Synagoge (Lüneburg)

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Die Synagoge in Lüneburg war das religiöse Zentrum der ortsansässigen jüdischen Gemeinde. Der Grundstein wurde 1892 an der Straße Am Schifferwall gelegt, 1894 wurde die Synagoge eingeweiht.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Straße Auf der Altstadt befand sich im Mittelalter die sogenannte „Yodenstrate“. Im Bereich der Hausnummer 48 stand vermutlich ein Lehrhaus als Zentrum der jüdischen Gemeinde Lüneburgs mit einer Mikwe im Keller.[2]

Nachdem die Lüneburger jüdische Gemeinde während der Zeit des Nationalsozialismus unter anderem durch das Berufsbeamtengesetz und die Nürnberger Gesetze stark bedrängt worden war, verringerte sich die Zahl ihrer Mitglieder durch Ab- und Auswanderung so stark, dass die Synagoge zwangsweise verkauft werden musste.

„Die Gemeinde Lüneburg ... ist heute auf fünf Familien zusammengeschmolzen, von denen in allernächster Zeit noch zwei auswandern, so daß nicht nur auf absehbare Zeit kein Gottesdienst mehr möglich ist, sondern auch die mit dem Bau zusammenhängenden Lasten nicht mehr getragen werden können. Schweren Herzens hat man sich entschlossen, die erst 44 Jahre alte Synagoge ... zum Abbruch zu verkaufen“

Bericht im Israelitischen Familienblatt über den letzten Gottesdienst am 23. Oktober 1938[1]

Der Verkauf schloss erzwungenermaßen und ausdrücklich den Abriss des Gebäudes auf Kosten der jüdischen Gemeinde mit ein. Im Oktober 1938 war im Inneren der Synagoge bereits vor der Reichspogromnacht mit dem Abriss begonnen worden, die Gebäudehülle wurde in den folgenden Wochen niedergerissen.[3]

Bauwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bauwerk war als Backsteinbau mit einer Haupt- und zwei Nebenkuppeln ausgeführt. Über der an der Ostwand gelegenen Thoranische war eine symbolische Gebotstafel angebracht. An der Westwand befand sich der Eingang, über dem die Galerie als Sitzbereich für die Frauen verlief.[3] Insgesamt besaß die Synagoge 200 Plätze, obwohl die Gemeinde zu dieser Zeit nur aus rund 100 Mitgliedern bestand.[4]

Am 9. November 2018 wurde eine neu gestaltete Gedenkstätte am ehemaligen Standort eingeweiht.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinden
  2. Maximilian Köster und Rouven Seebo: Juden in Lüneburg – Eine historische Spurensuche, abgerufen am 24. Februar 2019
  3. a b Novemberpogrome - 1938 in Niedersachsen
  4. Lüneburger Gedenkkultur – Ein Beitrag zur Diskussion über die Gedenkanlage an der früheren Synagoge (PDF; 5,3 MB)
  5. Gedenkstätte erinnert an Synagoge in Lüneburg, Artikel auf ndr.de vom 9. November 2018, abgerufen am 24. Februar 2019.

Koordinaten: 53° 15′ 9,1″ N, 10° 24′ 53,3″ O