Thinking at the Edge

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Thinking at the Edge (Deutsch: Denken, wo Worte noch fehlen) ist eine Methode zur Entwicklung neuer, originärer Ideen, die auf Annahmen des Personzentrierten Ansatzes und der Humanistischen Psychologie beruht. TAE (so die Kurzform) wurde in den 1990er Jahren von dem Philosophen und Psychologen Eugene T. Gendlin und seinen Kolleginnen Teresa Dawson, Mary Hendricks und Kye Nelson entwickelt. Im wissenschaftlichen Kontext wird TAE zur Theorieentwicklung eingesetzt, im Bereich Beratung und Moderation in weiterentwickelter Form zur Ideen- und Konzeptentwicklung. TAE stellt 14 verschiedene Denkbewegungen bereit, die auf systematische Weise die Entwicklung eigenständiger Ideen anleiten. Die Systematik führt Schritt für Schritt von der Formulierung einer ersten vielleicht noch vagen Idee bis hin zu einem umfassenden gedanklichen Konzept. Bezugspunkt jeder Denkbewegung ist das begrifflich noch nicht erfasste implizite Wissen, das alle Menschen sich im Laufe eigener Lebenserfahrung, aber auch in Form fachlicher Erfahrung und als Expertenwissen aneignen. TAE arbeitet u.a. mit Elementen des Focusing, einer ebenfalls von Gendlin entwickelten Methode der Bezugnahme auf das eigene Erleben zur Entfaltung impliziten (körperlichen) Wissens. Die Denkbewegungen des TAE werden in Kursen vermittelt, bei denen die von Gendlin vorrangig für Theorieentwicklung formulierten Schritte anwendungsorientiert und leichter nachvollziehbar in verschiedene Kontexte und zur Bearbeitung unterschiedlicher persönlicher und beruflicher Anliegen übersetzt werden.

Historische Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorläufer des Thinking at the Edge ist ein Seminar zur Theoriekonstruktion in der Philosophie, das Gendlin als Professor in den 1990er Jahren an der University of Chicago geleitet hat. In den Folgejahren wurde die Methode gemeinsam mit Kollegen weiterentwickelt. Dabei wurde eine schriftliche Anleitung zu den verschiedenen Schritten verfasst.[1] Diese Schritte sind in mehreren Sprachen zugänglich.[2] Auf dieser Grundlage sind unterschiedliche Weiterentwicklungen entstanden. Im deutschsprachigen Raum haben Heinke Deloch und Heinz-Joachim Feuerstein die Methode in den Bereich Beratung, Supervision und Coaching übertragen.[3] Dort wird TAE zur Begleitung von kreativen Prozessen und zur Konzeptentwicklung mit Einzelnen und Gruppen genutzt. Anwendungen für den Bereich des kreativen Schreibens und die qualitative Forschung wurden von der Japanerin Satoko Tokumaru auf Englisch entwickelt.[4] An Hochschulen wird TAE weiterhin eingesetzt, zum Beispiel in der methodischen Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses, für die Gestaltung von Seminaren und Lehrveranstaltungen oder bei der Entwicklung neuer Forschungsansätze und Projekte in wissenschaftlichen Teams.

Methodische Elemente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gendlin geht davon aus, dass ein kreativer Impuls, der in Bezug auf ein konkretes Thema, eine Situation oder eine Fragestellung wahrgenommen wird, immer von ernstzunehmender Bedeutung ist. Er formuliert das so: „When a human being who is experienced in some field senses something, there is always something. It could turn out to be quite different than it seemed at first, but it cannot be nothing.“[5] Solche Impulse werden oftmals als unwichtig abgetan, solange die mit ihnen verbundenen Ideen noch nicht klar formulierbar sind. Das besondere an der von Gendlin entwickelten Art des Denkens besteht darin, genau diesem Unklaren Raum zu geben und es systematisch zu entfalten. TAE ist in diesem Sinne als methodische Anleitung in drei Phasen und 14 verschiedene Denkschritten zu verstehen, die dabei helfen, etwas zunächst Unklares, aber als relevant Erlebtes zum Ausdruck zu bringen. Die Anleitungen und ihre Weiterentwicklungen kommen am besten in einer wechselseitigen Begleitsituation zur Wirkung. Das heißt, eine Person begleitet eine andere Person bei der Entwicklung ihrer Ideen – und umgekehrt. Die Begleitung liest die jeweiligen Instruktionen vor. Die Person, die begleitet wird, lässt die Anleitung auf sich wirken und bringt das zum Ausdruck, was ihr durch den Kopf geht. Diese Formulierungen werden von der Begleitung mitgeschrieben und so für den Gesamtprozess festgehalten. Dabei wechseln Begleiter_in und Begleitete regelmäßig die Rollen. Ausgangspunkt für eine solche Ideenentwicklung kann die Lust auf ein bestimmtes Thema sein, das einen schon lange beschäftigt. Oder aber ein Unwohlsein, eine Unlust in Bezug auf eine bestimmte Lebenssituation, aus der heraus der Impuls zu einer Veränderung entsteht, auch wenn noch nicht klar ist, was genau das Neue sein könnte.

Zielsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel des TAE ist die Formulierung eigenständiger, originärer Beiträge zu einem bestimmten Thema, ausgehend von den eigenen individuellen Erfahrungen und dem persönlichen, fachlichen und lebensweltlichen Hintergrund. Kernfrage ist dabei: Was hat die denkende Person selbst zu dem von ihr gewählten Thema zu sagen - im Unterschied zu dem, was bislang bereits von anderen darüber gesagt und gedacht wurde? Das Erlebensbezogene Denken des TAE bewegt sich hierbei an der Schwelle (auf Englisch: „the edge“) zwischen dem bereits bekannten, leicht Sagbaren - dem „Expliziten“ - und dem, was einer Person bislang als Ahnung oder erster Impuls vorschwebt - dem „Impliziten“. Gendlin nimmt dabei Bezug auf Carl Rogers, der im Rahmen seiner Klientenzentrierte Psychotherapie angesichts therapeutischer Prozesse von der Symbolisierung entlang der Schwelle der Gewahrwerdung („edge of awareness“) spricht.

Die Denkschritte des TAE können die Denkweise von Individuen verändern. Sie regen zu einem genauen Umgang mit Begriffen und ihren Bedeutungen an, zur Metaphernbildung und zur Lenkung der Aufmerksamkeit auf die eigene Erfahrung. Sie helfen, Widersprüchlichkeiten zu ertragen, ja sogar in Widersprüchen zu denken, um das eigene Denken weiterzuentwickeln. Sie leiten dazu an, an der Schwelle des „gerade noch Sagbaren“ zu verweilen und sprachlich noch nicht klar ausdrückbare Phänomene in den Blick zu nehmen.

Gendlin geht dabei auch von einer politischen Bedeutung im Sinne des Empowerment aus. Menschen werden mit Hilfe von TAE dazu befähigt, eigenständig zu denken und zu sprechen - und zwar so, dass sie dabei die allgemeine, öffentliche Sprachbarriere der bestehenden Ordnung durchbrechen und etwas Neues, für sie persönlich wirklich Stimmiges zum Ausdruck bringen können. Dabei können neue soziale Muster und neue Muster des Denkens und der Wissenschaft entstehen. Ein Beispiel, das Gendlin in diesem Zusammenhang immer wieder nennt, ist die Geschlechterordnung. Diese versteht er als im Wandel begriffen, was beinhaltet, dass geschlechtliche Rollen vom Individuum neu und selbst bestimmt werden können.[6]

Die Denkschritte im TAE[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thinking at the Edge stellt insgesamt 14 Schritte zur Verfügung, die zum Ziel haben, implizites Wissen sprachlich fassbar zu machen und eine originäre Konzeption oder Theorie zu entwickeln. Die Methode lässt sich in drei Phasen unterteilen. Eine ausführliche Darstellung der drei Phasen findet sich bei Deloch (2010). [7]

Phase 1 Aus dem Erleben der Idee Worte kommen lassen/Durchbrechen der Sprachbarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Phase im TAE zielt darauf ab, neue frische Denkimpulse sicherzustellen und sprachlich auszudrücken. Dabei geht es für die denkende Person zunächst darum, sich der noch ungewissen, bloß erahnbaren "gefühlten Bedeutung" (felt sense) ihres Themas zuzuwenden und das Stadium des "noch-nicht-Wissens", der fehlenden Worte, auszuhalten. Man könnte auch sagen: In der ersten Phase werde ich dabei unterstützt, genau für mich zu klären, worum es mir mit meiner Idee geht. Ich werde darin angeleitet, wichtige von mir verwendete Begriffe zu identifizieren und ihre genaue Bedeutung im Zusammenhang mit meiner Idee zu definieren. Die Anleitungen in dieser Phase dienen dazu, den individuellen Blick auf das Thema ernstzunehmen und zu schärfen. Ungewissheit wird dabei nicht als Mangel, sondern als Richtschnur verstanden: Es geht nicht darum, das zu sagen, was bereits in der Bibliothek steht, sondern etwas zu sagen, das dort noch nicht zu finden ist.[8] Aus der gefühlten Bedeutung des Themas werden neue, oft metaphorische Formulierungen entfaltet und durch Kernsätze und Schlüsselwörter systematisiert. Die gefundenen Formulierungen werden dann in Abgrenzung zum üblichen Sprachgebrauch genauer definiert. Auf diese Weise entsteht ein eigener, themenspezifischer Wortschatz. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf das Auffinden paradoxer oder unlogischer Denkzusammenhänge gelegt. Ziel ist die Formulierung so genannter fresh statements, die etwas Neues in die Welt bringen und nicht lediglich Gedanken abbilden, die bereits vorhanden sind. So stellt Deloch in Bezug auf TAE fest: „Das Finden von Worten, die bislang fehlen, wäre dabei nicht zu verstehen als Abbilden eines bislang verborgenen Wissens, sondern als Weiterführung oder sogar Weiterentwicklung dessen, was als bedeutungsvoll erlebt wird“ (Deloch 2010: 265).

