Stockpeilung

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Die Stockpeilung ist eine Methode, um die Höhe eines relativ nahestehenden Objektes zu schätzen. Sie wird vorwiegend von Waldarbeitern und Förstern zur Größenbestimmung von Bäumen ausgeführt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Grafik des Prinzips der Bestimmung einer Baumhöhe mittels eines Stocks, wie sie von Baumarbeitern ausgeführt wird

Dieser Schätzung liegen ähnlich wie beim Daumensprung die Streckenverhältnisse des Strahlensatzes zugrunde. Der angepeilte Stock (Messstab) am ausgestreckten Arm eines Erwachsenen ist etwa 70 Zentimeter vom Gesicht entfernt. Bei bekannter Distanz zum Baum lässt sich so die Höhe des Baumes mit relativer Genauigkeit am Stock ablesen. Der Daumensprung wäre hier nicht geeignet, da hiermit nur eine horizontale Schätzung möglich ist.

Durchführung[Bearbeiten]

Variante 1

  • Entfernung zum Baum bestimmen
  • Ein mit Messmarken versehener Holzstab von beliebiger Größe wird am ausgestreckten Arm hochgehalten.
  • Über die unterste Stabmarkierung wird die Baumbasis angepeilt.
  • Die Markierung des Holzstabes, über welcher die Baumspitze angepeilt werden kann, zeigt die Höhe des Baumes entweder direkt oder nach Multiplikation mit einem Faktor an.

Vorteil: Die Skala auf dem Stab kann so eingeteilt werden, dass bei einer bestimmten Basisentfernung die Baumhöhe direkt abgelesen werden kann. Die Peilung ist von beliebigen Entfernungen aus möglich, wenn das Messergebnis mit einem Faktor, der sich aus der dem Verhältnis der der tatsählchen Peilentfernung zur Basisentfernung für die Skala ergibt, umgerechnet wird.


Variante 2

  • Der Stock wird so gehalten, dass das obere Ende genau so weit über die Hand hinausragt, wie der eigene Arm lang ist.
  • Nun geht man so weit vom zu messenden Baum rückwärts, bis der Baum (bzw. Augenhöhe-Wipfel) und der obere Stockabschnitt gleich lang erscheinen.
  • Die Entfernung vom jetzigen Standpunkt bis zum Baum entspricht der Höhe des Baumes abzüglich der eigenen Augenhöhe.
  • Die Baumhöhe ergibt sich also zu: Entfernung Baum-Standpunkt

Vorteil: Eine Skalenteilung auf dem Stock ist nicht nötig.


Variante 3

  • Ähnlich Variante 2, der Stock erhält jedoch zwei Markierungen: Eine Markierung F in Armlänge unterhalb der Stockspitze und eine weitere Markierung H im Abstand der Augenhöhe über dem Schultergelenk (ca.17 cm) unterhalb von F.
  • Der Stock wird an Markierung H gegriffen und am ausgestreckten Arm senkrecht gehalten und über Markierung F der Baumfuß angepeilt. Der ausgestreckte Arm und die Visierlinie über F bilden nun idealerweise ein Parallelogramm.
  • Nun geht man so weit vom zu messenden Baum rückwärts, bis über die Stockspitze die Spitze des Baumes und gleichzeitig über F der Baumfuß angepeilt werden können.
  • Die Entfernung vom jetzigen Standpunkt bis zum Baum entspricht der Höhe des Baumes.

Vorteil: Die Messung funktioniert auch im stark geneigten Gelände und für Messungen von Teilabschnitten in der Krone des Baumes.

Siehe auch[Bearbeiten]