T-84

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T-84 Oplot
Ukrainischer T-84 (2006)

Ukrainischer T-84 (2006)

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 3 (Kommandant, Richtschütze, Fahrer)
Länge 7,71 m
Breite 3,60 m
Höhe 2,22 m
Masse 48 t
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung Verbund- und Reaktivpanzerung
Hauptbewaffnung 125-mm-Glattrohrkanone KBA-3
Sekundärbewaffnung 1 × 7,62-mm-Maschinengewehr
1 × 12,7-mm-Luftabwehr-MG
Beweglichkeit
Antrieb flüssiggekühlter 6-Zylinder-2-Takt-Diesel-/Vielstoffmotor KMDB 6TD-2
1.200 PS PS (Err kW)
Federung Torsionsstab
Höchstgeschwindigkeit 65–70 km/h
Leistung/Gewicht 18,4 kW/t (25 PS/t)
Reichweite 450 km

Der Kampfpanzer T-84 ist eine ukrainische Weiterentwicklung des sowjetischen T-80. Der erste Prototyp wurde 1994 gefertigt. 1999 wurde das Fahrzeug bei den ukrainischen Streitkräften eingeführt. Der T-84 basiert auf dem T-80UD, der Dieselmotor-Version des T-80.

Entwicklungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der T-84 ist die neueste ukrainische Entwicklung der Reihen T-64 und T-80, entworfen durch KMDB in Charkiw (während der russische T-90 eine weiterentwickelte Version des T-72BM mit den Eigenschaften eines T-80 ist). Eine Hauptentwurfsrichtlinie war, die ukrainische Rüstungsindustrie unabhängiger von Russland zu machen.
Eine besondere Eigenschaft des T-84 ist das hervorragende Leistung-Gewichts-Verhältnis. Der T-84 wurde für Einsätze in heißem Klima mit einer Klimaanlage ausgerüstet; der Betriebstemperaturbereich wird mit −40 °C bis 55 °C angegeben.

Modelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • T-84 (Objekt 478DU2): Ukrainische Modifikation des T-80UD. Neuer geschweißter Turm, Schtora-1-Abwehrkomplex, 6TD-2-Dieselmotor mit 1.200 PS (883 kW), Hilfsaggregat.
  • T-84U (Objekt 478BE): Ukrainische Kampfwertsteigerung des T-84. Neue gepanzerte Seitenschürzen, Kontakt-5-Reaktivpanzerung am Turm, Hilfsaggregat, Wärmebildgerät, Satellitennavigation, Laserentfernungsmesser für den Kommandanten und andere Verbesserungen.
  • T-84 Oplot: T-84U mit geschweißtem Turm mit neuer Laminat-Verbundpanzerung und neuer 125-mm-KBA1-Kanone. Der Oplot verfügt über separate Mannschafts- und Munitionsluken mit Ausblasverkleidungen für die Munitionsfächer und einen neuen Ladeautomaten. 2014 befanden sich 10 Stück im Bestand der ukrainischen Armee.[1]
  • T-84-120 Yatagan: Prototyp des Oplot zur Erprobung durch die türkische Armee (Prototypkennzeichnung KERN2-120). Viele technische Lösungen wurden vom T-72-120 übernommen.[2] Er besitzt eine 120-mm/L50-KBM2-Glattrohrkanone, die 120-mm-NATO-Munition und eine spezielle 120-mm-Version der AT-11 Sniper Panzerabwehr-Lenkrakete abfeuern kann.[3] Die Kanone entspricht der GIAT F1 des Leclerc. Wegen der Umstellung auf patronierte NATO-Munition wurde ein neuer Ladeautomat mit Bandmagazin konstruiert, der im verlängerten Turmheck Platz fand und 22 Granaten aufnehmen kann.[4] Weitere 18 Granatpatronen sind im Kampfraum untergebracht. Weitere Merkmale sind eine neue Klimaanlage, ein automatisches Getriebe, Lenkung mit Lenkschwert anstelle von Lenkhebeln, ein Mündungsgeschwindigkeits-Messgerät sowie andere Feuerleit- und Kommunikationssysteme. Der Panzer nahm 2000 an Vergleichstests teil, die Türkei entschied sich jedoch gegen die Beschaffung und kaufte stattdessen 354 gebrauchte Leopard 2A4 aus Deutschland.[2]
  • BM Oplot (T-84 Oplot-M): Vorgestellt 2008. Neukonstruierter Turm mit Nosch-2-Reaktivpanzerung, kann mit dem abstandsaktiven Schutzsystem Zaslon ausgerüstet werden.
  • BTMP-84: auf dem T-84 Oplot basierender Schützenpanzerprototyp: verlängerte Wanne, zusätzliches Laufrollenpaar, um Platz für den im Heck befindlichen Kampfraum für fünf Infanteristen zu gewinnen.[5]

Nutzer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ThailandThailand Thailand – Im März 2011 bestellte Thailand 49 T-84 Oplot. Im November 2017 waren 31 davon ausgeliefert.[6] Die Option über weitere 151 Panzer wurde im Januar 2017 durch Thailand gekündigt.[7]
  • UkraineUkraine Ukraine – Anfang 2014 hatte die Ukraine 10 T-84 Oplot im Bestand.[1][7][8]

Interessenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rolf Hilmes: Kampfpanzer: Technologie heute und morgen. Report Verlag
  • Steven Zaloga, David Markov: Russia's T-80U Main Battle Tank. Concord, Hong Kong 2000, ISBN 962-361-656-2.
  • Andrew Hull, David Markov, Steven Zaloga: Soviet/Russian Armor and Artillery Design Practices. 1945 to Present. Darlington Productions, Darlington.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stephan Löwenstein: Ausgemusterte Panzer in die Konfliktzone. In: FAZ. 4. Oktober 2014, abgerufen am 5. Oktober 2014.
  2. a b Yatagan. Prototype main battle tank. Military-Today.com, abgerufen am 10. Oktober 2014 (englisch).
  3. Specifications of the gun. (Nicht mehr online verfügbar.) Kharkiv Morozov Machine Building, ehemals im Original; abgerufen am 10. Oktober 2014 (englisch).@1@2Vorlage:Toter Link/www.morozov.com.ua (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  4. Stefan Kotsch: T-72-120. Ladeautomat des T-72-120. In: Das Panzerdetail. Abgerufen am 10. Oktober 2014.
  5. BTMP-84 Specifications. (Nicht mehr online verfügbar.) Kharkiv Morozov Machine Building, ehemals im Original; abgerufen am 10. Oktober 2014 (englisch).@1@2Vorlage:Toter Link/www.morozov.com.ua (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  6. Bangkok Post: Five Ukraine tanks on way to Thailand. economics.unian.info, 12. November 2017, abgerufen am 24. April 2018 (englisch).
  7. a b c T-84 Oplot MBT. www.globalsecurity.org, abgerufen am 24. April 2018 (englisch).
  8. a b T-84 Main Battle Tank. www.military-today.com, abgerufen am 24. April 2018 (englisch).
  9. Pakistan Is Looking For A New Main Battle Tank. 21stcenturyasianarmsrace.com, 28. Januar 2018, abgerufen am 24. April 2018 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: T-84 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien