Tricky

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Tricky (2009)

Tricky (* 27. Januar 1968 in Bristol, England, eigentlich Adrian Nicholas Matthews Thaws) ist ein britischer Musiker und Filmkünstler. Tricky gilt als einer der wichtigsten Protagonisten der Trip-Hop-Bewegung, obwohl er selbst diese Genrebezeichnung ablehnt.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thaws Kindheit und Jugend waren geprägt durch die Abwesenheit seines Vaters, den er nie kennenlernte, und den Suizid der Mutter, als er vier Jahre alt war. Nach seiner Mutter Maxine Quaye benannte Tricky später sein erstes Soloalbum.

Tricky war zunächst als befreundeter Gastmusiker auf den ersten beiden Alben der Bristoler Musikgruppe Massive Attack tätig, gehörte jedoch niemals offiziell zu der Band. 1994 trennte er sich von der Gruppe und begann eine Solokarriere. 1995 veröffentlichte er zusammen mit Martina Topley-Bird sein erstes Soloalbum Maxinquaye, das ein Verkaufsschlager wurde und bis heute als Meilenstein und Pionieralbum des Trip-Hop gilt. Mit seiner plötzlichen internationalen Berühmtheit und dem folgenden Medieninteresse konnte sich Tricky nur schwer anfreunden. So äußert er sich in Interviews und auch in seinen Songs Tricky Kid oder For Real kritisch gegenüber Journalismus und Musikindustrie.

Sein musikalisches Gesamtwerk ist nicht eindeutig einer Musikrichtung zuzuordnen. Nach Maxinquaye experimentierte er auf späteren Alben mit Musikstilen wie Reggae, Rock und Hip-Hop. Jedoch konnte er damit nie an den Erfolg seines Erstlings anknüpfen – weder in Hinsicht auf die Verkäufe, noch im Hinblick auf das Feedback durch die Kritik. Sein elftes Album Vulnerable tendiert gen Rock, obwohl es dennoch die typischen Züge des Tricky-Sounds aufweist. Im Juli 2008 erschien ein Studioalbum mit dem Titel Knowle West Boy auf dem Plattenlabel Domino. Knowle West ist der Name des Stadtviertels von Bristol, in dem er aufwuchs. Im Dezember 2009 veröffentlichte Tricky gemeinsam mit dem Dub-Kollektiv South Rakkas Crew das Album Tricky Meets South Rakkas Crew bei Domino.[1] Im Mai 2013 erschien sein Album False Idols, auf dem Tricky mit Künstlern wie Peter Silberman (The Antlers) und Nneka zusammenarbeitete. Das unter seinem realen Namen Adrian Thaws erschienene Album von 2014 erhielt teilweise sehr schlechte Kritiken.[2]

Als Schauspieler kann man ihn in dem Luc-Besson-Spielfilm Das fünfte Element an der Seite von Bösewicht Gary Oldman sehen. In weiteren Filmen (Go Now, Clean) verkörperte er stets sich selbst. 2005 sah man ihn im amerikanischen Fernsehen in der Serie Girlfriends in mehreren Episoden als Leader einer Band. Im Jahr 2008 hat er sein Regiedebüt Brown Punk veröffentlicht, in dem er selbst auch mitspielt und in dessen Soundtrack sich Bands von Trickys Plattenlabel Brown Punk wiederfinden.[3]

Seit 2015 lebt und arbeitet Tricky in Berlin.[4]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[5][6] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1995 Maxinquaye
76
(8 Wo.)
300! 300! 3
GoldGold

(35 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 20. Februar 1995
1996 Nearly God
300! 300! 300! 10
(4 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 29. April 1996
als Nearly God
Pre-Millennium Tension
69
(1 Wo.)
300! 300! 30
SilberSilber

(2 Wo.)
140
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 11. November 1996
1998 Angels with Dirty Faces
48
(2 Wo.)
300! 300! 23
(2 Wo.)
84
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. Mai 1998
2001 Blowback
48
(9 Wo.)
5
(12 Wo.)
33
(12 Wo.)
34
(2 Wo.)
138
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. Juli 2001
2003 Vulnerable
65
(2 Wo.)
67
(1 Wo.)
27
(5 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 19. Mai 2003
2008 Knowle West Boy
95
(1 Wo.)
35
(7 Wo.)
25
(6 Wo.)
63
(1 Wo.)
147
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 7. Juli 2008
2010 Mixed Race
300! 300! 99
(1 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 27. September 2010
2013 False Idols
83
(1 Wo.)
34
(2 Wo.)
30
(3 Wo.)
66
(1 Wo.)
149
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 23. Mai 2013
2014 Adrian Thaws
300! 300! 63
(1 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 8. September 2014
2016 Skilled Mechanics
300! 300! 300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 22. Januar 2016
2017 Ununiform
300! 300! 47
(1 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 22. September 2017

Kollaborationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[5] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1995 The Hell E.P.
300! 300! 300! 12
(3 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: Juli 1995
mit Gravediggaz
1999 Juxtapose
41
(4 Wo.)
23
(5 Wo.)
35
(3 Wo.)
22
(2 Wo.)
182
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 16. August 1999
mit DJ Muggs & Dame Grease

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[5] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1994 Aftermath
Maxinquaye
300! 300! 300! 69
(1 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: Januar 1994
Overcome
Maxinquaye
300! 300! 300! 34
(3 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: Dezember 1994
1995 Black Steel
Maxinquaye
300! 300! 300! 28
(3 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: April 1995
Pumpkin
Maxinquaye
300! 300! 300! 26
(2 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: Oktober 1995
feat. Alison Goldfrapp
1996 Poems
Nearly God
300! 300! 300! 28
(2 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: April 1996
als Nearly God
Christiansands
Pre-Millennium Tension
300! 300! 300! 36
(2 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: Oktober 1996
1997 Tricky Kid
Pre-Millennium Tension
300! 300! 300! 28
(2 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: Januar 1997
Makes Me Wanna Die
Pre-Millennium Tension
300! 300! 300! 29
(2 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: April 1997
1998 Money Greedy / Broken Homes
Angels with Dirty Faces
300! 300! 300! 25
(2 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: Mai 1998
feat. PJ Harvey
1999 For Real
Mind Bomb
300! 300! 300! 45
(1 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: August 1999

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tricky – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://blog.zeit.de/tontraeger/2009/12/02/tricky-south-rakkas-crew_4182
  2. Tricky: Im Club zur langen Weile, Rezension von Karl Fluch in Der Standard vom 1. September 2014, abgerufen 22. Oktober 2014
  3. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 18. Dezember 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.brownpunk.tv
  4. http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/sonntag/der-britische-musiker-wohnt-jetzt-in-berlin-neukoelln-ist-trickys-welt/12897736.html
  5. a b c Chartquellen: DE AT CH UK US
  6. Auszeichnungen für Musikverkäufe: UK