Phase 2 In beispielhaften Episoden Muster finden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der zweiten Phase geht es darum, sich mit bereits vorhandenen Erfahrungen rund um die eigene Idee auseinanderzusetzen und auf der Grundlage des eigenen Erfahrungswissens neue Denkansätze, Hypothesen, Einsichten zu entwickeln. Ich werde darin angeleitet, nach konkreten Situationen - sogenannten "Fallbeispielen" - zu suchen, die etwas mit dem zu tun haben, worum es mir mit meiner neuen Idee geht. Diese Situationen beschreibe ich zunächst ausführlich. Sie können aus ganz verschiedenen Lebens- und Erfahrungsbereichen stammen. Diese Episoden umfassen mein fachliches Wissen und mein Wissen als ganze Person. Aus diesem Erfahrungswissen und aus den Erzählungen darüber leite ich Muster und Einsichten ab, die das Ungewöhnliche meiner eigenen Idee greifbarer machen und die ich auf die weitere Entfaltung meiner Idee übertrage. Deloch definiert als Fallbeispiel all das, was von der jeweiligen Person als beispielhaft, als paradigmatisch für das Noch-Zu-Sagende erlebt wird und illustriert das an Beispielen aus der Praxis mit TAE: "(S)o wählte z.B. eine Philologin ein bestimmtes Gedicht eines Schriftstellers als Fallbeispiel, weil sich in dem Gedicht etwas für sie zeigte, was sie im Rahmen ihrer zu entwickelnden Konzeption begrifflich fassen wollte. Ein Pharmakologe wählte einen bestimmten Laborversuch als Fallbeispiel, in dem für ihn etwas sichtbar wurde, was in der etablierten Theorie keinen Platz fand. Eine Psycholinguistin wählte dagegen eine persönlich oftmals erlebte Alltagssituation, in der zwei Menschen ein unterschiedliches Verständnis von Ironie hatten, um eine Ambivalenz im Erleben von Ironie in Worte fassen zu können." (Deloch 2010: 280).

Phase 3 Eine Theorie erschaffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der dritten Phase nehme ich eine Verdichtung und Systematisierung meiner Idee vor. Der schlüssige Zusammenhang zwischen den einzelnen Teilen meiner Idee wird herausgearbeitet, die verschiedenen Elemente werden zueinander in Bezug gesetzt. Meine Gedanken ordnen sich. Ich werde darin angeleitet, eine innere Logik in meine Überlegungen zu bringen. Ich kann sie so auch nach außen als etwas Systematisches darstellen und sie klar kommunizieren. Mein eigenes Konzept, meine eigene "Theorie" von etwas, das mir wichtig ist, ist entstanden. Gleichzeitig wird in dieser Phase sichtbar gemacht, dass der Prozess des Explizierens meiner Gedanken unabschliessbar ist. Das entstandene Konzept ist erweiterbar, auf andere Bereiche übertragbar, es kann immer weiter ausdifferenziert werden und dabei kann immer wieder etwas Neues entstehen. "Die Veränderung, das Wachstum der neu geschaffenen Theorie, ist folglich im Theoriebegriff selbst vorgesehen. ... Die Theorie selbst wird bei Gendlin zum momentanen Ausdruck eines Denkprozesses, sie ist selbst wandlungsfähig und prozessorientiert; Widersprüche, Unstimmigkeiten sind für die Theorie keine Bedrohung, sondern laden ein zu immer weiterer Verfeinerung und Präzisierung." (Deloch 2010: 282).

Voraussetzung: Wertschätzung, Vertrauen, Akzeptanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die durch Thinking at the Edge bewirkten Veränderungen im Denken werden nicht allein durch das Vollziehen technisch-methodischer Schritte erzielt. Grundlegend für die Veränderung der eigenen Denkweise ist ein bewertungs- und damit angstfreier Raum, in den hinein laut gedacht werden kann. Dieser kann durch das Einnehmen personzentrierter Haltungen (vgl. C. Rogers 1961) eines Gegenübers, d.h. eine nicht wertende, annehmende und empathische Begleitung hergestellt werden. Erst durch die Erfahrung, dass eine andere Person die eigenen, noch unvollkommenen Gedanken ernst nimmt, ja sogar aufschreibt, wird es vielen Denkenden möglich, sich selbst mit ihren Impulsen ernst zu nehmen und sich zu trauen, noch Ungesichertes und Unbestätigtes zu formulieren und die Schritte entlang der Schwelle zwischen bereits Sagbarem und noch nicht Sagbarem tatsächlich zu gehen. Gendlin betont hier die Bedeutung einer personzentrierten Art der Interaktion für den Denkprozess: „Because we are inherently interactional creatures, our implicit intricacy opens more deeply when we are speaking to another person who actually wants to hear us.“[9] Um das Erleben von körpernaher Achtsamkeit, Selbstakzeptanz, innerer Geborgenheit und Selbstvertrauen zu fördern, wurden von Deloch und Feuerstein speziell für die Situation der Entwicklung neuer Ideen hilfreiche Haltungen sowie Begleithaltungen für Erlebensbezogenes Denken formuliert.[10]

Zur Bedeutung des Gegenübers: Listening Partnerships[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werden die verschiedenen Denkbewegungen des TAE als Methode gelehrt, bilden die Lernenden oftmals Interviewpartnerschaften oder so genannte „listening partnerships“, in denen sich zwei Personen abwechselnd mit Hilfe der Instruktionen des TAE begleiten. Diese Arbeitsform hat Gendlin bereits bei seinen Studierenden in Chicago eingeführt. Er selbst beschreibt das so: „From the start I had the students in my class meet in listening partnerships during the week. They divided two hours, taking turns purely listening. ‚Just listen. Only say when you don’t follow’ I instructed them.“[11]

Jede Person der Interviewpartnerschaft arbeitet an ihrem eigenen Thema. Grundregel ist dabei das Prinzip der Nichteinmischung. Was die denkende Person jeweils laut ausspricht, wird von der das Interview führenden Person nicht kommentiert oder hinterfragt: „In half the time I respond only to you. I follow you silently with my bodily understanding, and I tell you when I cannot follow. I speak from this understanding now and then but only to check if I follow. [...] I write down all your exact words as they emerge (because otherwise they might be gone a moment later) and I read anything back to you when you want it. Then in the other half of the time you do only this for me.“ [12]

Die Aufgabe der Interview führenden Person besteht allein darin, die TAE-Instruktionen vorzulesen, anschließend der laut denkenden Person aufmerksam zuzuhören und das Gesagte möglichst wortwörtlich mitzuschreiben. Nach dem jeweiligen Denkschritt bekommt jede_r Denker_in das Protokoll zum eigenen Denkprozess ausgehändigt, um damit anschließend weiter zu arbeiten. Erst wenn die eigenen, frischen Impulse begrifflich ausgearbeitet und darstellbar sind, wird im Rahmen des Thinking at the Edge eine wechselseitige gedankliche Inspiration angeregt. Diese wird „crossing“ genannt und so vollzogen, dass die gewonnenen Differenzierungen erhalten und in Auseinandersetzung mit anderen Denkansätzen noch weiter ausgearbeitet werden können.

Zentrale Begriffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gendlin hat zur Beschreibung des erlebensbezogenen Denkens im Rahmen seiner Philosophie des Impliziten (Gendlin 1997/dt. 2015) eine Reihe von besonderen, zum Teil idiosynkratischen und neuen Begriffen geprägt. Auch die Bezeichnung der Methode, also das „Thinking at the edge“ (Gendlin 2004) ist ein von ihm geschaffener Begriff, ebenso wie „Focusing“ (Gendlin 1978). Im Folgenden werden einige dieser Begriffe kurz erläutert. Grundbegriffe des erlebensbezogenen Ansatzes, zu dem Thinking at the Edge gehört, werden auch von Stumm/Wiltschko/Keil (2004) in ihrem Kompendium erklärt.[13]

The Edge („Schwelle der Gewahrwerdung“)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im TAE geht es darum, an der Schwelle des sprachlich noch Unklaren, noch nicht Kategorisierbaren zu verweilen. Dies sind im Bereich der Erkenntnisgewinnung gerade jene Momente, in denen wir (noch nicht) weiter wissen, weil vorhandene Kategorien- und Begriffssysteme versagen. Damit kehrt Gendlin die übliche Weise der Erkenntnisproduktion um. Er beginnt nicht beim schon Bekannten, um daraus durch logische Kombination Neues abzuleiten, sondern er beginnt beim noch Unbekannten, Unklaren, um daraus Schritt für Schritt neue Erkenntnisse kommen zu lassen. Mit „the edge“ bezeichnet er den Grenzbereich zwischen dem noch nicht Sagbaren und dem bereits Spürbaren.

Felt Sense („sinnhaftes Gefühl“/„gefühlte Bedeutung“)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weg hin zur Erschaffung neuer Kategorien im TAE ist nicht beliebig. Vielmehr orientiert sich das Erlebensbezogene Denken an dem jeweils gegenwärtig spürbaren Bedeutungserleben, das mit einem Thema oder einer Situation einhergeht. Für dieses Erleben, das sich an der Grenze zwischen bereits Sagbarem und noch nicht Sagbarem, aber bereits deutlich Spürbarem bewegt, hat Gendlin einen neuen Begriff geprägt. Er nennt es einen Felt Sense. Dieser Felt Sense ist zunächst körperlich spürbar. Als situationsgebundenes Körpergefühl ist er komplexer als übliche Körperempfindungen oder Emotionen. In ihm sind Gedanken, Bewertungen und Vorerfahrungen der Person auf vielschichtige Weise miteinander verwoben. In Anlehnung an Heideggers Begriff der Befindlichkeit geht Gendlin davon aus, dass jede Situation auf eine solch spezifische Weise körperlich als bedeutungsvoll erlebt werden kann.

Focusing[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Focusing bezeichnet Gendlin den Prozess, bei dem wir unsere Aufmerksamkeit nach innen, auf das unmittelbare körperliche Erleben einer Situation richten und dort verweilen (Gendlin 1998). Diese Hinwendung zum unmittelbaren, gegenwärtigen Erleben einer Situation ermöglicht es, das implizit Bedeutsame der Situation zu erfassen und als Quelle für Veränderung und Wachstum zu nutzen. Die Bedeutung des Verweilens bei einem zunächst noch unkategorisierten, begrifflich noch nicht fassbaren Körpererleben für Veränderungsprozesse zeichnet sich in einer umfassenden empirischen Untersuchung zu den Wirkfaktoren erfolgreicher Therapieverläufe in den 1950er Jahren ab, die Gendlin mit Rogers und anderen vorgenommen hat. Hier zeigt sich als überraschendes Ergebnis, dass es nicht bestimmte Methoden seitens der Therapeutinnen und Therapeuten sind, die eine Therapie erfolgreich verlaufen lassen. Vielmehr ist die Art und Weise wie Klientinnen und Klienten während der Sitzungen über ihre Anliegen sprechen ausschlaggebend für den Therapierfolg: Richten sie im Denken und Sprechen über ein Anliegen oder Problem die Aufmerksamkeit zugleich auf ihr gegenwärtiges körperliches Erleben, so kommt es zu einer konstruktiven Veränderung, zum Beispiel in Form von mehr Lebendigkeit, Beweglichkeit oder auch Differenzierungsmöglichkeiten. Gendlin entwickelt auf der Grundlage dieser Ergebnisse Focusing-Anleitungen, um diese besondere Form der Aufmerksamkeit, über die manche Menschen auch spontan verfügen, systematisch lehren und gezielt im Rahmen von Psychotherapie und Selbstfürsorge einsetzen zu können (Gendlin 1964).

Naked Saying („Nacktes Sprechen“)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Symbolisierung einzelner Aspekte des zunächst noch unkategorisierten Erlebens wird es möglich, zu neuen Denkkategorien zu kommen. Dabei werden bereits bekannte Wörter in neuen Verwendungszusammenhängen benutzt. Es findet ein metaphorischer Wortgebrauch, ein wie Gendlin es nennt „naked saying“ statt. Der Zusammenhang von sprachlichen Kategorien und erlebter Bedeutung wird dabei von Gendlin nicht als Abbildverhältnis verstanden. Vielmehr versteht er, bezugnehmend auf James und Dilthey, das Erleben als unkategorisiertes komplexes Ganzes („pre-separate multiplicity“; „intricacy“), in dem Sprache immer schon implizit ist.

Carrying forward („Vorantragen“, „Weiterentwickeln“, „Fortsetzen des Erlebensprozesses“)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Symbolisierung von Aspekten des komplexen Erlebens stellt Gendlin als Fortsetzungsprozess dar. Indem Worte oder Bilder sich auf das Erleben beziehen, verändert sich dieses wiederum (carrying forward) oder „spricht zurück“ (responsive order). Das, was in Form des Felt Sense körperlich gespürt wird und was man sagen will, wird, indem es zum Ausdruck gebracht wird, weiterentwickelt. Es wird vorangetragen.

Crossing („Kreuzen“)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von „Crossing“ spricht Gendlin im Kontext seiner sprachlichen Bedeutungstheorie und nimmt dabei Bezug auf Wittgenstein (Gendlin 1997a). Wann immer ein Begriff in einer konkreten Situation angewendet wird, kreuzt sich die Bedeutung dieses Begriffes mit der Situation und verändert sich entsprechend. Wittgenstein bringt das in den Philosophischen Untersuchungen mit dem Satz: "Die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch in der Sprache." zum Ausdruck.[14] So bedeutet es etwas anderes, ob ich von meiner Angst beim Zahnarzt spreche oder von meiner Angst in der Achterbahn. Das Kreuzen spielt eine wichtige Rolle sowohl in der Ausarbeitung und Differenzierung eigener Begrifflichkeiten als auch in der Interaktion mit anderen Denkansätzen. „Kreuzen“ ermöglicht es, unterschiedlichste Denkansätze und Theorien miteinander in fruchtbare Verbindung zu bringen, ohne ihre jeweilige Differenzierung aufzugeben.

Philosophische Bezugspunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gendlin betrachtet Thinking at the Edge als eine neue Art philosophischer Praxis, in der das logisch-analytische Denken und das erlebens- oder körperbezogene Denken miteinander verbunden werden (Gendlin 2004, 1997a/b). Ziel ist es, systematisch mit der Sprache über sie hinaus zu denken (Gendlin 1997a). Die Denkschritte des TAE ermöglichen es, sich über bereits bestehende begriffliche Unterscheidungen hinwegzusetzen und zu neuen Denkkategorien zu gelangen. Grundlagen dieses Ansatzes bilden Konzepte der Lebensphilosophie (Wilhelm Dilthey), des amerikanischen Pragmatismus (William James), der Phänomenologie (Edmund Husserl, Maurice Merleau-Ponty, Martin Heidegger), Wissenschaft- und Erkenntnistheorie (Michael Polanyi) und vor allem auch der Sprachphilosophie (Ludwig Wittgenstein). In seinen philosophischen Schriften setzt er sich explizit mit diesen Ansätzen auseinander (Gendlin 1997a, 1962).

