Tesla Roadster (2008)

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Tesla
Tesla Roadster -- 02-11-2011.jpg
Tesla Roadster (Darkstar)
Produktionszeitraum: 2008–2012[1]
Klasse: Sportwagen
Karosserieversionen: Roadster
Motoren: Elektromotor:
215–225 kW[2]
Länge: 3946 mm
Breite: 1873 mm
Höhe: 1127 mm
Radstand: 2352 mm
Leergewicht: etwa 1220 kg

Der Tesla Roadster ist ein vollständig elektrisch betriebener zweisitziger Sportwagen. Er ist das erste Serienfahrzeug von Tesla.

Am 24. Juli 2006 stellte Tesla den Roadster in einer geschlossenen Veranstaltung auf dem kalifornischen Flughafen Santa Monica vor. Die Kleinserienproduktion begann nach mehreren Verzögerungen am 17. März 2008 und die reguläre Produktion endete im Jahr 2012. Im Produktionszeitraum wurden ca. 2450 Roadster produziert und weltweit verkauft.[3][4] Größter Absatzmarkt mit ca. 1800 Fahrzeugen waren die USA.[5]

Im November 2017 stellte Tesla die zweite Generation des Tesla Roadster vor, die 2020 erscheinen soll.[6]Vorlage:Zukunft/In 3 Jahren

Antrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der zweisitzige Sportwagen wird von einem 215 kW (292 PS) starken Elektromotor im Heck angetrieben. Das maximale Drehmoment von 370 Nm (400 Nm bei Sport-Variante)[7] liegt bei Drehzahlen von 0–5400/min an. Das ursprünglich geplante Zweiganggetriebe wurde verworfen, da die Prototypen den Anforderungen an die Langlebigkeit des Fahrzeugs nicht genügten. Stattdessen hat die endgültige Serienform ein Getriebe mit nur einem Gang. Alle bis zum Zeitpunkt der Umstellung gefertigten Tesla Roadster erhielten zunächst das zweistufige Vorseriengetriebe, das allerdings im zweiten Gang arretiert ist, um die einwirkende mechanische Belastung zu beschränken. Diese Lösung wurde im Rahmen der Herstellergarantie bei allen so ausgelieferten Fahrzeugen später gegen das Einganggetriebe ersetzt.

Mit dem endgültigen Getriebe erreicht das Fahrzeug in etwa 3,7 Sekunden 100 km/h, die früher ausgelieferten Modelle brauchen dafür noch 5,7 Sekunden. Um das Getriebe zu schonen und die Akkubelastung zu begrenzen, wird der Roadster zugunsten der Reichweite bei 201 km/h (125 mph) elektronisch abgeregelt.

Fahrwerk und Karosserie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heckansicht des Roadsters

Der Roadster wurde zusammen mit AC Propulsion und Lotus entwickelt. Unverkennbar trägt die Karosserie die Design-Handschrift des britischen Sportwagenherstellers Lotus, dessen Werk in Hethel auch die Serienfertigung übernahm. Orientierungspunkt war der Lotus Elise, von dem viele Bauteile übernommen wurden. Beide Fahrzeuge haben den gleichen Aluminiumrahmen, den der dänische Zulieferer Hydro Aluminium für Lotus entwickelte. Der Rahmen wiegt lediglich 65 kg und ist nicht geschweißt, sondern verklebt und vernietet. Dieser Rahmen wurde auch beim Opel Speedster verwendet. Alle Räder sind ||Einzelradaufhängung|einzeln]] an Doppelquerlenkern aufgehängt. Die Karosserie ist aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff gefertigt.

Der fertig montierte Wagen wiegt etwa 1240 kg, ist 3,94 m lang und 1,87 m breit.

Das Stoffverdeck kann durch ein Hardtop ersetzt werden, das gegen Aufpreis erhältlich ist.

Energiespeicher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Akku-Raum des Roadsters
Tesla Roadster

Der Energiespeicher besteht aus 6.831 Zellen handelsüblicher Lithium-Ionen-Akkus der Größe 18650, die auch für Laptops verwendet wird. Die Batterie speichert 56 kWh[8] (ca. 20 % Ladungsverlust, daher werden etwa 70 kWh für eine Aufladung benötigt),[9] und hat eine NennSpannung von 400 Volt. Die gesamte Batterie setzt sich zusammen aus elf in Serie geschalteten Platten, die jeweils neun ebenfalls in Serie geschaltete Blocks enthalten; in jedem Block sind jeweils 69 Zellen parallel miteinander verbunden (11S 9S 69P). Jede Akkuzelle ist 65 mm lang und hat einen Durchmesser von 18 mm. Das gesamte Paket aus 6831 Zellen wiegt etwa 408 kg. Jede Zelle hat zwei Sicherungen, eine an der Anode sowie eine an der Kathode. Der gesamte Batterieblock wird durch eine Mischung aus Wasser und Glykol gekühlt.

Der Hersteller verspricht eine Reichweite von 350 km nach dem europäischen „Electric Vehicle Combined Cycle“. In der Praxis beobachtete Reichweiten lagen zwischen 200 km „bei strammer Fahrt“[10] und 501 km.[11][12] Durch ein Upgrade zum Roadster 3.0 erhält das Elektroauto eine Reichweite von bis zu 643 Kilometern.[13]

Die hohe Reichweite trotz nur 56 Kilowattstunden Energiegehalt – was dem Heizwert von gut 6 Litern Benzin entspricht – ist möglich, weil Elektromotoren einen höheren Wirkungsgrad haben als Verbrennungsmotoren, welche die chemisch gebundene Energie des Treibstoffes zum größten Teil (ca. 75 %) als Wärme abgeben, statt sie in Bewegung umzusetzen (25 % Wirkungsgrad bei Verbrennungsmotoren,[14] >94 % bei Elektromotoren). Außerdem wirkt der Elektromotor beim Bremsen als Generator und kann so einen Teil der aufgewendeten Beschleunigungsenergie zurückgewinnen. Dies spart besonders bei Stadtfahrten Energie.

Das Ladegerät des Roadsters kann nur einphasig laden. Die Ladedauer beträgt an einem Tesla High Power Wall Connector (HPC) mit 70 A vier Stunden, an einer in Deutschland gebräuchlichen dreiphasigen CEE-Steckdose mit 32 Ampere etwa acht Stunden, wobei hierbei auch nur eine Phase genutzt wird. Steht lediglich eine 230-V-16-A-Schukosteckdose zur Verfügung, die nur mit 10 A dauerbelastet werden darf, benötigt ein vollständiger Ladezyklus etwa 24 Stunden.[15]

Am 26. Dezember 2014 gab Tesla bekannt, dass es ein Upgradekit für den Roadster geben wird. Der Autohersteller nennt den modifizierten Stromer dann Roadster 3.0; ein Teil der Optimierung besteht darin, dass die Batterie 70 kWh groß sein wird.[13]

Lebensdauer und Zyklenfestigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plug in America hat unter Fahrern des Tesla Roadster eine Umfrage bezüglich der Lebensdauer der verwendeten Akkus durchgeführt. Dabei ergab sich, dass die Akkus nach 100.000 Meilen (ca. 160.000 km) noch eine Kapazität von 80 bis 85 Prozent hatten. Dies war unabhängig davon, in welcher Klimazone das Fahrzeug bewegt wurde.[16][17]

Energieumsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angekoppelter Ladestecker

Der Energiebedarf beträgt im Durchschnitt 12,7 kWh/100 km,[18] bezogen auf den Energiegehalt von Motorenbenzin entspricht dies 1,49 Liter auf 100 km. Das Fahrzeug selbst ist abgasfrei, CO2 und andere Schadstoffe können jedoch bei der Elektrizitätserzeugung freigesetzt werden, abhängig von der Art der Stromgewinnung. Bei der Erzeugung des derzeitigen Strommixes in Deutschland würden mit einem Primärenergiefaktor von 2,6 (Stand 2009)[19] etwa 33 kWh Primärenergie benötigt, was etwa 3,3 Litern Heizöl (HEL) oder Diesel entspricht.

Die Internetseite des Herstellers gibt eine Energieeffizienz einschließlich Energiebereitstellung und -erzeugung (Well-to-Wheel = Quelle bis Rad) von 1,14 km/MJ (entsprechend 24,4 kWh/100 km) an. Dies entspricht Fahrzeugen mit einem Verbrauch von etwa 2,2 Litern Benzin oder Diesel oder 1,5 kg Erdgas (H-Gas) pro 100 km Strecke. Dabei wird die Elektroenergiebereitstellung und -erzeugung aus Erdgas mit einem Wirkungsgrad (Well-To-Station = Quelle bis Tankstelle) von 52,5 % angenommen, der Well-to-Station-Wirkungsgrad bei Diesel mit 90,1 %, Benzin mit 81,7 % und Erdgas mit 86 %.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vielfach skeptisch, gerade auch von Vertretern großer Automobilhersteller, wurde die versprochene Haltbarkeit des Batterieblocks gesehen, weil Lithium-Ionen-Akkus nach deren Auffassung keine ausreichende Lebensdauer für die Verwendung in einem Kraftfahrzeug aufwiesen. Tesla vertritt aber die Auffassung, dass es extreme Temperaturen seien, die Akkus rasch altern ließen, nämlich Kälte bei Handys und Hitze bei Laptops. Deshalb werde der Akkublock des Tesla Roadster permanent von temperierter Flüssigkeit umspült, die für optimale Temperaturen von 18 bis 25 °C sorgen soll. Im Mai 2011 erreichte ein Fahrer mit seinem Tesla Roadster 100.000 km und ein Jahr später sogar ein weiterer 200.000 km Fahrleistung, was als Indiz für eine ausreichende Akku-Haltbarkeit angesehen wird.[20][21]

Siehe dazu Lebensdauer und Zyklenfestigkeit.

