Tschingelsee

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Tschingelsee
Tschingelsee von oben.JPG
Der Tschingelsee im hinteren Kiental von oben gesehen
Geographische Lage Kiental, Berner Oberland, Kanton Bern, Schweiz
Zuflüsse Gornernbach u. a.
Abfluss Chiene
Daten
Koordinaten 623624 / 155731Koordinaten: 46° 33′ 9″ N, 7° 44′ 48″ O; CH1903: 623624 / 155731
Tschingelsee (Kanton Bern)
Tschingelsee
Länge 800 m[1]
Breite 300 m[1]
Tschingelsee unten.JPG
Am Tschingelsee im hinteren Kiental

Der Tschingelsee liegt im hinteren Kiental;[2] er entstand im Juli 1972 nach einem heftigen Gewitter, welches an den Hängen des Ärmighorns einen grossen Murgang verursachte. Die Geschiebefracht blockierte beim heutigen Zufluss des Sagibach den Gornernbach (auch Gornerewasser genannt) und bildete einen Damm. Dahinter staute sich der Tschingelsee auf.[3]

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Luftbild vom 26. Juli 1961 ist die Tschingelalp zu erkennen (Bildmitte).[4] Das schwere Unwetter in der Nacht vom 18. Juli 1972 löste am Ärmighorn einen Murgang aus, welcher die Tschingelalp verschüttete und rasch einen 6 m hohen Damm aufschüttete. Dahinter stauten sich die Bergbäche, z. B. der Gornerenbach, und bildeten über Nacht den 300 m breiten und 800 m langen Tschingelsee.[1]

Verlandung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedingt durch das Schrumpfen des Gamchigletschers,[5] führt der Gornerenbach seit den 1990er-Jahren immer mehr Geschiebe. Dieses Geschiebe wird grösstenteils im Tschingelsee abgelagert und führt zu dessen Verlandung.[6]

Schutzgebiet von nationaler Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

im Jahr 1987 wurde der Tschingelsee in das Bundesinventar der Auengebiete von nationaler Bedeutung aufgenommen.[7][8][9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz von Gunten: Seen- und Seelenlandschaften. Sagenhafte Begegnungen an über 80 Seen im Kanton Bern. Schürch, Huttwil 2012, ISBN 978-3-9523983-0-2 (seenlandschaften.ch [abgerufen am 21. August 2014]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Auengebiete. Bundesamt für Landestopografie, abgerufen am 18. August 2014.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Andreas Staeger: Der Tschingelsee verabschiedet sich. (Nicht mehr online verfügbar.) wanderprofi.info, archiviert vom Original am 3. Dezember 2017; abgerufen am 15. Februar 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/wanderprofi.info
  2. Landeskarte 1:25'000. Bundesamt für Landestopografie, abgerufen am 21. August 2014.
  3. Tschingelsee ist wieder eine Gefahr. Thuner Tagblatt, 10. Oktober 2012, abgerufen am 21. August 2014.
  4. Aerial Image b/w, Picture number: 19619990519570. Swisstopo, 26. Juli 1961, abgerufen am 21. August 2014.
  5. Schweizerisches Gletschermessnetz, Gamchigletscher, Reichenbach (BE). VAW/ETH Zürich, 2013, abgerufen am 3. Dezember 2014.
  6. Verlandung im Naturschutzgebiet Tschingelsee, Kanton Bern. Flussbau AG, 2009, abgerufen am 21. August 2014.
  7. Bundesinventar der Auengebiete von nationaler Bedeutung (Aueninventar). Bundesamt für Umwelt, 2007, abgerufen am 21. August 2014.
  8. Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates, Naturschutzgebiet Tschingelsee im Kiental. Kanton Bern, 12. August 1987, abgerufen am 15. Februar 2016.
  9. Schutzplan, Naturschutzgebiet Tschingelsee. Kanton Bern, 12. August 1987, abgerufen am 15. Februar 2016.