Top Dogs

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Buchcover von Top Dogs

Top Dogs (Uraufführung: Theater am Neumarkt Zürich, Mai 1996) ist ein Theaterstück von Urs Widmer.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Drama Top Dogs von Urs Widmer, das 1997 im Verlag der Autoren erschienen ist und mehrfach ausgezeichnet wurde, beschäftigt sich mit gekündigten Topmanagern, die der völligen Entfremdung von ihrem Beruf, ihrem Privatleben und sich selbst zum Opfer gefallen sind und nun mit Hilfe der New Challenge Company versuchen, ihr Leben in den Griff zu bekommen und möglichst schnell einen neuen Job zu erhalten.

Charaktere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Charaktere werden bei den verschiedenen Aufführungen in der Regel nach den jeweiligen Schauspielern benannt. Alternativ werden die Namen der Schauspieler der Uraufführung 1996 in Zürich verwendet:

  • Julika Jenkins (war Projektleiterin)
  • Susanne Wrage (früher als Finanzanalystin bei der Chase Manhattan Bank)
  • Dodó Deér (einst im Catering einer Fluggesellschaft tätig)
  • Urs Bihler
  • Hanspeter Müller (Projektleiter bei einer Turbinenfirma)
  • E. Heinrich Krause
  • Michael Neuenschwander (war zuständig für die Freizeitkultur eines Konzerns)
  • Gilles Tschudi (war an der Börse tätig)

Alle Personen leiden unter ihrer Entlassung und können kaum begreifen, dass sie nun die Entlassenen sind. Sie müssen nun das, was sie vielen Arbeitnehmern zuvor durch deren Entlassung angetan haben, selbst erleben. Das Drama zeigt die völlige Entfremdung der „Top Dogs“ von ihrem Beruf, ihrem Privatleben und sich selbst. Keiner der entlassenen Manager schafft es, nach seiner Kündigung in ein „normales“ Leben zurückzufinden (außer Julika Jenkins; sie erhält nach ihrer Entlassung eine Stelle bei Nestlé in Südkorea. S. 84, Zeile 46–57). Sie alle sind gefangen in dem Wahn, nach ihren alten Zielen zu streben: Macht, Einfluss, Ansehen und Geld. Familienglück oder Empfinden von Liebe sind für die Charaktere nicht mehr möglich, da sie so sehr von diesen Werten und Gefühlen entfremdet sind. Die „Top Dogs“ sind gefangen im System, was auch daran zu erkennen ist, dass sie sich auf alle „Spiele“ im Outplacementcenter einlassen, obwohl deren Sinn vielfach fragwürdig erscheint.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Keine geschlossene Form
  • Kein durchgängiger Handlungsstrang
  • Die Besetzung der Rolle des Psychologen wechselt. Sie wird von unterschiedlichen Personen – allesamt eigentlich Klienten – wahrgenommen, was dazu führt, dass die Grenze zwischen Klienten und Psychologen verschwimmt.
  • Andere literarische Werke werden instrumentalisiert: u. a. die Apokalypse aus der Offenbarung des Johannes und diverse Märchen.
  • Die Sprache des Dramas wird an den Aufführungsort angepasst (Dialekt).
  • Keine psychologischen Figuren der Realität, sondern pauschale künstliche Stereotype
  • Die fehlende Benennung der Figuren durch den Autor zeigt deren Austauschbarkeit.
  • Die Form des Stückes ähnelt der des epischen Theaters.

Struktur und Zusammenfassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Gipfelkonferenz, Wrage/Deér

Herr Deér, der bei der Swissair arbeitete, kommt neu ins Outplacement-Center. Ihm werden die anderen Klienten vorgestellt. Er begreift jedoch nicht, dass er wie sie seit kurzem arbeitslos ist, sondern befindet sich mitten in einer Phase der Verleugnung. Durch das hartnäckige Bemühen von Frau Wrage, ihm seine Situation und den Zweck des Outplacement-Centers zu erklären, begreift er seine Situation schließlich.

