test.de

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test.de
Test.de.svg
test.de
Beschreibung Verbraucherinformation, Verbraucherschutz, Waren- und Produkttests
Registrierung Mein test.de
Sprachen deutsch
Eigentümer Stiftung Warentest
Urheber Stiftung Warentest
Erschienen 1997
Jahreseinnahmen 3,944 Millionen €
Mitglieder 96393

Das Portal test.de ist der Internetauftritt der deutschen Stiftung Warentest. Unter test.de sind alle seit dem Jahr 2000 in den Zeitschriften test und Finanztest erschienenen Tests und Artikel abrufbar. Sämtliche Inhalte sind interaktiv aufbereitet: Die Benutzer können Daten ein- und ausblenden und sortieren. Dazu gibt es tagesaktuelle Nachrichten, umfangreiche Test-Datenbanken („Produktfinder“), Themenschwerpunkte, Schnelltests von Discounterwaren sowie Audio- und Videodateien.

test.de ist wie alle Publikationen der Stiftung Warentest werbefrei. Das Portal gilt im deutschsprachigen Web als Pionier von Paid Content-Inhalten.[1] Kostenpflichtige Inhalte generierten 2016 einen Umsatz von knapp 4 Millionen Euro. Das Portal verzeichnete 2016 insgesamt 72,8 Millionen Besucher.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1997: Vertriebsweg für Printprodukte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung Warentest hat seit dem 1. November 1997 einen Internet-Auftritt. Zunächst war die Seite über www.warentest.de erreichbar und nannte sich Stiftung Warentest Online. Anfänglich wurde die Internetseite vor allem als Online-Shop für die gedruckten Zeitschriften und Bücher der Stiftung genutzt.[2]

Seit 2000: Paid Content[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2000 führte Stiftung Warentest Online die zwei Micropayment-Systeme net-900 und infin ein, im November 2000 Firstgate. Das Portal wurde damit zum Vorreiter kostenpflichtiger Inhalte im Internet.[3] Zunächst konnten Nutzer Infodokumente als PDF herunterladen, die die Stiftung Warentest zuvor ausschließlich im Faxabruf unter 0190er-Nummern angeboten hatte. Im Juni 2001 gingen dann sämtliche Inhalte aus den Zeitschriften test und Finanztest 1:1 online – rückwirkend bis Januar 2000.[4] Seit diesem Komplett-Relaunch ist es für Nutzer möglich, die Testtabellen der Stiftung Warentest online interaktiv zu bedienen. Sie können zum Beispiel selbst wählen, wie stark die einzelnen Prüfpunkte in das Qualitätsurteil eingehen sollen und erhalten so individuelle Rankings. Auch die Domain änderte sich 2001: aus www.warentest.de wurde www.stiftung-warentest.de.

Im September 2002 erschienen die ersten so genannten Schnelltests auf Stiftung Warentest Online. Dazu wird Discounterware von Aldi, Lidl, Plus und Co morgens eingekauft, im Prüfinstitut getestet und die Testergebnisse oft noch am gleichen Abend auf test.de veröffentlicht. Erstmals erschienen damit Tests auf der Internetseite, bevor sie in den Print-Publikationen test oder Finanztest zu lesen waren. Im November 2004 wurden das Content-Management-System, die Datenbanken und die Webserverarchitektur umgestellt. Außerdem wurden Spartickets eingeführt, eine Art rabattiertes Prepaid-Guthaben sowie Jahrestickets, die Vorläufer der späteren Flatrates.[4]

2007/2008: Redesign und eigene Marke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12. September 2007 startete eine komplett neu gestaltete Seite. Der Name lautete fortan test.de. Die Website wirkte nun aufgeräumter, das Schriftbild ausgewogener und insgesamt lesefreundlicher.[5] Das Layout wurde dann am 24. April 2008 im Sinne des zu diesem Zeitpunkt neu eingeführten Corporate Designs der Stiftung Warentest noch einmal verändert: Seit diesem Tag hat test.de sein eigenes oranges Logo und wurde damit zur gleichberechtigten Produktmarke neben test und Finanztest.[6]

Mit dem neuen Layout wurden auch neue Angebote eingeführt: die so genannten Produktfinder.[7] Dabei handelt es sich um Datenbanken von Produkten, die nicht auf Artikeln in den Zeitschriften test und Finanztest basieren. Der Nutzer findet in diesen Produktfinder-Datenbanken beispielsweise Testergebnisse zu Hunderten von Aktienfonds, Digitalkameras oder Fernsehern. Er kann die getesteten Geräte nach seinen Wünschen sortieren und filtern und findet so das für ihn passende Produkt.

