Studentische Unternehmensberatung

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Studentische Unternehmensberatungen sind von Studenten getragene Unternehmensberatungen an Hochschulen oder im universitären Umfeld. In den meisten Fällen setzen sie sich aus Studenten der wirtschaftswissenschaftlich geprägten Studiengänge zusammen, wobei in den letzten Jahren auch hier vermehrt Interdisziplinarität Einzug hält. In Deutschland haben die meisten studentischen Unternehmensberatungen als Rechtsform den Verein gewählt, wobei dann die Projektarbeit meist von verschiedenen GbR getätigt wird. Einzelne studentische Unternehmensberatungen sind auch als haftungsbeschränkte Gesellschaften, wie die Unternehmergesellschaft oder als Gesellschaft mit beschränkter Haftung organisiert.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurden die studentischen Unternehmensberatungen im Allgemeinen, um den Studenten der jeweiligen Hochschule eine Möglichkeit zu geben, neben dem Studium Praxiserfahrungen zu sammeln, unternehmerisches Denken und Handeln zu vermitteln und soziale Kompetenz zu lernen. Aus Sicht von Unternehmen ist es vor allem der, verglichen mit großen Beratungen, relativ niedrige Preis, der die studentischen Unternehmensberatungen interessant macht.

Im universitären Umfeld treten studentische Unternehmensberatungen außerdem häufig als Veranstalter von Unternehmenskontaktmessen, Fallstudien, Vorträgen und „Business Nights“ auf. Zudem verfügen einige studentische Beratungen über ein internes und/oder externes Wissens- sowie Qualitätsmanagementsystem, zum Teil nach ISO 9001:2008 bzw. ISO 9001:2015 zertifiziert, welches zur Weiterbildung der Mitglieder sowie der Organisation der studentischen Unternehmensberatung dient. Interne sowie externe Schulungen und Workshops zu aktuellen Industriethemen wie beispielsweise Corporate Social Responsibility (CSR) oder Industrie 4.0 runden dieses Ausbildungskonzept ab.[1]

Die Idee der studentischen Unternehmensberatung kommt aus Frankreich, wo 1967 von der französischen ESSEC die erste derartige Organisation gegründet wurde. Das große Potential dieser Idee wurde später auch in Deutschland erkannt, wo an der Technischen Universität Darmstadt im Februar 1988, mit der Junior Comtec Darmstadt e.V., die erste deutsche studentische Unternehmensberatung gegründet wurde.[2] Diese war später auch unter anderem an der Gründung des Bundesverbands Deutscher Studentischer Unternehmensberatungen beteiligt, mit den drei Gründungsmitglieder JMS e. V., Worms, der Instead e. V., Passau, und die Consultatio GbR, Augsburg. Heute ist sie Teil des freien JE7-Netzwerks. Neben Junior Comtec Darmstadt e.V. sind sechs weitere studentische Unternehmensberatungen aus Deutschland Teil dieses Netzwerks.[3]

Das Netzwerk der studentischen Unternehmensberatungen erstreckt sich heute über die ganze Welt. Seit 1992 koordiniert unter anderem der Dachverband JADE – European Confederation of Junior Enterprises die Zusammenarbeit der europäischen studentischen Unternehmensberatungen. Das europäische Netzwerk umfasst ca. 30.000 Studenten.

Dachverbände im deutschsprachigen Raum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland existieren derzeit zwei konkurrierende Dachverbände studentischer Unternehmensberatungen, in Österreich gibt es einen Dachverband.

BDSU (Deutschland)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bundesverband Deutscher Studentischer Unternehmensberatungen mit Sitz in Bonn wurde 1992 gegründet und zählt heute 32 Mitgliedsinitiativen mit rund 2300 Studenten.[4] Diese 32 Initiativen sind in 11 der 16 Bundesländer vertreten.[5] Die Gründung erfolgte am 1. November 1991 von den drei Gründungsmitglieder JMS e. V., Worms, der Instead e. V., Passau, und die Consultatio GbR, Augsburg.