2. Heute sind wieder die Churchills gefragt, Bihler/Tschudi

In diesem Abschnitt spielen zwei Klienten eine Entlassung nach, wobei Bihler den Chef und Tschudi den zu Entlassenden spielt. In diesem Kapitel spricht Bihler den prägnanten, die Geschäftswelt beschreibenden Satz: „Business, das ist Krieg. Blut und Tränen. So ist das.“

3. Die Schlacht der Wörter, alle Personen

Hier werfen alle Klienten ohne Zusammenhang einander Begriffe – meist Anglizismen – aus der Wirtschaft und dem Management zu.

4. Camp

Jenkins nimmt die Position der Psychologin ein und die Klienten sprechen der Reihe nach darüber, wie sie mit ihrer Entlassung umgegangen sind.

4.1 Der erste Fall, Jenkins/Müller

Müller war Projektleiter bei einer Firma namens „Interstorm“. Er wird nach Ouchy zum Chef gerufen, wird im Lift jedoch von einem anderen Mitarbeiter schon darüber informiert, dass er entlassen werden soll. Daraufhin wickelt er die Kündigung beim Chef „professionell“ und scheinbar cool ab.

4.2 Der zweite Fall, Wrage

Wrage war in der Führungsspitze eines Waffenkonzerns tätig. Ganz überraschend wurde ihr schriftlich gekündigt. Daraufhin buchte sie sofort einen Urlaub in die Karibik.

4.3 Der dritte Fall, Neuenschwander

Neuenschwander war in einem Großkonzern für das Freizeitangebot des Managements zuständig. Er gab vielen Managern Tennisstunden und stellte fest, dass diese zunehmend aggressiver spielten. Als die Manager plötzlich bis tief in die Nacht arbeiten mussten, wurde sein Posten überflüssig und er wurde entlassen. Er hatte sich an diesem Tag einen Porsche gekauft, und seine Frau verließ ihn mit seinem alten Auto (Golf GTI).

4.4 Der vierte Fall, Tschudi

Tschudi war für Brubble & Lee Ltd. an der Börse tätig. Nachdem die Führung zunehmend illegale Aktionen durchführte, sollte Tschudi als Sündenbock herhalten. Als er dies verweigerte, kam die Führung mit drei Personen und seinem Nachfolger aus Hongkong und es wurde ihm gekündigt.

4.5 Sie sind entlassen, Krause!, Krause/Jenkins/Bihler

(Jenkins leitet die Diskussion)
Krause spricht darüber, dass es doch eigentlich keine Schande sei, entlassen zu werden. Schließlich gehe es Millionen Menschen so. Dennoch nimmt es ihn persönlich sehr mit; er kämpft immer wieder mit den Tränen. Seit seiner Entlassung hat er viele psychosomatische Probleme entwickelt.
Auf die Frage, wie er in der Position seines Chefs die Kündigung ausgesprochen hätte, wird ein Rollenspiel aufgebaut. Nachdem er auch in der Rolle des Chefs zunächst nicht aus seiner Haut kann und einen weinerlichen Ton anstimmt, nimmt er plötzlich Haltung an und putzt „Heinrich Krause“ ordentlich herunter.

4.6 Manöverkritik, alle Vorherigen

Es wird über die Ausführungen von Krause diskutiert.
Einige stören sich an der übermäßigen Emotionalität, die Krause im Rollenspiel zeigte, andere finden sie verständlich. Der Sinn des Outplacement-Centers und die Vermittlungschancen besonders für die älteren Teilnehmer werden von einigen angezweifelt und von der Gruppe diskutiert.

4.7 Der vierte Fall (2)

Nachdem Tschudi entlassen wurde und er dadurch auch sein Auto abgeben musste, mietet er sich ein gleiches Auto und verlässt in den folgenden Wochen wie jeden Tag pünktlich das Haus, um seiner Frau die Entlassung zu verheimlichen. Eines Tages erfährt er, dass seine Frau und die Kinder längst von seiner Entlassung wissen. Er dreht durch und schlägt seine Frau. Über diesen Vorfall sprechen beide jedoch nicht, sondern verhalten sich am nächsten Morgen „wie gewohnt“.

