Tolerantismus

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Tolerantismus bezeichnet die übertriebene Anwendung von Toleranz, in dem Andersartigkeit wie jedes klare Profil unerheblich betrachtet wird.[1]

Der Begriff wurde vermutlich zuerst von Kaiserin Maria Theresia benutzt, um sich gegen eine in ihren Augen übertriebene Tolerierung von Protestanten und Juden zu wenden.[2] Im 19. Jahrhundert verurteilte Papst Leo XII. zu Beginn seines Pontifikates den Tolerantismus, Indifferentismus und die Zugehörigkeit zu Bibelgesellschaften, die sich überall bildeten.

Tolerantismus ist ein Pejorativ und wird vor allem von Menschen verwendet, welche der Idee der Toleranz ablehnend gegenüberstehen oder der Ansicht sind, diese komme übermäßig zur Geltung. Heute wird das Wort zwar immer noch von religiös orientierten Kreisen verwendet, kann jedoch auch in allgemeinerer, recht diffuser Bedeutung auftreten, ähnlich dem Begriff Gutmensch.

Quellenangaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Universität Erlangen: Die Mitte des Glaubens (Rich-Text Format) (RTF; 143 kB)
  2. Geschichte der Wiener Juden bis 1914