Stauraum (Stauanlagenbau)

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Der Stauraum, der Speicherraum oder das Staubecken einer Talsperre oder einer Stauanlage ist der Raum, in dem das Wasser aufgestaut wird oder aufgestaut werden kann. Er wird nach unten und zur Seite hin begrenzt durch die Talmulde und nach oben durch das Niveau der Hochwasserentlastungsanlage. Sollte die Überlaufschwelle beweglich sein, so gilt das Niveau der aufgestellten Klappe.[1]

Der Stauraum unterteilt sich in

  • den Beckenraum: der Raum von der Talsohle bis zur Krone des Absperrbauwerkes
  • den Gesamtstauraum: der Raum von Stauraum zuzüglich des Wasserkörpers, der bei dem höchsten denkbaren Überlauf über die Hochwasserentlastungsanlage angestaut ist (vergleiche Bemessungshochwasser).
  • den Nutzraum / Betriebsraum: das zu unterschiedlichen Zwecken regulär genutzte Speichervolumen (zwischen Stauziel und Absenkziel), reguliert über den Betriebsauslass
  • den Reserveraum, auch Eiserner Bestand genannt: der Raum unterhalb des Betriebsauslasses aber oberhalb des Grundablasses. Er darf nur auf besondere Veranlassung (bei einigen Ländern nur mit Genehmigung des Ministerpräsidenten) in Anspruch genommen werden.
  • den Hochwasserschutzraum: das Volumen, das für den Hochwasserschutz reserviert ist und daher nur bei Hochwasser eingestaut werden darf.
  • den unbeherschbaren Hochwasserschutzraum: Die Staulamelle, die nur bei Betrieb der Hochwasserentlastungsanlage eingestaut wird. Die Höhe des unbeherrschbaren Hochwasserschutzraumes wird bestimmt durch die Höhe des Überfalls über die Hochwasserentlastungsanlage. Er bewirkt die Retention.
  • den Totraum: das Speichervolumen, das unterhalb des Niveaus des tiefsten Grundablasses liegt und daher nicht bewirtschaftet werden kann.[2]
  • Der Freiraum bildet Differenz zwischen Beckenraum und Gesamtstauraum. Er stellt also das Volumen zwischen höchstem Stauziel und Kronenstau dar, das auch bei Bemessungshochwasser nicht in Anspruch genommen wird. Der Freiraum wird vielfach nicht zum Stauraum gezählt.

Die Oberfläche des Stauraumes wird vielfach auch Stausee genannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • DIN 4048 - Wasserbau, Begriffe
  • Peter Rißler: Talsperrenpraxis. 1. Auflage. R. Oldenbourg, München und Wien 1998, ISBN 3-486-26428-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DIN 4048, Seite 11
  2. Bretschneider, Lecher, Schmidt: Taschenbuch der Wasserwirtschaft, Paul Parey-Verlag, 6. Auflage 1982, Seite 613