Kosten und Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Innenraum des Wagens
Das Cockpit des Roadsters

Der Preis für die Basisausstattung des Wagens betrug 109.000 US-Dollar. Ein vollständiges Laden des Akkublocks (für ca. 350 km Reichweite) kostete nach US-amerikanischen Preisen 2008 etwa zwei bis drei US-Dollar.[22]

Am Anfang sollten im Lotus-Werk Hethel in Großbritannien 2000 Exemplare pro Jahr gefertigt werden. Der Produktionsstart erfolgte am 17. März 2008. Interessenten konnten sich auf Teslas Webseite gegen eine Anzahlung von 60.000 US-Dollar (50.000 Euro in Europa) auf eine Warteliste setzen lassen.

Nachdem der Roadster zuerst nur in Nordamerika angeboten worden war, war er seit Mai 2009 auch in Europa erhältlich. Dafür wurde zuerst ein auf 250 Einheiten limitiertes Sondermodell Signature Edition zum Preis von mindestens 117.810 Euro geschaffen. Das europäische Modell sollte einen stärkeren Motor, ein verändertes Getriebe, spezielle Dämpfer und Sonderräder haben.[23] Das zuletzt produzierte Modell 2.5 weist gegenüber den ersten Modellen kleinere Anpassungen auf.[24]

Ende des Jahres 2012 wurde die Produktion des Roadsters eingestellt und die Produktion des Tesla Model S gestartet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Wüst: Sause mit Starkstrom. In: Der Spiegel. Nr. 21, 2007, S. 136–138 (online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tesla Roadster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Roadster to be discontinued
  2. Auto, Motor und Sport, Ausgabe 18/2008, S. 64: Volta Renn. Fahrbericht Tesla Roadster
  3. SEC Form 10-K for Fiscal Year Ended Dec 31, 2012, Commission File Number: 001-34756, Tesla Motors, Inc.. SEC. 6. Februar 2016. Abgerufen am 25. Februar 2014: „As of December 31, 2012, we had delivered approximately 2,450 Tesla Roadsters to customers in over 30 countries.“
  4. Todd Woody: Tesla Hits Accelerator Despite Q2 Revenue Miss. In: Forbes, 25. Juli 2012.  More than 2,350 units sold through June 2012.
  5. Jeff Cobb: Top 6 Plug-In Vehicle Adopting Countries. HybridCars.com. 16. Januar 2014. Abgerufen am 29. August 2016. Around 1,800 Tesla Roadsters and 1,600 Fisker Karmas had been sold in the U.S. by the end of 2013.
  6. FOCUS Online: Tesla Roadster 2020: Beschleunigung, Reichweite, Preis - Video. In: FOCUS Online. (focus.de [abgerufen am 22. November 2017]).
  7. Roadster: Technische Daten – Leistungsmerkmale Herstellerseite, abgerufen am 17. September 2011
  8. Tesla Motors, Roadster: Innovationen
  9. VDI nachrichten: Sportliches Kraftpaket mit Stromanschluss. 15. August 2008
  10. auto motor und sport.de: Tesla Roadster Sport im Test: Sportwagen mit Elektromotor. Bericht vom 18. Mai 2010
  11. SZ vom 4. November 2009: Tesla schafft 500. Abgerufen am 26. Januar 2012
  12. Tesla Motors: Tesla Roadster Travels 313 Miles on a Single Charge. 27. Oktober 2009
  13. a b Mein-Elektroauto.com: Das Elektroauto Tesla Roadster wird noch besser. Abgerufen am 28. Dezember 2014
  14. Gloor R., Verbrennungsmotoren auf www.energie.ch
  15. teslamotors.com: Der High Power Wall Connector ist der schnellste Weg zum Laden des Roadster. Abgerufen am 10. Juli 2015
  16. greenmotorsblog.de: Tesla Roadster – Batterie langlebiger als erwartet. Abgerufen am 31. März 2014
  17. pluginamerica.org: Plug In America Research Shows That Tesla Roadster Battery Performance Bests Tesla Motors’ Own Projections. Abgerufen am 31. März 2014
  18. www.teslamotors.com – well-to-wheel (Memento vom 11. Oktober 2007 im Internet Archive), abgerufen am 10. September 2010
  19. EnEV 2009 Anlage 1 Abschnitt 2.1.1, 18. März 2009: Verordnung zur Änderung der Energieeinsparverordnung. Aufgerufen 28. Juli 2013
  20. Tesla Besitzer legt über 100.000 Kilometer mit seinem Roadster zurück. In: Spiegel Online, 8. Mai 2012, abgerufen am 29. Oktober 2013
  21. Tom Grünweg: 200.000 Kilometer im Tesla Roadster: Champion der Stromer. In: PR Newswire, abgerufen am 29. Oktober 2013.
  22. Die Zeit: Der Herausforderer. 22. März 2007
  23. Spiegel Online: Stromschlag für Europa. 30. Juli 2008
  24. Tesla Roadster Sport 2.5: Der kleine Stromer. In: Die Zeit, 25. August 2011
Zeitleiste der Modelle von Tesla seit 2008
Typ 2000er 2010er
7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7
Roadster Roadster
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