4.8 Der zweite Fall (2)

Wrage erzählt, dass entgegen ihrer vorherigen Schilderung der Urlaub in der Karibik alles andere als schön gewesen sei. Sie hat in den drei Wochen ihr Zimmer nicht einmal verlassen. Als eine der ersten formuliert sie ganz klar, dass eine Entlassung eine überaus demütigende Erfahrung ist.

4.9 Der dritte Fall (2)

Neuenschwander erzählt, dass er den Porsche immer nur in der Garage laufen lässt. Ansonsten fährt er den Wagen nicht.

4.10 Der erste Fall (2)

Müller erzählt davon, dass auch seine Entlassung viel erheblichere Auswirkungen hatte, als er zuvor geschildert hat. Seine Frau erlitt, nachdem sie von seiner Entlassung erfuhr, einen Nervenzusammenbruch, kam in psychiatrische Behandlung und bekommt jetzt Medikamente. Seitdem gehe es ihr wieder gut.

5. Gangübungen (1)

Tschudi erklärt Deér, wie er als Manager aufzutreten hat. Dabei geht es vor allem um Körperhaltung und Gang.

6. Blöde Kuh

Müller ist der Psychologe und lässt Jenkins und Neuenschwander ein Rollenspiel durchführen. In diesem Rollenspiel stellt Jenkins Neuenschwanders Frau dar. Es wird in vertauschten Rollen die morgendliche Situation in der Küche nachgespielt, um die Konflikte des Paares beleuchten zu können.

7. Gangübungen (2)

Diesmal ist Deér der Lehrer und bringt Tschudi das richtige Auftreten bei, wobei er das, was ihm Tschudi erklärt hat, völlig übertrieben weitergibt.

8. Träume

Alle Klienten erzählen der Reihe nach, was sie träumen und was sie gerne mal tun würden. Fast alle wünschen sich mehr Menschlichkeit in der Welt, wobei sie sich selbst in Widersprüche verwickeln und es sich bei näherer Betrachtung und Interpretation herausstellt, dass dies alles nur Hirngespinste von ihnen sind.

8.1 Menschliche Beziehungen, Krause

Krause möchte mehr Zeit für menschliche Beziehungen haben und mal etwas anderes tun als arbeiten. Er entdeckt das Internet als sorgenfreie Zone, in die er sich zurückziehen kann.

8.2 Der Glanz der hohen Zahl, Tschudi

Tschudi zählt eine ganze Reihe hoher Zahlen auf, um zu verdeutlichen, welche „Werte“ in der Wirtschaft und im Management zählen. Er sehnt sich anscheinend danach, wieder einmal solch gute Zahlen zu „produzieren“.

8.3 Tierwärter, Deér

Deér würde sich manchmal gerne aus dem Management zurückziehen und als Tierpfleger arbeiten, was ihm mehr sozialen Kontakt (z. B. zu den Tieren) verschaffen würde.

8.4 Waffen der Frau, Wrage

Wrage spricht mit einer Mischung aus Kampfwillen und Bitterkeit darüber, dass sie „zurückkommen“ wird. Dazu will sie, wie schon in der Vergangenheit auch, die „Waffen der Frau“ nutzen und stellt klar, dass dies nicht nur Sexappeal, sondern vor allem der Verstand ist.

8.5 Büro aus Glas, Jenkins

Jenkins träumt von einer glanzvollen Karriere, in welcher es ein „Büro aus Glas“ mit zahlreichen, ihr gehörenden Unternehmen gibt. Neben diesen Phantasien spricht sie immer wieder über ihre Mutter, die ihr ein ganzes Leben lang eingeredet hat, dass aus ihr nichts werden wird. Besonders am Schluss wird deutlich, dass sie den Erfolg vor allen Dingen deshalb herbeiwünscht, um endlich die Anerkennung ihrer Mutter zu finden.

