewachung des Backstage-Bereichs gegenüber dem Publikum sowie die Bühnen-Frontsecurity übernehmen.

Beim Auf- und Abbau von Gerüstbühnen, Publikumstribünen und FOH-Türmen (Gerüstbau) werden Stagehands meist als Steelhands (engl. steel = Stahl) bezeichnet. Für Personen, die bei Open Air-Veranstaltungen nur für Arbeiten im Backstage- und Publikumsbereich vorgesehen sind (Aufbau von Versorgungszelten, Absperrungen, Einlasskontrollstellen, Schutzvorrichtungen usw.), findet sich auch die Bezeichnung Site Crew (= Platz-Crew).

Arbeitsverhältnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als ungelerntes Personal kann sich regional die fachliche Qualifikation der Stagehands stark unterscheiden. So können Local Crews aus Veranstaltungstechnikern und hauptberuflichen Stagehands bestehen oder einfach auch nur aus fallweise eingesetztem Personal wie Studenten oder Mitgliedern der örtlichen Feuerwehr. Manche Produktionen nehmen auch Stagehands mit auf Tournee oder buchen nur fallweise bei der lokalen Crew. In der Praxis hängt eine Differenzierung von Stagehands, Roadies und Technikern von ihrem Zuständigkeitsbereich ab.

Im angloamerikanischen Raum umfasst der Begriff Stagehand auch technisches Fachpersonal im Film- und Theaterbereich, das meist gewerkschaftlich organisiert ist (Stagehand Unions). In Europa überwiegen bei Stagehands oft freiberufliche Arbeitsverhältnisse, denn nur wenige Unternehmen der Veranstaltungsbranche verfügen über ausreichende Kontingente an Festangestellten. Diese kommen dann zumeist aus der Veranstaltungstechnik oder anderen handwerklich orientierten Berufen (Tischler, Schlosser etc.). Da hier auch von Arbeitgeberseite sehr auf die Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften und die Weiterbildung der Mitarbeiter geachtet wird, ist die Qualität dieser Crews oft sehr gut.

Seit einigen Jahren werden Stagehands in Deutschland überwiegend von Personaldienstleistern fest angestellt und im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung bei verschiedenen Projekten und Entleihern eingesetzt.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da viele der selbständigen Stagehands sich nicht selbst versichern, in diesem Bereich jedoch häufig Unfälle passieren und die Arbeitskräfte über sogenannte Booker zum Teil unterbezahlt und scheinselbständig beschäftigt sind, gerät diese Art von Beschäftigung von gewerkschaftlicher Seite oftmals unter Druck. Auch die Behörde durchsucht wiederholt Veranstaltungsagenturen, da die Mitarbeiter, die zum großen Teil angeben, selbständig ein Gewerbe zu führen, nur eine einzige Agentur als Auftraggeber vorweisen können.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Stagehands – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Großrazzia bei Deggendorfer Veranstaltungsagentur-Mitarbeitern