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Stier (Mythologie)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Stiere sind aus der Mythologie verschiedener Weltgegenden bekannt.

Im minoischen Kreta existierte angeblich ein Stierkult.

Im mykenischen Schachtgrab IV wurde ein Gefäß in Stierkopfform gefunden wurde, dem eine Doppelaxt zwischen den Hörnern aus dem sonnenverzierten Schädel ragt. Im antiken Griechenland kommt ein mythologischer Himmelsstier vor. In der griechischen Herakles-Sage gelingt es dem Helden, den Stier zu zähmen.

Mitteldeutschland

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Bestattungen von Rinderpaaren finden sich seit der jungsteinzeitlichen Kugelamphoren-Kultur oder der Havelländischen Kultur[1]. Dies hängt vermutlich mit dem Beginn ihrer Nutzung als Zugtier zusammen. In denselben Horizont fallen die Rindergravierungen am Züschener und Warburger Galeriegrab der Wartberggruppe.

In Vorderasien kommt ein Himmelsstier vor. Im Gilgamesch-Epos entsendet die vom sumerischen Helden-König verschmähte Liebesgöttin Ištar den Stier, um Gilgameš zu töten, doch wird er von diesem bezwungen. In der iranischen Mythologie wird die Erde von einem Stier getragen[2].

In Ägypten wurde Apis verehrt. Weiterhin sind Mnevis von Heliopolis und Buchis von Armant bekannt. Der ptolemäische Sarapis vereint Merkmale von Apis und Osiris. Er wurde auch in römischer Zeit verehrt.

  • Gerald Unterberger: Die Gottheit und der Stier. Der Stier in Mythos, Märchen, Kult und Brauchtum. Beiträge zur Religionsgeschichte und vergleichenden Mythenforschung. Praesens, Wien 2018, ISBN 978-3-7069-1005-7.
  • Gerald Unterberger: Der Stier mit der Weltsäule. Ein archaisches Mythenbild vom Bau der Welt. Praesens, Wien 2011, ISBN 978-3-7069-0639-5.
  • Annika Backe: Die Stiere des Zeus. Stier und Mythos im antiken Griechenland. Kulturkommunikation, Uplengen 2006.
  • Günter Dietz: Europa und der Stier. Ein antiker Mythos für Europa? Kulturgeschichtliche Reihe, 4. Sonnenberg, Annweiler 2003, ISBN 3-933264-29-4 (zum Zeus-Mythos).
  • Günther Kehnscherper: Kreta, Mykene, Santorin. Urania, Leipzig u. a. 1973.
  • Dieter Koch: Der Stierkampf des Gilgamesch. Vom Ursprung menschlicher Kultur. Häretische Blätter, Frankfurt 2008, ISBN 978-3-931806-05-7 (zu Europa: Griechen, Italiener, Kelten, Iberer, Germanen, Schweizer).
  • Ferdinand Orth: Stier. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band III A,2, Stuttgart 1929, Sp. 2495–2520.

Einzelnachweise

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  1. Herrmann Behrens, Die neolithisch-frühmetallzeitlichen Tierskelettfunde der Alten Welt. Studien zu ihrer Wesensdeutung und historischen Problematik. Veröffentlichungen des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle 19, 1964
  2. Manuel Sommer (Hrsg.), Der Hakim von Nischapur, Omar Chajjám und seine Rubaijat, nach alten und neuesten persischen Handschriftenfunden. Pressler, Wiesbaden 1974, S. 42 und 146