8.6 Honeymoon-Suite, Bihler

Bihler möchte seine Gattin einmal so richtig mit den luxuriösesten Dingen dieser Welt verwöhnen, um ihr für ihre Treue in alle den Jahren der Vernachlässigung zu danken. In seinen Schilderungen wird deutlich, dass seine Vorstellung von „verwöhnen“ sich mehr an Klischees und seiner Vorstellung von Luxus als an den wahren Bedürfnissen seiner Frau orientieren.

8.7 Bergwanderung, Müller

Müller möchte mit seinem Chef eine Bergwanderung machen, um ihn – letztendlich oben angekommen – in die Tiefe zu stürzen und dann genüsslich dabei zusehen, wie dieser qualvoll stirbt.

8.8 Mundharmonika, Neuenschwander

Neuenschwander spielt auf seiner Mundharmonika Teile aus Mozarts Kleiner Nachtmusik.

Diese Friedfertigkeit steht im krassen Kontrast zu Müllers brutaler Vorstellung.

9. Gangübungen (3), Tschudi/Deér

Nun ist wieder Tschudi der Lehrer, der Deér erneut das Auftreten beibringt, es jedoch diesmal selbst so sehr übertreibt, dass Deérs Gang am Ende völlig unnatürlich aussieht.

10. Die Märchen

Eine sehr ähnliche Situation wie bei den Träumen, nur dass nicht alle Klienten zu Wort kommen. Die Märchen richten sich an den Zuschauer, was man daran erkennt, dass die Personen nichts aus diesen Märchen lernen, bzw. nicht einmal ansatzweise die Lehre wahrnehmen.

10.1 Hans im Glück, Neuenschwander

Es wird die Geschichte von Hans im Glück erzählt. Neuenschwander kann dabei nicht begreifen, wie man alles verlieren und trotzdem glücklich sein kann.

10.2 Das Märchen von den Vätern und Söhnen, Müller

Es wird erzählt, dass die Söhne eines jeden Vaters ausziehen, um das zu erlernen, was der Vater selbst einst lernte. Dabei geht es darum, dass die Söhne nicht beim Vater lernen, was sie eben so gut könnten, sondern sich lieber einen fremden Lehrmeister suchen.

10.3 Der Fischer und seine Frau, Krause

Es wird von einem Fischer berichtet, der einen Fisch fängt und diesen wieder ins Wasser wirft, weil der Fisch ihm erzählt, dass er ein Prinz sei. Die Frau des Fischers schickt den Fischer zum Fisch zurück und stellt Forderungen, die auch erfüllt werden. (Zunächst nur ein richtiges Haus, zum Schluss will sie Gott sein.) Am Ende wird diese Habgier dadurch bestraft, dass sie das zurückbekommt, was sie am Anfang hatte.

10.4 Die Utopie vom Menschen, Bihler

Es wird erzählt, dass eine Zeit kommt, die voller Harmonie und Frieden sein wird. Am Ende wird jedoch gesagt: „So wird es werden, wenn nicht in diesem, dann im nächsten Jahrtausend“. Somit bleibt nur das Hoffen auf diese Zeit.

11. Exerzierfeld

Es werden japanische Kampfübungen in der Gruppe gemacht.

11.1 Die große Klage

Ähnlich wie bei der Schlacht der Wörter, werden hier wieder von allen Anwesenden Begriffe durcheinander geschrien, jedoch noch intensiver als beim ersten Mal.

12. Abschied, alle

Frau Wrage erklärt, dass Jenkins einen neuen Job gefunden hat und die Gruppe verlassen wird. Es wird ihr daraufhin Glück gewünscht und sie verabschiedet sich von jedem der Anwesenden.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stück entstand aus von Urs Widmer geführten Interviews mit entlassenen Topmanagern, wobei deren Probleme mit der Entlassung als Grundlage der Charakterkonflikte der einzelnen „Top Dogs“ übernommen wurden. Außerdem bekam Widmer Hilfe von zwei Outplacement-Firmen.

