Thinking at the Edge

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Thinking at the Edge (Kurzform: TAE) ist eine allgemeine Kreativitätstechnik, die aus der speziellen Focusing-Methode[1] entwickelt wurde. Schöpfer sind der US-amerikanische Philosoph und Psychotherapeut Eugene T. Gendlin und seine Kolleginnen Teresa Dawson, Mary Hendricks und Kye Nelson. Während Focusing zur Selbsthilfe bei der Lösung persönlicher Probleme anleitet, kann TAE in allen möglichen Bereichen zur Ideenfindung eingesetzt werden.

Das bei allen Kreativitätstechniken zu beobachtende tastende Denken vom Diffusen zum Konkreten führte zur Namensgebung (edge, deutsch: Rand, Schwelle). Der Unterschied zu anderen Techniken, etwa der bekanntesten Methode Brainstorming, besteht im Setting. TAE wird genau wie Focusing partnerschaftlich ausgeübt, wobei die beiden Beteiligten sich wechselseitig unterstützen. Zur späteren Aufarbeitung und zur Steigerung der Effizienz wird außerdem ein Protokoll geführt.

Historische Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beim Focusing gesammelten Erfahrungen führten zu der Überzeugung, dass die körperbezogene Vorgehensweise auch zur Lösung von Sachfragen hilfreich sein könnte. Vorläufer des Thinking at the Edge ist ein Seminar zur Theoriekonstruktion in der Philosophie, das Gendlin in den 1990er Jahren an der University of Chicago geleitet hat. In den Folgejahren wurde die Methode weiterentwickelt. Ergebnis ist eine Einführung, die als PDF-Datei zur Verfügung steht.[2] Daneben wurde eine schriftliche Anleitung zu den einzelnen Schritten verfasst, die in mehreren Sprachen zugänglich ist.[3]

TAE im Hochschulbereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgehend von ersten Erprobungen von TAE an Philosophie-Studenten der Universität von Chicago ist die Methode bis heute vor allem unter Geisteswissenschaftlern bekannt. Beispielsweise bietet die University of East Anglia für ihren Studiengang Kreatives Schreiben Kurse in TAE an, zu deren Vorbereitung die Lektüre des Gendlinschen Grundlagenbuches Focusing empfohlen wird.

Methodik und Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die TAE-Anleitungen sind für den partnerschaftlichen Focusing-Prozess geschrieben, bei dem die Beteiligten sich gegenseitig unterstützen. Während eine Person ungestört ihre Ideen entwickelt, schreibt die andere Person mit.

Da TAE Vertrautheit mit Focusing voraussetzt,[4] ist der spontane Einsatz von TAE unter Nicht-Geübten erschwert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinke Deloch: Das Nicht-Sagbare als Quelle der Kreativität. E. T. Gendlins Philosophie des Impliziten und die Methode Thinking at the Edge („TAE“). In: Stefan Tolksdorf, Holm Tetens (Hrsg.): In Sprachbeispiele verstrickt. Oder: Wie man der Fliege den Ausweg zeigt. Verflechtungen von Wissen und Können. De Gruyter, Berlin/New York 2010, ISBN 978-3-11-022465-8, S. 257–282.
  • Eugene T. Gendlin: Focusing. Selbsthilfe bei Lösungen persönlicher Probleme (Übersetzt von Katherina Schoch). 9. Auflage (4. Auflage der Taschenbuchausgabe), Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1998, ISBN 978-3-499-60521-5 (deutsche Erstausgabe, Müller, Salzburg 1981, ISBN 3-7013-0617-6).
  • Eugene T. Gendlin: Thinking beyond patterns: Body, Language and Situations. In: Bernard den Ouden, Marcia Moen (Hrsg.): The Presence of Feeling in Thought (= American University Studies. Nr. 7). Peter Lang Publishing Group, New York 1992, ISBN 978-0-8204-1503-1, S. 22 ff. (englisch).
  • Gendlin, E.T. (1962): Experiencing and the Creation of Meaning. A Philosophical and Psychological Approach to the Subjective. Evanston: Northwestern University Press

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eugene T. Gendlin: Focusing. deutsche Erstausgabe, Müller, Salzburg 1981, ISBN 3-7013-0617-6
  2. Eugene T. Gendlin: Einführung in „Thinking at the Edge“. In: The Folio: A Journal for Focusing and Experiential Therapy. Vol. 19, Nr. 12 (Volltext [PDF; 160 kB; abgerufen am 1. September 2017] amerikanisches Englisch: Introduction to „Thinking at the Edge“. Übersetzt von Hanspeter Mühlethaler).
  3. Thinking At the Edge (TAE) Steps. Links zu PDF-Dokumenten in mehreren Sprachen. In: focusing.org. Abgerufen am 31. August 2017.
  4. Eugene T. Gendlin: Einführung in „Thinking at the Edge“