Psychologische Bezugspunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thinking at the Edge ist vor dem Hintergrund der Personzentrierten Psychotherapie im Anschluss an Rogers und basierend auf der in dieser Tradition stehenden experimentellen, Focusing-orientierten Psychotherapie (Gendlin 1996) ausgearbeitet worden. Kernprämisse des Personzentrierten Ansatzes ist die Annahme, dass menschliche Entwicklung auf der Fähigkeit jedes Menschen zur individuellen Erhaltung und Entfaltung („Aktualisierungstendenz“) beruht. Damit aber Menschen sich derart selbstbestimmt entwickeln können, brauchen sie ein soziales Umfeld, das ihnen mit Vertrauen begegnet („bedingungslos positive Beachtung“) und sie in ihren Entwicklungsschritten empathisch begleitet. Ist ein solches Umfeld gegeben, kann die Person auf ihr unmittelbares Erleben („experiencing“) zugreifen und daraus neue Wachstumsschritte hervorgehen lassen. Viele Menschen sind jedoch aufgrund der Urteile und Bewertungen durch Bezugspersonen von ihrem Selbsterleben entfremdet, so dass erst die annehmende Begegnung in Psychotherapie oder Beratung eine Selbstannahme und Selbstvertrauen sowie selbstbestimmtes Wachsen ermöglicht. Die besonderen Anforderungen an eine wertschätzende, empathische und akzeptierende Haltung im Prozess des Begleitens gelten auch im TAE.

Weiterentwicklung für Coaching & Beratung: ECC Erlebensbezogenes Concept Coaching[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von Gendlin 2004 formulierten Schritte zur Anleitung von erlebensbezogenen Denkprozessen sind so formuliert, dass es vielen schwer fällt, sie tatsächlich als Instruktion für eigene Denkprozesse zu verwenden. Mittlerweile sind auf der Grundlage von TAE sowohl andere Formulierungen für die verschiedenen Schritte als auch detailliertere Prozessanleitungen entstanden, die es erleichtern, TAE für die eigene Denkpraxis fruchtbar zu machen. So haben Deloch und Feuerstein (2010, 2013) ein TAE-basiertes Coachingkonzept entwickelt, das Erlebensbezogene Concept-Coaching ECC.

Sie haben mit ECC spezifische Leitfäden formuliert, um Klienten im Rahmen von Coaching und Beratung bei der Entwicklung eigener Ideen und Konzepte zu unterstützen. Diese sind auch für die Selbstanwendung geeignet. Ergänzt werden diese Anleitungen durch Instruktionen zu der besonderen Haltung, die für erlebensbezogene Prozesse notwendig ist (siehe hierzu auch Weiser Cornell 1997) und durch geleitete Phantasien, die es erleichtern, mit den eigenen Impulsen, dem Erleben und dem Felt Sense in Bezug auf ein bestimmtes Thema in Kontakt zu kommen.

Individuelle Ideenentwicklungsprozesse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen des ECC werden Erlebensbezogene Denkhaltungen formuliert und expliziert, die individuelle Denk- und Entwicklungsprozesse durch Lenkung der Aufmerksamkeit auf das unmittelbare körperliche Erleben und Förderung von innerer Achtsamkeit und Selbstakzeptanz unterstützen. Diese Haltungen werden bei dem Erlernen der Methode regelmäßig durch Reflexionsübungen in Form von Anleitungen zum Spüren des eigenen gegenwärtigen Erlebens sowie durch geleitete Fantasien und „Logbucheinträge“ trainiert. Als Ergänzung des begrifflichen Denkens wird im ECC außerdem mit verschiedenen Formen der Visualisierung gearbeitet, so zum Beispiel mit Skizzen, Moderationskarten und Plakatwänden.

Konzept- und Ideenentwicklung in Gruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ECC werden darüber hinaus die Schritte des TAE, die zunächst für Prozesse von Einzelpersonen formuliert worden sind, auch auf Gruppenprozesse übertragen, entsprechend umgearbeitet und in eine neue Abfolge gebracht (Deloch/Feuerstein 2013). Ziel dieser partizipativen Gruppenprozesse ist, alle Mitglieder einer Gruppe mit ihrem jeweils spezifischen impliziten Wissen an der Erarbeitung einer gemeinsamen Konzeption zu beteiligen und dabei Diskussionen im üblichen Sinne zu vermeiden. Der von Gendlin entwickelte spezifische Schritt des „Kreuzens“ ermöglicht dabei wechselseitige Inspiration, ohne Entscheidungen für oder gegen einzelne Positionen treffen zu müssen. Durch Schritte des erlebensbezogenen Team-Building ermöglicht ECC im Anschluss an konkrete Ideenentwicklungsprozesse eine Umsetzung innovativer Ideen in innovative Teamstrukturen.

Umgang mit Denkblockaden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von Gendlin formulierte neue, erlebensbezogene Denkweise ist für einige Anwender nicht ohne Schwierigkeiten und Hindernisse umzusetzen: So können Probleme bei der Realisierung von Selbstakzeptanz und körpernaher Achtsamkeit den Prozess Erlebensbezogenen Denkens im TAE erschweren oder unterbrechen. Ausgehend von Erfahrungen mit Prozessblockaden bei der Vermittlung und Anwendung der Methode mit Einzelnen und Gruppen wurden im Rahmen des ECC spezifische Instruktionen zum Umgang mit Blockaden im Denkprozess entwickelt. Dazu gehören Anleitungen zum Umgang mit dem so genannten "Inneren Kritiker" - d.h. mit Selbstentwertungsprozessen - sowie mit Ängsten, mit Überwältigungs- und Ohnmachtsgefühlen.

Anwendungsbereiche von TAE und ECC[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weiterentwicklung von TAE hat zu einer Ausweitung der Anwendungen geführt. Mit der Übertragung des Erlebensbezogenen Denkens auf den Bereich Coaching und Beratung ist diese Verbreitung immer noch im Gange. Die zugrunde liegenden Denkschritte lassen sich auf viele verschiedene Lebens- und Arbeitsbereiche übertragen. Die hier aufgeführten Beispiele stellen somit keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Universitäten/Theoriebildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thinking at the Edge wird Wissenschaftlern und Promovierenden im Rahmen von Qualifikationskursen als Methode der Theoriekonstruktion vermittelt.

Coaching/Unternehmensberatung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit den Leitfäden des ECC (Erlebensbezogenen Concept Coaching) liegen umfangreiche Anleitungen vor, die es ermöglichen, die TAE-Denkbewegungen im Rahmen von Coaching und Beratung überall dort zu verwenden, wo Klienten im Rahmen ihres beruflichen Settings eigenständige, neue Ideen, Visionen oder Leitbilder entwickeln. Ein Netzwerk ausgebildeter ECCoaches entwickelt fortlaufend neue Anwendungen, etwa für die Begleitung von Ideenentwicklungsprozessen in Großgruppen, Teamsitzungen, Trainings und Einzelbegleitungen (www.eccnetwork.org).

Kreatives Schreiben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Bereich des kreativen Schreibens hat Tokumaru basierend auf den Schritten des TAE umfangreiche Anleitungen entwickelt, um Personen dabei zu unterstützen, eigene, originäre Texte und Gedichte zu verfassen (2008).

Qualitative Interviews[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bereich qualitativer Sozialforschung wird der erlebensbezogene Ansatz zur Interviewführung genutzt (Jäger 2014, König/Jäger im Erscheinen). Dabei geht es zum einen darum, den Felt Sense der befragten Person gezielt zu bestimmten Fragestellungen einzuladen. Zum anderen kann auch der Felt Sense der interviewführenden Person als Kompass im Gespräch genutzt werden. Die verschiedenen Denkbewegungen des TAE werden dazu genutzt, die genaue sprachliche Bedeutung, die ein bestimmtes Thema für das jeweilige Gegenüber hat, zu explizieren und dabei auch noch unklare, vage und vor allem auch neue Ideen zur Sprache zu bringen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deloch, H. (2010): Das Nicht-Sagbare als Quelle der Kreativität. E.T. Gendlins Philosophie des Impliziten und die Methode Thinking at the Edge, in: Tolksdorf, S. und H. Tetens (Hrsg.) In Sprachspiele verstrickt. Oder: wie man der Fliege den Ausweg zeigt. Verflechtungen von Wissen und Können. Berlin, New York: de Gruyter, S.259-284.
  • Deloch, H., H.J. Feuerstein (2013): Erlebensbezogenes Concept-Coaching (ECC) – vielfältige Anwendungen in der Praxis, in: Gesprächspsychotherapie und Personzentrierte Beratung 1/2013, als Download unter www.experientielle-beratung.de
  • Feuerstein, H.J., Deloch, H. (2010): Erlebensbezogen Denken: Neue Konzepte entwickeln in Beratungsprozessen. Anwendung und Erweiterung des Ansatzes Thinking at the Edge von E.T. Gendlin. In: Gesprächspsychotherapie und Personzentrierte Beratung 4/2010, S.220-225
  • Gendlin, E.T. (2003): Beyond Postmodernism: From Concepts through Experiencing. In: R. Frie (ed.) Understanding Experience: Psychotherapy and Postmodernism, S.100-115, Routledge, aus http://www.focusing.org/gendlin/docs/gol_2164.html
  • Gendlin, E.T. (2004): Introduction to 'Thinking at the Edge'. The Folio. A Journal for Focusing and Experiential Therapy, 19 (1), (2004), S.1-8
  • Gendlin, E.T., M. Hendricks (2004): Thinking at the Edge (TAE) Steps, The Folio. A Journal for Focusing and Experiential Therapy, Vol.19, No.1, S.12-24
  • Gendlin, E.T. (1999): Focusing in der Praxis. Eine schulenübergreifende Methode für Psychotherapie und Alltag. Stuttgart: Klett-Cotta
  • Gendlin, E.T. (1997a): What happens when Wittgenstein asks „what happens when...?“ The Philosophical Forum 28, 3, S.268-281, dt. (1999), übers. v. H. Deloch: „Was geschieht, wenn Wittgenstein fragt ‚Was geschieht, wenn...‘“ in: Schneider, H.J., Kross, M. (Hrsg.) Mit Sprache spielen. Die Ordnung und das Offene nach Wittgenstein. Berlin, Akademie-Verlag, S.119-135.
  • Gendlin, E.T. (1997b) A Process Model. New York: The Focusing Institute, dt.: Ein Prozess-Modell, übers. von D. Schoeller und Ch.Geiser, Freiburg: Karl Alber 2016
  • Gendlin, E.T. (1996): Focusing-oriented Psychotherapy. New York: The Guilford Press
  • Gendlin, E.T. (1992): Thinking beyond patterns: Body, Language and Situations. In: B. den Ouden and M. Moen (Hrsg.), The Presence of Feeling in Thought, S.25-151, New York: Lang
  • Gendlin, E.T. (1964): A theory of personality change. In P. Worchel & D. Byrne (eds.), Personality change, pp. 100-148. New York: John Wiley & Sons
  • Gendlin, E.T. (1962): Experiencing and the Creation of Meaning. A Philosophical and Psychological Approach to the Subjective. Evanston: Northwestern University Press
  • Jäger, U. (2016): Geschlechterverhältnisse im Wandel und gendersensibles Coaching, in: Wegener et al. (Hrsg.), Zur Differenzierung von Handlungsfeldern im Coaching. Die Etablierung neuer Praxisfelder. Wiesbaden: VS Verlag, S. 357-375
  • Jäger, U. (2014): Den Leib als Ort des Widerstands zum Sprechen bringen – mit Focusing. (Nachwort), in: Diss., Der Körper, der Leib und die Soziologie. Entwurf einer Theorie der Inkorporierung. 2. Auflage. Ulrike Helmer Verlag: Frankfurt, S. 235-266
  • König, T., Jäger, U. Im Erscheinen. Geschlecht anders erforschen – mit erlebensbezogenen Interviews.
  • Levin, D.M. (Ed.) (1997): Language beyond postmodernism. Saying and thinking in Gendlin’s philosophy. Evanstan, Northwestern University Press
  • Lou, N. (2004): Thinking at the Edge: Grassroots Introduction to TAE. Focusing in Focus
  • Rogers, C. (1961): On Becoming a Person, Boston: Houghton Mifflin Company, dt.: Entwicklung der Persönlichkeit. Stuttgart: Klett, 1973
  • Rogers, C. (1959): A Theory of Therapy, Personality and Interpersonal Relationships as Developed in the Client-Centered Framework. In: S. Koch (Hg.) Psychology: A study of a science, Bd. III Formulations of the person and the social context. New York: McGraw.Hill, S. 232-242, dt. Eine Theorie der Psychotherapie, der Persönlichkeit und der zwischenmenschlichen Beziehungen. Köln GwG, 1987
  • Stumm, G., Wiltschko, J., Keil, W. (Hrsg.) (2003): Grundbegriffe der Personzentrierten und Focusing-orientierten Psychotherapie und Beratung. Stuttgart: Klett Cotta
  • Tokumaru, S. (2008): Writing with TAE for Elaborating your Felt Sense. Tosho-Bunkasha
  • Tokumaru, S. (2011): Qualitative Research with TAE Steps. Thinking at the Edge: Theory and Applications. Hiroshima: Keisuisha.
  • Wahl, A. (2015): Erlebensbezogenes Concept Coaching (ECC) - eine Methode zur Förderung von Selbstorganisationsprozessen. Gesprächspsychotherapie und Personzentrierte Beratung 4/2015, S. 223-229
  • Wiltschko, J. (Hrsg.) (2008): Focusing und Philosophie. Eugene T. Gendlin über die Praxis körperbezogenen Philosophierens, Wien: Facultas
  • Weiser Cornell, Ann (1997): Focusing – der Stimme des Körpers folgen. Anleitungen und Übungen zur Selbsterfahrung. Hamburg: Rowohlt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gendlin, E.T., Hendricks, M. 2004
  2. http://www.focusing.org/tae_steps.html
  3. Deloch, H., Feuerstein, H.J. 2013; Feuerstein, H.J., Deloch, H. 2010
  4. Tokumaru, S. 2008, 2011
  5. Gendlin, E.T.: Introduction to 'Thinking at the Edge'. In: The Folio. A Journal for Focusing and Experiential Therapy. Band 19, Nr. 1. New York 2004, S. 1.
  6. Jäger, U.: Geschlechterverhältnisse im Wandel und gendersensibles Coaching. In: R. Wegener, A. Fritze, M. Loebbert (Hrsg.): Zur Differenzierung von Handlungsfeldern im Coaching. Die Etablierung neuer Praxisfelder. Springer VS, Wiesbaden, S. 357–375.
  7. Deloch, H.: Das Nicht-Sagbare als Quelle der Kreativität. E.T. Gendlins Philosophie des Impliziten und die Methode Thinking at the Edge. In: Tolksdorf, S. und H. Tetens (Hrsg.): In Sprachspiele verstrickt. Oder: wie man der Fliege den Ausweg zeigt. Verflechtungen von Wissen und Können. de Gruyter, Berlin, New York, S. 259–284.
  8. Gendlin, E.T. 2004, S.1
  9. Gendlin, E.T.: 2004. S. 5–6: „Weil wir inhärent Interaktionsgeschöpfe sind, öffnet sich unsere implicit intricacy [Komplexität, Schwierigkeit, Kompliziertheit, Verworrenheit, Verzwicktheit, U.J.] tiefer, wenn wir zu einer anderen Person sprechen, die uns wirklich hören will.“ Siehe http://www.focusing.org/de/TAE_Einfuhrung_Folio_de_HPM10.pdf
  10. H.Deloch, H.J. Feuerstein, ECC-Fortbildungsunterlagen 2016, unveröffentlichtes Material.
  11. Gendlin, E.T. 2004, S.6
  12. Gendlin, E.T. 2004, S.6
  13. Stumm, G., Wiltschko, J., Keil, W.W.: Grundbegriffe der Personzentrierten und Focusing-orientierten Psychotherapie und Beratung. Pfeiffer bei Klett-Kotta, Stuttgart 2003.
  14. Wittgenstein, L.: Philosophische Untersuchungen. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1984.