Die Entstehung des Stückes erklärte Urs Widmer als „eine Art Auftrag“. Volker Hesse, damals Co-Intendant des Theater am Neumarkt Zürich, thematisierte Anfang 1996 die Entlassung von gut verdienenden Managern. „Dass ganze Management-Ebenen wegrationalisiert wurden, das hatte damals noch einen News-Wert. Wir haben in sogenannten Outplacement-Büros recherchiert, wie zwei Ethnologen.“ Die Recherchen, das Schreiben des Stücks und die Proben fanden zur gleichen Zeit statt: „Alles in allem eine heiße Zeit. In drei Monaten waren wir fertig.“[1]

Handlungsort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Outplacement-Center ist der zentrale Handlungsort. Es handelt sich hierbei um eine Einrichtung für entlassene Führungskräfte, den Top Dogs, welche von der NCC (New Challenge Company) betrieben wird. Es wird den Klienten, entlassenen Topmanagern, geholfen, mit der Situation der Arbeitslosigkeit zurechtzukommen und einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Dabei wird ihnen ihre gewohnte Umgebung vorgetäuscht, so ist das Outplacement-Center im Bürostil gehalten. (S. 13, Z. 6–11, Frau Wrage: „Wir stellen unseren Klienten hier eine Infrastruktur zur Verfügung, ähnlich der, die sie von ihren frühern Arbeitgeber her gewöhnt sind. Computer, Fax, Telefon, Sekretariat für alle Schreibarbeiten [...], Kaffeemaschine [...].“)

Bewertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Thema ... heißt: strukturelle Arbeitslosigkeit; es ist das Dilemma der westlichen Industrie- und Wohlstandsgesellschaft. Doch anders als sonst wird das Thema ganz vom Kopf her aufgezäumt. Nicht um Underdogs geht es, sondern um „Top Dogs“. Um Spitzenmanager also, die im Zuge global bedingter Umstrukturierung entlassen wurden und die sich jetzt, zwecks Schockabfederung, Enttäuschungsverarbeitung und späterer beruflicher Reintegration, in einem Zürcher Outplacement-Büro zusammengefunden haben. Wichtig ist der Perspektivenwechsel. Präsentiert wird ein Königsdrama der Wirtschaft, nicht ein Kleine-Leute-Stück. Das bugsiert das Spiel aus den Grauzonen der üblichen Sozialreportage heraus, sichert ihm überraschende Einsichten – und Witz: Ein klein wenig Schadenfreude, natürlich, ist auch dabei... Lachend, bestens unterhalten, aber immer wieder auch in Beklommenheit begreifen wir: Da ist etwas faul, nicht nur im Staate Helvetia; da bahnt sich weltweit ein ziemlich wölfischer Kapitalismus seinen Weg, in seiner Inhumanität notdürftig getarnt hinter den phraseologischen Fassaden eines dynamischen Neoliberalismus; da wird der Mensch, falls er nicht gerade als Verbraucher benötigt wird, zunehmend überflüssig; da müssen Manager nicht nur ihre Untergebenen, sondern am Schluss auch sich selbst entlassen. Das ist die groteske Logik der Ökonomie. Die Globalisierung frißt ihre Kinder.
– Aus: Gerhard Jörder, Preisrede auf „Top Dogs“ beim Berliner Theatertreffen 1997

Primärliteratur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sekundärliteratur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Urs Widmer Werkstattgespräch in der Literaturzeitschrift Torso
  2. darin: Simon Grand: Der Markt am Neumarkt. Das Theater aus ökonomischer Sicht
  3. für die gymnasiale Oberstufe
  4. weitgehend gleich mit Schachenmann, jedoch ohne die dortigen zahlr. Abb.- Einige Seiten mehr als die Bange-Ausgabe 2010