Statuenmenhir von Schafstädt

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Statuenmenhir von Schafstädt
Der Menhir von Schaftstädt im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale)

Der Menhir von Schaftstädt im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale)

Statuenmenhir von Schafstädt (Sachsen-Anhalt)
Schafstädt
Halle
Statuenmenhir von Schafstädt
Koordinaten SchafstädtKoordinaten: 51° 22′ 52,7″ N, 11° 46′ 32,1″ O, Halle
Ort ursprünglich Bad Lauchstädt OT Schafstädt, jetzt Halle (Saale), Sachsen-Anhalt, Deutschland
Entstehung 2800–2200 v. Chr.

Der Statuenmenhir von Schafstädt ist ein nur grob behauener, figürlich gestalteter Menhir aus der ausgehenden Jungsteinzeit, der bei Schafstädt, einem Ortsteil von Bad Lauchstädt im Saalekreis in Sachsen-Anhalt gefunden wurde und sich heute im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale) befindet. Er entstand in der Schnurkeramischen Kultur (2800–2200 v. Chr.).

Lage und Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Menhir wurde 1962 im Ort Schafstädt in einem Steinplattengrab gefunden, wo er sekundär verbaut worden war. Sein ursprünglicher Zweck schien vergessen gewesen zu sein, da er kopfüber stand.

Die Platte aus graugrünem Muschelkalk ist 94 cm hoch, 49 cm breit und 25,5 cm dick. Bei der Bergung brach ein Stück von der Unterseite des Menhirs ab, das verloren ging. Auf der Vorderseite ist eine stilisierte menschliche Figur abgebildet. Das Gesicht bilden zwei tief eingebohrte Augen sowie flach eingeklopfte Augenbrauen und eine Nase. In den Augenhöhlen haben sich schwarzbraune Farbreste erhalten. Unterhalb des Kopfes ist durch drei tiefe, halbkreisförmige Linien vermutlich eine Lunula dargestellt. Daneben setzen zwei Arme an, die etwa in der Mitte des Steins in Hände auslaufen. Die linke Hand besteht aus fünf Linien, die rechte aus sechs. Zwischen den Händen ist ein Gegenstand mit sechs Zinken, vielleicht ein Kamm, dargestellt. Unterhalb der Hände stellen drei tiefe Linien, die um den ganzen Stein herum verlaufen, einen Gürtel dar.

Einordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem Mittelelbe-Saale-Gebiet sind drei weitere Statuenmenire bekannt:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Groht: Menhire in Deutschland. Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle (Saale) 2013, ISBN 978-3-943904-18-5, S. 437, 459–460.
  • Waldemar Matthias: Eine neue Menhirstatue aus Mitteldeutschland. In: Ausgrabungen und Funde. Band 8, 1963, S. 32.
  • Waldemar Matthias: Neue schnurkeramische Funde und eine Menhirstatue aus der Gemarkung Schafstädt, Kreis Merseburg. In: Jahresschrift für mitteldeutsche Vorgeschichte. Band 48, 1964, S. 90–105.
  • Harald Meller (Hrsg.): Bronzerausch. Spätneolithikum und Frühbronzezeit. Begleithefte zur Dauerausstellung im Landesmuseum für Vorgeschichte, Band 4, Halle (Saale) 2011, S. 10.
  • Detlef W. Müller: Die verzierten Menhirstelen und ein Plattenmenhir aus Mitteldeutschland. In: Stefania Casini, Raffaele C. De Marinis, Annaluisa Pedrotti (Hrsg.): Statue-stele e massi incisi nell'Europa dell'età del rame. Notizie archeologiche Bergomensi, Band 3, Bergamo 1995, S. 295–304.
  • Detlef W. Müller: Schafstädt, Ldkr. Merseburg-Querfurt. In: Siegfried Fröhlich (Hrsg.): Aus der Vorgeschichte Sachsen-Anhalts. Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale), Halle (Saale) 1995, ISBN 3-910010-13-X, Nr. 11.
  • Detlef W. Müller: Die Göttin mit dem stechenden Blick. In: Harald Meller (Hrsg.): Schönheit, Macht und Tod. 120 Funde aus 120 Jahren Landesmuseum für Vorgeschichte Halle. Halle (Saale) 2001, S. 198–199.
  • Ralf Schwarz: Menhire und verzierte Steinkammergräber. In: Harald Meller (Hrsg.): Früh und Mittelneolithikum. Kataloge zur Dauerausstellung im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle, Band 2, Halle (Saale) 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johannes Groht: Menhire in Deutschland. S. 459–460.