Winsch

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Dieser Artikel behandelt die Seilwinde. Zum US-amerikanischen Ansichtskartenverleger, siehe John Winsch.
Selbstholende Winsch mit aufgesteckter Handkurbel
Winsch auf einem Winschpodest
Auf Seglern ohne Winschen ist das Dichtholen der Segel erheblich schwieriger.

Eine Winsch (englisch winch: „Winde“) ist eine vor allem in der Schifffahrt gebräuchliche Seilwinde zur Übertragung größerer Zugkräfte. Auf Schiffen ist sie Bestandteil des Ladegeschirrs, in der Fischerei wird sie zum maschinellen Einholen der Netze eingesetzt.

Segeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Segeln dienen Winschen der Bedienung von Schoten, Fallen und anderen Tauwerksleinen. Eine früher gebräuchlichere Bezeichnung lautet Winde.

Eine Leine wird, im Unterschied zu anderen Seilwinden, auf einer Winsch nicht aufgewickelt, sondern lediglich mit einigen Windungen um eine Trommel gelegt, die mit einer Handkurbel gedreht werden kann. Die Winschtrommel besteht aus einem aufgerauten oder gerippten Metallzylinder, der sich nur in eine Richtung drehen lässt. In der anderen Drehrichtung verhindern Sperrklinken, dass sich die Leine wieder abwickelt. Das lose Leinenende muss straff gehalten werden, um die Reibung zwischen Winsch und Tauwerk zu vergrößern. Bei selbstholenden Winschen ("Selftailern") übernimmt eine konisch profilierte und zur Erhöhung der Reibung geriffelte Umlenkrolle die Führung und verhindert ein Durchrutschen der Leine. Der Konus ermöglicht außerdem, dass Tauwerk unterschiedlichen Durchmessers über die Winsch geführt werden kann.

Zur Vergrößerung des Drehmoments verfügen Winschen oft über ein eingebautes Getriebe, das mehrere Umdrehungen der Kurbel in eine geringere Zahl von Trommeldrehungen untersetzt. Bei Zweigangwinschen hat das Getriebe zwei Übersetzungsstufen. Je nach Drehrichtung der Kurbel werden dabei unterschiedliche Drehgeschwindigkeiten und Drehmomente erzielt. Auf größeren Yachten werden Winschen von einem Elektromotor oder hydraulisch angetrieben.

Die meisten Winschen sind rechtsgängig, wickeln die Leine also im Uhrzeigersinn. Auf manchen, vor allem älteren Segelbooten werden an der Backbordseite linksgängige Winschen verwendet, damit auch auf dieser Schiffsseite die von vorn kommende Leine zunächst von außen auf die Winschtrommel geführt wird.

Manche, vor allem ältere Winschen haben nicht-abgewinkelte Hebel anstelle der Kurbeln.

Mast- oder Fallwinschen sind am Mast des Segelboots oder -schiffs angebracht und dienen dort der Bedienung der Fallen. Einfache, meist kurbel- und getriebelose Schotwinschen auf Jollen werden Knarrpoller genannt. (Coffee-)Grinder (englisch, eigentlich „(Kaffee-)Mühlen“) sind große, auf einer Säule montierte Winschen auf Rennyachten, die meist von zwei Mannschaftsmitgliedern bedient werden. Großwinden für Trossen auf traditionellen Segelschiffen und in der gewerblichen Schifffahrt sind Spills. Mit einer Ankerwinde (oder einem Ankerspill) können Ankerketten aufgeholt werden.

Hubschrauber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gelegentlich werden auch Seilwinden an Hubschraubern Winsch oder (englisch) winch genannt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutscher Hochseesportverband „Hansa“ (Hrsg.): Seemannschaft. Handbuch für den Yachtsport. 21. Auflage. Delius Klasing, Bielefeld 1990, ISBN 3-7688-0523-9
  • Joachim Schult: Segler-Lexikon. 9. Auflage. Delius Klasing, Bielefeld 1994, ISBN 3-87412-103-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Winsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Winsch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen