Stechginster (Gattung)

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Stechginster
Ulex parviflorus

Ulex parviflorus

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Genisteae
Gattung: Stechginster
Wissenschaftlicher Name
Ulex
L.

Stechginster (Ulex) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es sind stark und dicht verzweigte Sträucher, die mit Dornen bewehrt sind. Die Zweige sind jung gerillt bis gerieft. Alle Verzweigungen enden in einem Dorn. Die Blätter stehen wechselständig. Bei Keimpflanzen sind die ersten Laubblätter dreizählig. Die Folgeblätter sind erst einfach, später sind sie zu nadelförmigen, oft stechenden Phyllodien reduziert. In den Achseln der Blätter stehen weitere Dornen. Nebenblätter fehlen.

Die Blüten stehen einzeln bis zu dritt in Achseln an Lang- oder Kurztrieben. Teilweise sind sie an den Sprossenden gehäuft. Unterhalb des Kelchs befinden sich zwei kleine Vorblätter. Der Kelch ist gelb, dünnhäutig und bleibt bis zur Fruchtreife erhalten. Er ist fast bis zum Grund zweilippig geteilt. Dabei ist die Oberlippe zweizähnig, die Unterlippe dreizähnig. Die Krone ist gelb, das Schiffchen ist am Kiel wollig behaart. Die Staubfäden sind alle zu einer Röhre verwachsen. Der Fruchtknoten ist sitzend und behaart. Die Blüten sind Pollen-Schmetterlingsblumen mit einem Schnellmechanismus.

Die Hülsen sind eiförmig bis kurz linealisch. Die überragen meist den Kelch und sind behaart. Eine Hülse enthält ein bis sechs Samen mit Nabelwulst.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung ist hauptsächlich in Westeuropa verbreitet, in geringerem Ausmaß in Nordafrika.[1] Die meisten Arten finden sich auf der Iberischen Halbinsel.[2] In Mitteleuropa kommt nur die Art Stechginster (Ulex europaeus) vor.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb der Unterfamilie Faboideae wird die Gattung in die Tribus Genisteae gestellt. Die Gattung umfasst rund 20 Arten. Einzige mitteleuropäische Art ist:

Hier die anerkannten wissenschaftlichen Namen der 11 Arten und 13 Unterarten:

  • Ulex argenteus Webb: Mit den Unterarten:
    • Ulex argenteus subsp. argenteus: Sie kommt in Portugal vor.[3]
    • Ulex argenteus subsp. erinaceus (Webb) D.A. Webb: Sie kommt in Portugal und in Spanien vor.[3]
    • Ulex argenteus subsp. subsericeus (Cout.) Rothm.: Sie kommt in Portugal und in Spanien vor.[3]
  • Ulex boivinii Webb: Sie kommt in Marokko, Algerien, Portugal und Spanien vor.[3]
  • Ulex borgiae Rivas Mart.: Sie kommt in Spanien vor.[3]
  • Ulex cantabricus Álv. Mart. & al.: Sie kommt ursprünglich in Spanien vor.[3]
  • Ulex densus Webb: Sie kommt in Portugal vor.[3]
  • Ulex europaeus L.: Mit den Unterarten:
    • Ulex europaeus subsp. borealis Rothm.
    • Ulex europaeus subsp. europaeus
    • Ulex europaeus subsp. latebracteatus (Mariz) Rothm.
  • Ulex gallii Planch.: Sie kommt in Spanien, Frankreich, Irland und in Großbritannien vor.[3]
  • Ulex genistoides Brot.: Mit den Unterarten:
    • Ulex genistoides subsp. genistoides: Sie kommt in Portugal und in Spanien vor.[3]
    • Ulex genistoides subsp. spectabilis (Webb) C. Vicioso: Sie kommt in Marokko und in Portugal vor.[3]
  • Ulex micranthus Lange: Sie kommt in Portugal und in Spanien vor.[3]
  • Ulex minor Roth: Sie kommt in Portugal, Spanien, Frankreich und in Großbritannien vor.[3]
  • Ulex parviflorus Pourr.: Mit den Unterarten:
    • Ulex parviflorus subsp. africanus (Webb) Greuter: Sie kommt in Marokko und in Algerien vor.[3]
    • Ulex parviflorus subsp. eriocladus (C. Vicioso) D. A. Webb: Sie kommt in Portugal und in Spanien vor.[3]
    • Ulex parviflorus subsp. funkii (Webb) Guinea: Sie kommt in Marokko und in Spanien vor.[3]
    • Ulex parviflorus subsp. jussiaei (Webb) D. A. Webb: Sie kommt in Portugal und in Spanien vor.[3]
    • Ulex parviflorus subsp. parviflorus: Sie kommt in Portugal, Spanien, Frankreich und auf den Balearen vor.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schück, Schuck, Stimm: Lexikon der Baum- und Straucharten. Nikol, Hamburg 2002. ISBN 3-933203-53-8
  2. Flora von Chile (PDF; 149 kB)
  3. a b c d e f g h i j k l m n o p q Datenblatt Ulex In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stechginster (Ulex) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien