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Traditionelles Bogenschießen

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Die Begriffe traditionelles Bogenschießen, instinktives Bogenschießen und intuitives Bogenschießen werden im deutschsprachigen Raum teilweise unterschiedlich verwendet.

Der Begriff „traditionelles Bogenschießen“ beschreibt vor allem die verwendete Ausrüstung und orientiert sich häufig an historischen oder historischen Vorbildern nachempfundenen Bogenformen. Innerhalb des traditionellen Bogenschießens kommen unterschiedliche Zielmethoden zur Anwendung, darunter instinktives Schießen, intuitives Schießen sowie technische Verfahren wie Stringwalking oder Facewalking.

Der Begriff „instinktives Bogenschießen“ geht auf den englischen Ausdruck „Instinctive Shooting“ zurück, der bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im englischsprachigen Bogenschießen verwendet wurde. So beschreibt L. E. Stemmler in seinem Werk The Essentials of Archery (1940) unter der Überschrift „Instinctive Shooting“ eine Schießmethode, bei der Zielerfassung und Bewegungsabläufe durch Übung und Erfahrung verinnerlicht werden. Stemmler vergleicht diesen Vorgang mit dem Werfen eines Steins oder Baseballs und bezeichnet ihn als „natural or instinctive method of shooting a bow“.¹

Dabei bezieht sich der Begriff „instinktiv“ nicht auf einen angeborenen Instinkt, sondern auf Fähigkeiten, die durch Training, Wiederholung und Erfahrung erworben und automatisiert werden.

Der Begriff „intuitives Bogenschießen“ verbreitete sich später insbesondere im deutschsprachigen Raum. Er betont stärker die subjektive Wahrnehmung und das Schießen nach Körpergefühl. In der Praxis werden die Begriffe „instinktiv“ und „intuitiv“ häufig synonym verwendet. Eine allgemein anerkannte und verbindliche Abgrenzung zwischen beiden Begriffen existiert nicht.

¹ Stemmler, L. E.: The Essentials of Archery – How to Use and Make Bows and Arrows, New York, 1940, S. 29, Kapitel „Instinctive Shooting“.

Während das bekanntere Sportbogenschießen nach den Regeln der FITA bzw. World Archery Federation (WA), wie es bei den Olympischen Spielen ausgeübt wird, relativ eng reglementiert und standardisiert ist, gibt es im traditionellen Bogenschießen eine große Vielfalt an unterschiedlichen Bauarten der Bögen, Pfeile und Sehnen und an Ausübungsvarianten. Diese Form des Bogenschießens hat in den letzten Jahren zunehmend an Popularität gewonnen.

Die Schusstechnik des traditionellen Bogenschießens ist gegenüber der des olympischen Bogenschießens etwas anders: Die Sehne wird ausschließlich mit den Fingern der Zughand gezogen, ohne dass technische Hilfen benutzt werden. Dazu werden verschiedene Griffstile benutzt.

Mediterraner Griff

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Mediterraner Griff

Dabei legt man den Pfeil auf die Sehne, der Zeigefinger ist über, der Mittel- und Ringfinger unter dem Pfeil. Die Sehne liegt in den vorderen Fingerfurchen. Der Pfeil wird durch den Mittel- und Zeigefinger lediglich locker in der Sehne gehalten. Dies hat den Vorteil, dass man den Pfeil beim Ausziehen nicht verliert (relevant bei dünnen Sehnen oder Selfnocks) und dass man durch die drei Finger genug Kraft hat, die Sehne zu ziehen.

Unteranker, „Apache Draw“

Auch Untergriff. Bei dieser Methode sind Zeige-, Mittel- und Ringfinger unter dem Pfeil. Auch hier liegt die Sehne in den vorderen Fingerfurchen. Ein Merkmal dieser Technik ist, dass der Pfeil dabei sehr viel näher am Auge liegt als beim mediterranen Anker. Diese Technik wird von System- und FITA-Schützen benutzt, da diese das Ziel über den Pfeil anvisieren. Beim Stringwalking wird die Sehne je nach Entfernung zum Ziel unterschiedlich weit unterm Nockpunkt abgegriffen, was bei einer immer gleichen Position der Bogenhand und damit des Griffstücks für unterschiedliche Abschusswinkel des Pfeils sorgt.

