Thomas Thyssen

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Thomas Thyssen (* 6. Oktober 1978) ist ein deutscher DJ, Musikjournalist, Musiker und Konzertveranstalter der Schwarzen Szene.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thyssen wuchs in Kleve auf[1] und kam Anfang der 1990er-Jahre durch seinen Bruder Ralf in die Schwarze Szene.[2] Im Herbst 1992 bewarb er sich erfolgreich bei der Musikzeitschrift Sub Line als Journalist,[3] indem er Mike Litt[1] weismachte, er sei bereits volljährig. Bis das Magazin eingestellt wurde schrieb er für das Magazin. Ein Interview mit Andrew Eldritch blieb wegen der Einstellung der Zeitschrift unveröffentlicht.[1]

Er verfasste seitdem Artikel für Orkus, Sonic Seducer sowie Zillo[4] und ist heute Redaktionsleiter der Zeitschrift Gothic. Somit war er für die vier heute bekanntesten Szenemagazine in Deutschland tätig. Außerdem schrieb er für englischsprachige Magazine[3] und wirkte als Mitautor an mehreren Büchern über die Schwarze Szene mit.

Thyssen trat auch als Musiker in Erscheinung und war ab 1994[5] Mitglied der Gothic-Rock-Band Capital Hell. Er spielte Schlagzeug sowie Synthesizer und war der Autor einiger der Texte der Band.[6][7] Thyssen war an beiden CD-Veröffentlichungen der Band beteiligt. 1998[4] löste die Band sich auf, weil die Mitglieder sich über den einzuschlagenden musikalischen Weg nicht einig waren.[8] Inzwischen ist Thyssen selber nicht mehr als Musiker aktiv.[5]

Als DJ legte er unter anderem in der Bochumer Diskothek Zwischenfall auf[4], wo er gemeinsam mit seinem Bruder seit 1999[5] die Partyreihe Pagan Love Songs veranstaltete, die sich auf die ursprüngliche Gothic- und Wave-Musik spezialisierte, während auf den meisten Konkurrenzveranstaltungen Techno-beeinflusste Musik wie Future Pop überwiegte.[9] Die erfolgreiche Partyreihe machte Thyssen überregional bekannt.[10] Im Rahmen der Pagan Love Songs spielten Bands wie Cinema Strange, Diva Destruction oder The Deep Eynde ihre ersten Konzerte in Europa. Auch Faith & The Muse, Gitane Demone und Pink Turns Blue traten dort auf.[1] Thomas und Ralf Thyssen stellten zu der Partyreihe außerdem Compilations zusammen und veranstalteten Festivals.[5]

Seit 2007 finden die Pagan Love Songs nur noch unregelmäßig statt, weil sowohl Thyssen als auch sein Bruder aus dem Ruhrgebiet weggezogen sind.[5]

Neben weiteren Veranstaltungen legt Thomas Thyssen auch regelmäßig auf dem Wave-Gotik-Treffen in Leipzig auf. Heute lebt er in Berlin.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Thomas Thyssen: Zufälle, Schicksal und das Drumherum in Peter Matzke, Tobias Seeliger (Hrsg.): Gothic 3, Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 2006, ISBN 3-89602-700-X, S. 101–109
  2. Interview auf the-spine.de, 24. Mai 2009
  3. a b c Interview auf blacklive.de
  4. a b c Peter Matzke, Tobias Seeliger: Das Gothic- und Dark-Wave-Lexikon. Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 2003, ISBN 3-89602-522-8, S. 614
  5. a b c d e Interview auf the-spine.de, 24. Mai 2009 (Teil 2)
  6. Stories of Passion and Seriousness bei Discogs
  7. Vow of Tension bei Discogs
  8. Matzke/Seeliger 2003, S. 85
  9. Thomas Thyssen, Pagan Love Songs. terrorizer.com, 16. März 2011
  10. Thomas Clausen: Pagan Love Songs. CD-Rezension im Sonic Seducer 11/2004