Strichstärke

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Links: Schrift mit variabler Strichstärke, rechts: Schrift mit konstanter Strichstärke

In der Typografie ist die Strichstärke bei einer Schriftart die Breite einer mit einem physischen oder gedachten Schreibgerät erzeugten sichtbaren Linie, aus welchen die Glyphen einer Schriftart bestehen.[1]

Dabei wird unterschieden zwischen

  • Schriftarten mit variabler Strichstärke
  • Schriftarten mit konstanter (bzw. konstant erscheinender) Strichstärke.

Schriftarten mit variabler Strichstärke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Antiqua-Satzschrift mit imitiertem Federstrich. a: Aufstrich (Haarstrich) und Grundstrich (Schattenstrich), b: Schattenachse

Beim Schreiben von Hand mit einem Schreibgerät wie einer Feder oder einem Pinsel entstehen auf natürliche Weise dünnere und dickere Linien. In der Kalligraphie sind diese von großer Bedeutung, aber auch in der Typografie, denn diese orientierte sich insbesondere zu Beginn des Buchdruckes mit beweglichen Lettern stark an den handgeschriebenen Formen der Buchstaben und ahmte das Schriftbild des manuellen Schreibens nach, etwa in Barock-Antiqua-Schriften. Auch bei Frakturschriften und vielen Dekorschriften (z. B. Bodoni, Broadway) ist die Betonung des Kontrastes zwischen den dünneren und dickeren Linien ein häufiges Stilmittel.

Bei traditionellen Schreibgeräten ist in der Regel der Grundstrich, ein von oben nach unten gezogener senkrechter Schaft, eine breite Linie, ebenso ist auch die von links oben nach rechts unten gezogenen Diagonale breit. Hingegen ist der Aufstrich, eine von links unten nach rechts oben gezogene Diagonale, eine feinere Linie. Bei den Großbuchstaben „A“, „W“ und „V“ wird dies besonders deutlich. In der Typografie wird der Grundstrich auch als Schattenstrich bezeichnet, und der Aufstrich als Haarstrich, kurz: „Haar und Schatten“.

Bei einer Vogel- oder Bandzugfeder entsteht die Variation der Strichstärke durch die Schrägstellung der Schreibfeder gegenüber der Grundlinie. Bei Rundungen ergeben sich fließende Übergänge zwischen Grund- und Haarstrich. Da die Neigung der Schreibfeder während des Schreibens (bis auf wenige Ausnahmen) konstant bleibt, stehen die reinen Grund- und Haarlinien (ohne die fließenden Übergänge) senkrecht aufeinander, und in einem konstanten Winkel zur Grundlinie. Diesen Winkel nennt man in der Typografie Schattenachse.

Bei anderen Schreibgeräten entsteht die Variation der Strichstärke durch unterschiedlichen Druck oder auf andere Weise.

Schriftarten mit konstanter Strichstärke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Schriftarten mit konstanter Strichstärke gibt es keine oder nur geringe Variationen der Strichstärke bei den Linien, aus denen die Glyphen aufgebaut sind. Manchmal werden waagerechte Striche etwas dünner als die senkrechten gestaltet. Zu diesen Schriften gehören Groteskschriften, die dazu serifenlos sind, sowie manche Egyptienne-Schriften mit betonten Serifen, wie etwa die Rockwell. Ebenso gehören dazu Gebrochene Grotesk-Schriften.

Schriftstärken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verschiedene Schriftstärken der Helvetica Neue

Eine Schriftfamilie umfasst mehrere Schriftschnitte mit unterschiedlicher Strichstärke – in diesem Zusammenhang auch als Schriftstärke, Schriftdicke oder Schriftfette (auch schlicht Fette) bezeichnet. Die Variation der Schriftstärke gibt an, wie schwarz eine Schrift ist. Die meisten Schriftarten gibt es in wenigstens zwei Schriftstärken, normal und fett.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Strichstärke – Bedeutung/Definition. In: Typografie-Fachlexikon. Typografie.info, abgerufen am 7. Februar 2019.