Gegenwart und Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2012 nahm test.de erneut einen Relaunch vor. Dominierend auf der Homepage ist nun ein Katalog mit Direktlinks zu den wichtigsten Themen. Über 300 Themenseiten bündeln alle Inhalte zu einem Themenkreis, die Navigation wurde vereinfacht und die Suche optimiert.[8]

Die Plattform test.de soll in Zukunft zudem eine immer größere Rolle spielen. Der Vorstand der Stiftung Warentest, Hubertus Primus, sagte im Interview mit dem Deutschlandfunk: „Wir sind im digitalen Zeitalter, wir müssen viel stärker unsere Ergebnisse noch über das Internet an den Mann bringen, wir müssen uns den Verbrauchergewohnheiten anpassen, sowohl was die Verbreitung unserer Information angeht, als auch natürlich in dem, was wir testen.“[9]

Social Media[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2009 hat die Stiftung Warentest einen eigenen YouTube-Kanal[10], eine Twitter-Seite[11], seit 2010 eine Facebook-Seite[12], seit 2011 eine Seite bei Google+[13] und seit 2012 eine Pinterest-Seite[14].

Nutzer können Artikel seit Oktober 2010 auf test.de als „hilfreich“ markieren und jeden Artikel kommentieren.

Premium-Inhalte und Umsatzentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Tests sind im kostenpflichtigen Bereich in einer interaktiv aufbereiteten Form verfügbar, Nutzer können dort einen „individuellen Testsieger“ ermitteln. Der Abruf dieser Detailergebnisse kostet in der Regel zwischen 50 Cent und 2,50 Euro, umfangreiche Produktdatenbanken, die so genannten Produktfinder, kosten maximal 5 Euro.

Umsatzentwicklung:[15]

  2016 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 2002 2001 2000
Umsatz pro Jahr in Tausend 3.944 3.620 3.643 3.363 2.676 2.191 2.031 1.753 1.545 1.600 1.687 1.477 1.172 965 547 175 24

Bezahlverfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung Warentest gehörte bei den meisten von ihr eingesetzten Micropayment-Systemen jeweils zu den Pilotkunden. In den Anfangsjahren bei Firstgate, seit Februar 2010 auch beim Bezahlen per Handy. Dazu ist keine Registrierung nötig, lediglich die Handynummer muss bei der Bestellung auf test.de eingegeben werden. Dann erhält der Nutzer eine SMS mit einer Transaktionsnummer (TAN) zugeschickt, die er dann online eingeben muss. Abgerechnet wird über die Handyrechnung.[16] Außerdem können Online-Inhalte aktuell per PayPal und Kreditkarte bezahlt werden, Printpublikationen auch per Rechnung und Lastschrift.

Flatrate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alternative zum Bezahlen einzelner Artikel ist die Flatrate, die im Juni 2009 eingeführt wurde. Es gibt eine Jahres- und eine Monatsflatrate für den vollen Zugriff auf alle Inhalte. Die Jahresflat kostet 50 Euro, Abonnenten von test oder Finanztest zahlen 25 Euro. Die Monatsflat kostet 7 Euro im Monat, Abonnenten von test oder Finanztest zahlen 3,50 Euro. Auch damit bekommt der Nutzer Zugriff auf alle Tests, Infodokumente und Produktfinder. Wer beide Zeitschriften abonniert hat, bekommt sowohl die Jahres- als auch die Monats-Flatrate kostenlos. Nutzer können die Flatrate per Bankeinzug, Kreditkarte oder Paypal bezahlen. Ende 2016 hatten insgesamt 96.393 Nutzer (Vorjahr: 89.084) eine Flatrate geordert, davon waren 42.872 (37.314) kostenpflichtig.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chefredakteur von test.de ist Andreas Gebauer, Chef vom Dienst Lutz Wilde. Die eigentliche redaktionelle Arbeit wird in der Stiftung Warentest seit Mitte 2011 von sechs Thementeams aus Wissenschaftlern und Journalisten geleistet. Die Teams liefern Inhalte sowohl für die Zeitschriften test und Finanztest als auch für die Webseite test.de.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. onlinejournalismus.de vom 15. Februar 2010 und Fallstudie Stiftung Warentest: Pionier der Paywall, in: Internet World Business, Nr. 23/2012, Seite 32
  2. Interview mit test.de-Chefredakteur Andreas Gebauer vom 22. Mai 2000
  3. Bezahl-Inhalte: Die Online-Men bitten zur Kasse onlinejournalismus.de, 15. Juli 2002
  4. a b Die Online-Strategie der Stiftung Warentest (PDF-Datei; 128 kB) Präsentation von test.de-Chefredakteur Andreas Gebauer, 26. April 2005
  5. Relaunch Stiftung Warentest designtagebuch.de, 16. September 2007
  6. Stiftung Warentest Jahresbericht 2008, S. 73
  7. Stiftung Warentest Jahresbericht 2008, S. 75–77
  8. test.de: Leichter navigieren, schneller finden test.de, 3. April 2012.
  9. Interview mit Stiftungsvorstand Hubertus Primus Deutschlandfunk, 2. Januar 2012
  10. YouTube-Kanal
  11. Twitter-Seite
  12. Fanseite auf Facebook
  13. Seite bei Google+
  14. Pinterest-Seite
  15. Informationen der Stiftung Warentest zu test.de
  16. test.de-Artikel per Handy bezahlen onlinejournalismus.de, 15. Februar 2010