RambaZamba Theater

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Spielort (2015)

Das RambaZamba Theater in der Berliner Kulturbrauerei ist ein inklusives Theater, in dem Schauspieler mit und ohne Behinderung professionell Theater spielen.

Geschichte und Theaterpraxis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

RambaZamba wurde 1990 als Teil des Vereins Sonnenuhr e. V. von Gisela Höhne und Klaus Erforth, selbst Eltern eines Sohnes mit Down-Syndrom, gegründet. Erforth war bis 1990 Regisseur am Deutschen Theater Berlin, Gisela Höhne war Schauspielerin und Theaterwissenschaftlerin.[1] Ihr Sohn Moritz war das erste Mitglied der Theatertruppe, die Höhne 1991 gründete. Er gehört nach wie vor zu den tragenden Schauspielern des Ensembles und ist unter der Leitung von Stefan Dohanetz zu einem eindrucksvollen Schlagzeuger geworden. Die Schauspieler sind Menschen mit und ohne Handicap, oft bekannte Berliner Theaterpersönlichkeiten. Finanziell gefördert wird das Theater von der Senatskanzlei für kulturelle Angelegenheiten, Senatsverwaltungen für Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie für Integration, Arbeit und Soziales, Stiftungen sowie privaten und öffentlichen Sponsoren.[2]

Der erste Stück des Theaters war Prinz Weichherz in der Regie von Höhne nach einem Gedicht des Dichters Georg Paulmichl. Die ausverkaufte Premiere wurde 1991 im |Deutschen Theater Berlin gegeben. Das Theater RambaZamba bestand anfangs zwei Ensembles, die von Höhne und Erforth geleitet wurden, sowie dem Kinderzirkus Sonnenstich. Seit 2007 haben 30 Schauspieler einen Arbeitsplatz, der es ihnen ermöglicht, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Die Arbeitsplätze werden von VIA-Werkstätten, einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung, verwaltet. Die Verantwortung für die gesamte künstlerische Arbeit hatte nach 20 gemeinsamen Jahren ab Januar 2010 Gisela Höhne. Mitte 2017 übernahm Jacob Höhne, der Sohn von Höhne/Erforth, die Leitung des Theaters.

Das Handicap der Schauspieler wird in den Inszenierungen oft kreativ eingebunden, aber nicht als Defekt, sondern als Stärke: „In jedem Stück, das ich mache, soll jeder mindestens einmal aufleuchten.“ Die Stoffe kommen aus der Literatur, der Mythologie und Themen der Gegenwart und werden in den Proben zu eigenen Stücken verarbeitet. Die Schauspieler sind zum Beispiel: Nele Winkler, die Tochter der Schauspielerin Angela Winkler, Zora Schemm und Juliana Götze, welche bereits in verschiedenen Fernsehserien zu sehen war (Ensemble Höhne) oder Jonas Sippel und Sebastian Urbanski.[3] Das Theater RambaZamba, insbesondere das Ensemble Gisela Höhne gab Gastspiele in ganz Deutschland und im europäischen Ausland, unter anderen in Portugal, Italien, Frankreich, der Niederlande, Dänemark, Norwegen, Österreich und der Schweiz.[4]

Im Jahr 2004 erschien der Dokumentarfilm Liebe dich … von Sylvie Banuls und Sabina Engel, welcher vom Alltag und der Theaterarbeit der Schauspieler und Mitglieder des Ensemble Höhne berichtet.[5][6]

Anlässlich des 20. Jahrestages von Sonnenuhr/Theater RambaZamba 2010 erarbeitete das Ensemble Höhne das Open Air Spektakel Der Frieden – Ein Fest (nach Aristophanes), das gemeinsam mit der polnischen Straßentheatergruppe Teatr Ósmego Dnia und der israelischen integrativen Gruppe Kenafayim aus Tel Aviv auf dem Hof der Kulturbrauerei vor 3000 Zuschauern zur Aufführung kam.

Inszenierungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Gemeinsame Inszenierungen:

  • 1995 Die Liebe geht durch den Magen – eine musikalische Revue. Musik: Jens Hasselmann

Inszenierungen von Gisela Höhne:

  • 1991 Prinz Weichherz
  • 1993 Ein Winternachtstraum
  • 1995 Kkaffee Leben und Tod
  • 1997 Medea – Der tödliche Wettbewerb
  • 1999 Weiberrevue
  • 2001 Orpheus ohne Echo (Oper)
  • 2003 Von Puppen und Perfekten und Begegnungen in Mongopolis (Performances im Stadtbad Oderberger Straße in Berlin)
  • 2003 Mongopolis Fisch oder Ente
  • 2004 Alice auf Kaninchenjagd
  • 2006 Ein Herz ist kein Fußball
  • 2007 Alice in den Fluchten
  • 2009 Winterreise Und sind wir selber Götter
  • 2010 Der Frieden – Ein Fest (Koproduktion mit Teatr Osmego Dnia und Kenafayim)
  • 2011 Lost Love Lost oder Lasst mich den Löwen auch noch spielen!
  • 2012 Jahreszeiten (in Co-Regie mit Tomi Paasonen)
  • 2013 Am liebsten zu dritt
  • 2013 Ein Hochhaus, ein Flughafen, ein fauler Sack

Inszenierungen von Klaus Erforth :

  • 1994 Verwandlung
  • 1997 Woyzeck(en)
  • 1998 Das Cabinet des Dr. Caligari" Stummfilmmusik und Performance.
  • 2000 Endspiel
  • 2000 Macunaima
  • 2001 Die Schöne und das Monster
  • 2004 Salto! (K)Ein Schiff wird kommen…
  • 2004 Multikultitango
  • 2005 Nosferatu – Die leeren Häuser
  • 2007 Hommage auf Tadeusz Kantor – Tote Klasse
  • 2008 Ich freue mich… Groteske zum Krieg
  • 2009 Müller und Müller – Legenden vom Ich
  • 2010 Narrenschiff – ein szenisches Konzert mit Max Raabe

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zitate zum Theater RambaZamba[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Das einzige Theater, das ohne Sinnkrise auskommt.“ (Frank Castorf)[8]
  • „In einer Welt, in der die alltägliche Geschwindigkeit bestimmt wird durch Computer, Wahrnehmung sich vor allem über elektronische Medien realisiert, setzt die Arbeit von SONNENUHR auf archaische Äußerungen von Individuen. Dass sie anders sind, ist ihre Qualität im Zeitalter der Nivellierungen.“ (Heiner Müller)[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sibylle Bergemann und das Theater RambaZamba. Fotografien. hrsg. von Frieda von Wild und Jonas Ludwig Walter, Theater der Zeit, Berlin 2011, ISBN 978-3-942449-45-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.theater-rambazamba.org/Aboutus/selbstdarst.php
  2. http://www.theater-rambazamba.org/Help/Foerderung.php
  3. http://www.theater-rambazamba.org/Ensemble_H/spielerport.php?id_spieler_port=6
  4. http://www.theater-rambazamba.org/Theater/gastspielchronik.php
  5. http://www.imdb.de/title/tt0759607/
  6. Liebe dich (PDF; 1,3 MB) – Filmporträt und Interview mit Sylvie Banuls und Sabina Engel
  7. Claus Peymann erhält Lessing-Preis für Kritik. In: Saarbrücker Zeitung (Kultur) vom 7. Dezember 2011, S. B4
  8. http://www.vogelsbergschule.de/aktuell/11/Das_ist_doch_keine_Kunst_1.pdf
  9. http://www.theater-rambazamba.org/Werkstatt/index.php

Koordinaten: 52° 32′ 23″ N, 13° 24′ 49″ O