Syncrude tailings pond

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Syncrude tailings pond
Luftaufnahme aus dem Jahr 2006 mit Blick von Südwesten
Luftaufnahme aus dem Jahr 2006 mit Blick von Südwesten
Lage: Alberta, Kanada
Größere Orte in der Nähe: Fort McMurray
Syncrude tailings pond (Alberta)
Syncrude tailings pond
Koordinaten 57° 4′ 30″ N, 111° 38′ 40″ WKoordinaten: 57° 4′ 30″ N, 111° 38′ 40″ W
Daten zum Bauwerk
Bauzeit: in Bau bzw. in Betrieb
Bauwerksvolumen: 540 Mio. m³
Daten zum Stausee
Wasseroberfläche ca. 12 km²
Speicherraum ca. 1 Mrd. m³

Als Syncrude tailings pond wird ein etwa 12 Quadratkilometer großes Absetzbecken der Ölsand-Aufbereitungsanlage „Mildred Lake“ des kanadischen Erdölunternehmens Syncrude in der kanadischen Provinz Alberta bezeichnet. Es ist vor allem bekannt durch den Damm, der das Becken einfasst. Dieser „Syncrude tailings dam“ gilt mit einem Volumen von 540 Millionen Kubikmetern als „der größte Staudamm der Erde“, gemessen am Dammvolumen, nicht aber gemessen am Volumen des maximal anstaubaren Wassers.[1]

Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Syncrude tailings pond ist nur eines von mehreren großen Absetzbecken nördlich von Fort McMurray, nur eines von mehreren mit ähnlich großen Dammanlagen und auch nur eines von mehreren, die von Syncrude betrieben werden. Diese Becken nehmen das Abwasser und die darin enthaltenen, feinkörnigen mineralischen Bestandteile (Quarz- und andere Mineralkörner, Ton­partikel) auf, die bei der Extraktion des Bitumens aus dem Ölsand in den Aufbereitungsanlagen anfallen. Solcherart Rückstände werden im Bergbau allgemein Tailings genannt. Die Mineralkörner und -partikel setzen sich nach der Einleitung am Grund des Beckens ab. Ähnlich wie bei der Sedimentation in natürlichen Stillgewässern wird durch die Auflast jüngerer Sedimente das ältere, darunterlagernde Sediment kompaktiert und entwässert. Im Fall der Absetzbecken wird das kompaktierte, relativ wasserarme Sediment als mature fine tailings (MFT) bezeichnet.

Der „Syncrude tailings dam“ ist daher in seiner Funktion nicht mit einer Talsperre vergleichbar, sondern eher mit einem Deich. Trotzdem wird er in einschlägigen Listen der größten Talsperren auf Platz 1 geführt. Weil die Aufbereitungsanlage nach wie vor in Betrieb ist, nimmt die Mächtigkeit der Sedimentschicht am Grund des Beckens ständig zu. Deshalb muss der Damm bzw. Deich in regelmäßigen Abständen erhöht werden und nimmt noch an Volumen zu.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Earle J. Klohn: Tailings Dams in Canada. Geotechnical News. Bd. 15, Spezialausgabe, 1997, S. 117–123 (PDF 4,2 MB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bernd Schröder: Der kanadische Ölsand-Komplex. Teil 2 – Syncrude Sweet Blend: Umweltschäden und Energiesicherheit. In: Telepolis. 1. Mai 2008, abgerufen am 1. Juni 2015 (In diesem Beitrag werden die Tailings fälschlicherweise als „Abraum“ bezeichnet. Während es sich bei Abraum (engl.: overburden) jedoch um Material handelt, das eine Lagerstätte bedeckt und abgeräumt werden muss, um die Lagerstätte überhaupt abbauen zu können, bezeichnet Tailings die Rückstände der Aufbereitung des abgebauten Materials der Lagerstätte. Im „Syncrude tailings pond“ sollen sich aber nicht Abraum, sondern Tailings absetzen. Nichtsdestoweniger besteht die Möglichkeit, dass der Damm bzw. Deich, der das Becken umschließt, zu einem nicht geringen Teil aus Abraum besteht.).