Mongolischer Griff

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Bei dieser zumeist bei Kompositbögen verwendeten Technik wird die Sehne unterhalb des Nockpunkts von innen mit dem Daumen gegriffen und verharrt beim Auszug in der vorderen Daumenfurche. Geankert wird dabei mit dem zweiten Daumenglied unterhalb des Ohrs, was eine weitaus größere Auszugslänge als beim Kinnanker darstellt. Bei dieser Schusstechnik wird anstelle eines Tabs oder Schießhandschuhs ein Daumenring getragen.

Instinktives bzw. intuitives Schießen

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Beim instinktiven beziehungsweise intuitiven Schießen wird auf bewusste technische Zielhilfen wie Visier, Stringwalking oder ein gezieltes Ausrichten über die Pfeilspitze verzichtet. Der Schütze richtet seine Aufmerksamkeit auf das Ziel, während Entfernungseinschätzung, Bewegungsabläufe und Schusskoordination durch Übung und Erfahrung erlernt und zunehmend automatisiert werden.

Die Konzentration liegt dabei meist auf einem möglichst kleinen Punkt im Ziel. Häufig wird diese Schießweise mit dem Werfen eines Steins verglichen: Der Werfende berechnet weder Winkel noch Flugbahn bewusst, sondern nutzt Fähigkeiten, die durch viele Wiederholungen verinnerlicht wurden.

Der Begriff „instinktives Schießen“ geht auf den englischen Fachbegriff Instinctive Shooting zurück, der bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verwendet wurde. So beschreibt L. E. Stemmler in The Essentials of Archery (1940) das „natural or instinctive method of shooting a bow“ als eine Schießweise, bei der Zielerfassung und Bewegungsabläufe durch Übung und Erfahrung erlernt werden.

Im deutschsprachigen Raum wird häufig auch die Bezeichnung „intuitives Bogenschießen“ verwendet. Die Begriffe werden heute oft synonym gebraucht. Eine allgemein anerkannte und verbindliche Abgrenzung zwischen „instinktiv“ und „intuitiv“ existiert nicht.

Systemschießen

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Beim Systemschießen wird der Bogen und der Pfeil als Zielhilfe benutzt. Je nach Entfernung variiert man die Pfeilstellung durch eine Veränderung mit der Zughand, wobei die Entfernung zum Ziel bekannt oder gut geschätzt sein muss. Gezielt wird gewöhnlich über die Pfeilspitze, die genau ins Ziel zeigt.

Vorteile

  • Schnell erlernbar, recht bald gute Erfolge
  • Ein reproduzierbares Schussbild ist leicht möglich

Nachteile

  • Die Entfernung zum Ziel muss zwingend bekannt sein
  • Dämmerungsschießen ist aufgrund der schwachen Lichtverhältnisse nicht möglich
  • Bewegliche Ziele können kaum getroffen werden
  • Schützen mit einem kreuzdominanten Auge müssen z. B. als Rechtshänder einen Linkshand-Bogen benutzen

Unter Selfbows werden Bogen verstanden, die aus einem Stück Holz gebaut sind. Sie haben keine Pfeilauflage und kein ausgeschnittenes Bogenfenster und gehören zur Klasse der Primitivbogen. Der Pfeil liegt auf dem Handrücken, bzw. Zeigefinger.

Bogen, die solchen Kriterien entsprechen können, sind u. a.:

„andere Naturbogen“

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Daneben gibt es Bogen, die aus verschiedenen natürlichen Materialien zusammengesetzt sind:

  • Holzbogen mit einem Backing (Belag auf dem Bogenrücken)
  • Hornkompositbogen (Horn, Holz, Sehne)
  • japanische Kyūdō-Yumi (Bambus, Holz)

auch diese Bogen haben weder Pfeilauflage noch Bogenfenster.

