Tatbir

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Tatbir (arabisch تطبير, DMG Taṭbīr; auch Haidar, im indischen Raum als Talwar Zani und Qama Zani bekannt) ist ein schiitischer Trauerritus für den jüngeren Enkel Mohammeds, Husain ibn ʿAlī, der zusammen mit seinen Kindern, Gefährten und nahen Verwandten in der Schlacht von Kerbela durch den sunnitischen Herrscher Yazid I. den Märtyrertod erlitt.

Tatbir wird überwiegend am 10. Muharram begangen, dem Tag des Aschura-Festes. Traditionellerweise verletzen sich weiß gekleidete Gläubige mit Schwertern am Kopf, Rücken und Brust um Blut fließen zu lassen.

Religionsrechtliches Urteil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Thema „Trauerritus“ oder „Trauerrituale“ im Islam wird in der islamischen Welt, vor allem wegen der Schia höchst kritisch diskutiert. Dabei versuchen die Gelehrten zu unterscheiden, welche Praktiken zu der Sunna des Propheten Mohammed gehören und welche erst durch kulturelle Einflüsse später hinzugefügt wurden. Zu Hilfe werden die Quellen des Islams herbeigezogen, um ein Urteil zu fällen. Die Bewertung als Ghuluw - Exzess bzw. gar als Bidʿa - häretische Neuerung ist unter den islamischen Religionsgelehrten umstritten.

Quellen und Links[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]