Sumpfkrokodil

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sumpfkrokodil
Marsh Crocodiles basking in the sun.JPG

Sumpfkrokodil (Crocodylus palustris)

Systematik
ohne Rang: Sauropsida
ohne Rang: Archosauria
Ordnung: Krokodile (Crocodylia)
Familie: Echte Krokodile (Crocodylidae)
Gattung: Crocodylus
Art: Sumpfkrokodil
Wissenschaftlicher Name
Crocodylus palustris
Lesson, 1831

Das Sumpfkrokodil (Crocodylus palustris) ist eine Art der Echten Krokodile (Crocodylidae).

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sumpfkrokodil erreicht eine maximale Länge von etwa vier Metern. Die erwachsenen Tiere sind grau bis graubraun und meistens mit dunklen Zeichnungen versehen, die Jungtiere sind hellbraun bis braun und besitzen auf dem Schwanz und dem Körper eine dunkle Querbänderung.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbreitungsgebiet

Das Verbreitungsgebiet umfasst den indischen Subkontinent und schließt den östlichen Iran, einen Großteil Pakistans, die Terai-Hochebene in Nepal und Sri Lanka ein. In Bangladesch sind Sumpfkrokodile wahrscheinlich ausgestorben.

Das Sumpfkrokodil ist ein Süßwasserbewohner, der vor allem in Flüssen, Seen und Sümpfen zu finden ist. Außerdem bewohnt es die Bewässerungskanäle und künstlich angelegten Wasserreservoirs seiner Heimat. Gelegentlich wurden Sumpfkrokodile auch im Brackwasser angetroffen.

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie die meisten anderen Krokodile ernährt sich das Sumpfkrokodil von sehr unterschiedlichen Organismen des Wassers. Sein Spektrum umfasst dabei Fische, Schlangen, Frösche, Wasserschildkröten, Insekten sowie kleine Säugetiere. Große Krokodile fangen auch Hirsche, Wasserbüffel und Gaure. Außerdem sind sie bekannt dafür, dass sie Fische aus Fischernetzen „stehlen“. Zudem konnte eine besondere Jagdstrategie für Vögel beobachtet werden. Dabei balancieren die Krokodile Stöcke und Zweige (das bevorzugte Nestbaumaterial der Vögel) auf ihren Schnauzen. Kommen nun Vögel und wollen die Stöcke zum Nestbau nutzen, werden sie mit hoher Erfolgsquote gefressen.[1]

Die Eier werden in Gruben abgelegt. Ein solches Nest umfasst zwischen 25 und 30 Eier. In Gefangenschaft gehaltene Sumpfkrokodilweibchen haben nicht selten zwei Gelege pro Jahr.

Sumpfkrokodile sind in einigen Gegenden ihres Verbreitungsgebietes in ihrem Bestand hoch bedroht. Im Iran hat eine lang anhaltende Dürre die Zahl der dort lebenden Krokodile drastisch reduziert, in Indien ist es der Verlust der natürlichen Lebensräume durch die explosionsartig wachsende menschliche Bevölkerung. Die sichersten Bestände leben heute wohl auf Sri Lanka (Unterart Crocodylus palustris kimbula).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Charles A. Ross (Hrsg.): Krokodile und Alligatoren - Entwicklung, Biologie und Verbreitung, Orbis Verlag Niedernhausen 2002
  • Joachim Brock: Krokodile - Ein Leben mit Panzerechsen, Natur und Tier Verlag Münster 1998

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sumpfkrokodil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. V. Dinets, J. C. Brueggen, J. D. Brueggen: Crocodilians use tools for hunting. Ethology Ecology & Evolution, 27(1), 74–78, 2015, Online-Veröffentlichung 2013, doi:10.1080/03949370.2013.858276.