Moderner Langbogen

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Moderne Langbogen sind in der Länge etwa der Größe des Schützen entsprechend, jedoch meist etwas kürzer. Sie haben lange, gerade oder mit einer leicht nach vorne gerichteten Beugung (Recurve) versehene Wurfarme und einen Griff mit Pfeilauflage.

Der Stil entspricht eher dem eines Flachbogens als einem englischen Langbogen, da die Wurfarme flach gehalten sind und nicht – wie beim englischen Langbogen – in einer Fortführung der Griffform ähnlich einem "D". Auch können diese in einer leichten lang geschwungenen Recurve-Form gebaut sein, um den Handschock abzumildern.

Der moderne Jagdrecurve ist ein deutlich kürzerer Bogen mit einem ergonomisch geformten Griffstück, ein Bogenfenster mit Shelf über dem Griff und dynamische Recurves. Die Recurve-Anteile des Bogens sind die weit nach vorne gebogene Enden der Wurfarme und bieten dem Schützen durch eine Optimierung der Wurfarmphysik eine deutliche Verstärkung der Wurfkraft und einen sanften Schuss.

Take-Down-Recurve
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Take-Down-Recurves haben abnehmbare Wurfarme und dadurch ein geringeres Packmaß. Durch Verwendung anderer Wurfarme lässt sich das Zuggewicht des Bogens ändern. Oft haben sie ein schwereres Griffstück als One-Piece Recurves, was zur Stabilisierung im Schuss beitragen kann.

One-Piece Recurve
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Von der Form her sind sie wie Take-Down Recurves gebaut, nur kann man die Wurfarme nicht abnehmen.

Holzpfeile werden beim traditionellen Bogenschießen am häufigsten benutzt. Unterschiede werden in verschiedenen Holzsorten (meistens Fichte, Kiefer oder Zeder) gemacht. Nachteilig sind die relative Bruchanfälligkeit der Holzschäfte sowie die wegen des Naturstoffs leicht unterschiedlichen Materialeigenschaften, welche sich aufs Schussbild auswirken. Von Vorteil ist der – im Vergleich zu Schäften aus modernen Materialien – geringere Preis. Holzpfeile werden zumeist mit Naturfedern befiedert.

Carbon- und Aluminiumpfeile

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Diese modernen Materialien sind auch im traditionellen Bogenschießen im Vormarsch. Auch wenn sie im Vergleich zu Holzschäften deutlich teurer sind, haben sie große Vorteile in den Bereichen Haltbarkeit, Materialeigenschaften und Berechenbarkeit. Für traditionelle Schützen spielen jedoch diese modernen Werkstoffe eine untergeordnete Rolle.

Bambuspfeile sind die natürliche Alternative zu Carbon- und Aluminiumpfeilen. Beim japanischen Kyūdō werden Bambuspfeile verwendet.

Um die Pfeile sicher am Schützen zu verwahren und transportieren zu können, werden Köcher benutzt. Folgende Hauptarten gibt es:

Dieser als "klassisch" angesehene Köcher wird auf dem Rücken getragen, so dass der Schütze den Pfeil mit der Hand, welche die Sehne zieht, über den Rücken aus diesem ziehen kann.

Ein Nachteil ist, dass beim nach vorne Bücken des Schützen die Pfeile aus dem Köcher fallen können.

Seitenköcher werden am Gürtel auf der Seite der Zughand getragen und ermöglichen ein schnelles und bequemes Herausziehen der Pfeile. Nachteilig ist die etwas instabile Tragweise, so dass der Seitenköcher beim schnellen Laufen im ungünstigsten Fall um die Beine schlenkert.

Bogenköcher sind Vorrichtungen, die am Bogen selber befestigt werden, und meist Platz für sechs bis acht Pfeile bieten. Die Pfeile sind damit fest am Bogen, stören im Gelände nicht und das Eigengewicht des Bogens und damit seine Stabilität im Schuss sind erhöht. Diese Köcherart ist prädestiniert für die Bogenjagd, an mittelalterlichen Bögen wären sie ein vorgreifender Anachronismus.