Backbord und Steuerbord

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Motorschiff mit Positionslichtern, (in Fahrtrichtung) rechts Steuerbord grün, links Backbord rot, in der Mitte das Toplicht für ein unter Motor fahrendes Fahrzeug unter 50 m Länge.
Praktisch jede Hafeneinfahrt ist bei Dunkelheit mit grünen und roten Lichtern markiert. Beim Einlaufen von See kommend stimmen die Farben mit den Positionslichtern an Bord überein. (Hier der Hafen von Richterswil)
Ausweichpflicht: Wer das rote Backbordlicht sieht, hat auszuweichen (gilt für grundsätzlich gleichberechtigte Schiffe, z. B. zwei Motorschiffe).

Backbord (Abkürzung: Bb) bezeichnet, vom Heck zum Bug gesehen, die linke Seite eines Wasser-, Luft- oder Raumfahrzeugs. Die rechte Seite wird mit Steuerbord (Abkürzung: Stb) bezeichnet.

Herkunft und Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modell des Gokstad-Schiffes.

Etymologische Wörterbücher führen den Begriff Backbord auf Rückseite zurück;[1][2] denn „anfangs kehrte der Steuermann auf kleinen Fahrzeugen zur Bedienung des Steuers den Rücken (engl. back, mnd. bak) zur linken Seite des Schiffes.“[3] Die Steuerbordseite bekam somit ihren Namen, weil auf sie das Steuer gerichtet ist.

An den Wikingerschiffen befand sich das Ruder zum Steuern an der rechten Seite der Bordwand, wo es festgebunden wurde. Da nun der Steuermann Blick auf Steuerbord (rechts) hat, befindet sich hinter (back) ihm Backbord.

Verwendung in der Schifffahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Farbe des Backbord-Positionslichtes ist rot, während die Farbe des Steuerbord-Positionslichtes von Wasser- und Luftfahrzeugen grün ist.

Wenn ein Schiff von See aus in ein Fahrwasser einfährt, dann befindet sich die Backbordseite des Schiffes auch auf der Backbordseite des Fahrwassers. Diese ist je nach Lateralsystem mit roten (IALA-A) oder grünen (IALA-B) Tonnen gekennzeichnet, die als Toppzeichen einen Zylinder führen. Backbordtonnen sind mit geraden Zahlen nummeriert, während Steuerbordtonnen mit ungeraden Zahlen nummeriert sind.[4]

In der deutschen Handelsmarine wurden die Kommandos Backbord und Steuerbord 1903 nach längerem Streit durch eine kaiserliche Anordnung verbindlich eingeführt. Die Regelung gilt seit dem 1. April 1905.

Merkhilfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Eselsbrücke wird häufig – heutzutage eher scherzhaft – mit einer Ohrfeige gedroht, falls der Matrose Backbord und Steuerbord verwechselt: Dann läuft die linke Backe rot an, vorausgesetzt, der züchtigende Ausbilder ist Rechtshänder; die andere Seite ist dann die Steuerbordseite.
Eine andere Merkhilfe ist die alphabetische Reihenfolge, diese ergibt bei Backbord und Steuerbord dieselbe Seitenfolge wie bei links und rechts. Da im Deutschen auch von links nach rechts geschrieben wird, kann man so nicht nur Backbord und Steuerbord, sondern auch links und rechts richtig zuordnen.

Erstaunlicherweise hat sich die einfachste Merkhilfe nicht durchgesetzt: "Back" enthält ein "k" wie "links"; "Steuer" ein "r" wie "rechts".

Im Englischen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Backbordseite nennt man im Englischen port, was zugleich Hafen beedeutet. Hintergrund ist, dass so das (früher mehr seitlich angebrachte) Steuer an der Steuerbordseite der Kriegsschiffe beim Anlegen an die Hafenanlagen nicht beschädigt wurde. Früher nannte man port (-seite) auch larboard, von mittelenglisch: ladeboard, was der heutigen deutschen Bedeutung laden entsprechen dürfte.
Steuerbord ist im Englischen starboard von Altenglisch steorbord (also da ebenfalls Steuerbord).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Backbord – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Steuerbord – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. u. a. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 5. Aufl. München 2000, S. 85.
  2. Jan de Vries: Nederlands Etymologisch Woordenboek. Leiden 1997, S. 26.
  3. Pfeifer, S. 85.
  4. Lehrgang Sportbootfuehrerschein See – UE2 – Blatt 3 – Betonnung