Vierteljährlich richtet eine Mitgliedsinitiative ein Treffen aus. Ziele sind dabei neben interner Vereinsarbeit auch Workshops und Schulungen mit Unternehmen. Die Mitgliedsinitiativen des BDSU verpflichten sich zu den Qualitätsstandards des BDSU, welche die Bearbeitung der Projekte, aber auch für die Aufnahme von Mitgliedern (Studenten) und die Durchführung interner Schulungen betreffen. Studenten, die in einer Mitgliedsinitiative mitarbeiten wollen, müssen in der Regel durch eine halbjährige Anwartschaft, in der sie sowohl interne Schulungen (u. a. Rhetorik/Argumentationstechnik, Projektmanagement, Grundlagen des Rechts sowie eine Schulung über den Dachverband) wie auch ein internes Projekt erfolgreich abschließen müssen. Der BDSU ist Mitglied im europäischen Dachverband JADE und wird vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. aktiv unterstützt.

JCNetwork (Deutschland)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem 2002 gegründeten Junior Consultant Network (JCNetwork) e.V. mit Sitz in Karlsruhe gehören derzeit 34 Studentische Unternehmensberatungen aus Deutschland an, mit insgesamt ca. 2.200 studentischen Mitgliedern.[6][7] Diese beraten in selbständigen Beratungsprojekten Unternehmen in nahezu allen betriebswirtschaftlichen Bereichen. Ziel des JCNetwork ist die Förderung und Verbreitung der Idee der Studentischen Unternehmensberatung in Deutschland. Im Fokus der Arbeitsteht der einzelne Junior Consultant in seiner Beratung. Durch Wissenstransfer, Weiterbildung und Erfahrungsaustausch werden die Mitglieder gefördert. Darüber hinaus besteht mit dem Zertifikat „Certified Junior Consultant (CJC)“ die Möglichkeit, die Weiterbildung und Entwicklung des einzelnen studentischen Beraters nachzuweisen. Voraussetzungen für das Erlangen des Zertifikates ist die Teilnahme an Schulungen aus den 5 Pflichtmodulen (Project Management, Strategy, Business Excellence, IT, Soft Skills und Finance and Law), Fallstudien, die Mitarbeit an mindestens einem externen Beratungsprojekt im Umfang von mind. 5 Personentagen sowie eine abschließende Prüfung in Form einer Case Study, die in Zusammenarbeit mit UMS angeboten wird.[8] Dem gemeinsamen Motto „Enrichment by Partnership“ folgend, behalten die Mitgliedsvereine auch nach dem Zusammenschluss im Dachverband ihre volle Souveränität und führen ihre Projekte eigenständig durch. Zur internen Vernetzung, Weiterbildung und Weiterentwicklung der Vereinsarbeit werden halbjährlich 3 verschiedene Veranstaltungen angeboten.[9]

JADE Austria (Österreich)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Austrian Confederation of Junior Enterprises (CAJE) wurde 1994 ins JADE-Netzwerk aufgenommen und 2005 in JADE Austria umbenannt. Der Dachverband hat seinen Sitz in Wien. Ihr gehören im Moment und nach der Prüfung der eingeführten Qualitätsrichtlinien, fünf österreichische Junior Enterprises an (icons - consulting by students, uniforce Consulting GmbH, 180 Degrees Consulting, Vienna Law Clinics, Kepler Solutions), deren Interessen sie auf nationaler wie auf internationaler Ebene vertritt – sowohl gegenüber externen Partnern, als auch innerhalb des JADE-Netzwerkes.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Über Uns – Junior Comtec. Abgerufen am 14. März 2019 (deutsch).
  2. Geschichte auf junior-comtec.de
  3. JE7 – Junior Entreprises – Studentische Unternehmensberatungen. Abgerufen am 14. März 2019.
  4. Geschichte auf bdsu.de
  5. Mitglieder - BDSU - Studenten beraten Unternehmen. In: BDSU - Studenten beraten Unternehmen. (bdsu.de [abgerufen am 3. November 2017]).
  6. JCNetwork e. V.: Unser Verband / JCNetwork - Dachverband studentischer Unternehmensberatungen. Abgerufen am 3. November 2017.
  7. JCNetwork - Dachverband studentischer Unternehmensberatungen. Abgerufen am 15. Januar 2018.
  8. JCNetwork Certified Junior Consultant (CJC). Abgerufen am 3. November 2017.
  9. JCNetwork e.V.: Veranstaltungen / JCNetwork - Dachverband studentischer Unternehmensberatungen. Abgerufen am 3. November 2017.
  10. Website des JADE Austria