Tuchelstecker

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Tuchelstecker ist die umgangssprachliche Bezeichnung für eine überholte Steckverbindung im Bereich der Elektroakustik.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tuchelstecker wurden vom damaligen Marktführer, der Tuchel-GmbH (jetzt Amphenol-Tuchel Electronics GmbH) ab 1936 entwickelt und bis 1943 von der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft flächendeckend seit 1943 in allen deutschen Rundfunk-Studios eingeführt. Sie wurden noch bis in die 1980er-Jahre vor allem in professionellen Beschallungsanlagen und im Tonstudio-Bereich für Mikrofon- und Lautsprecherverbindungen eingesetzt.

Die Besonderheit der Stecker waren die „selbstreinigenden Kontakte“, die durch eine besondere Bauform als Mehrfach-Messerkontakte erreicht wurde. Hierdurch wurde der Übergangswiderstand von guten Bananensteckern um einen mehr als zwölffachen Wert übertroffen.[1] Diese Kontaktkonstruktion war auch die Grundlage für das Firmenlogo der Firma Tuchel.

Heutzutage findet man Tuchelstecker nur noch selten, beispielsweise in während der 1970er- und 1980er-Jahre eingerichteten Veranstaltungsräumen und Kirchen. Im professionellen Audio-Bereich wurden sie hauptsächlich durch die robusteren und wesentlich leichter handhabbaren, aber auch größeren XLR-Steckverbinder verdrängt; im Heimaudiobereich durch Cinch-Steckverbinder.

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Großtuchelstecker und eine Kleintuchelkupplung nach DIN-Norm
Der Großtuchelstecker im Größenvergleich

Kleintuchel (DIN 41524) [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch heute noch werden die Kleintuchel genannten, verschraubbaren DIN-Steckverbinder nach der DIN-Norm für DIN-Stecker (DIN 41524) in Polzahlen von 3 bis zu 8 (und mit feinen Stiften sogar bis 14) Polen, auch bis Schutzart IP68, produziert. Hersteller sind neben Amphenol-Tuchel das Unternehmen Franz Binder oder die Lumberg Connect GmbH. Belegung eines DIN-Steckers Die Pinbelegung der Kleintuchel-Steckverbinder in der Audiotechnik ist 1 = positive Phase(+), 2 = Schirm (Masse), 3 = negative Phase(−). Die Zählweise entspricht der des 3-poligen DIN-Steckers, dessen Anschlussbild hier ersatzweise gezeigt ist. Die Kupplung hat eine drehbare Hülse, die über den Stecker geschraubt wird. Bei Kupplungen kann ersatzweise auch die 5-polige Version (180°) verwendet werden.

Großtuchel (DIN 41624) [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab auch eine größere Steckverbindervariante, bekannt als Großtuchel. Typisch am Großtuchelstecker sind seine drei Kontakte, die wie ein „Y“ angeordnet sind. Er ist durch Verschraubung arretierbar. Die Pinbelegung der Großtuchel-Steckverbinder in der Audiotechnik ist 1 = positive Phase (+), 2 = negative Phase (−), 3 = Schirm (Masse). Pinout eines Großtuchelsteckers Beim üblichen Einsatz als Mikrophon- bzw. Lautsprecher-Anschluss herrscht Signalkompatiblität zu den heute meistens zu diesen Zwecken eingesetzten XLR-Verbindern, so dass durch entsprechendes Umlöten unter Berücksichtigung der abweichenden Anschlussbelegungen (siehe XLR) das Umrüsten problemlos möglich ist.

Im nebenstehenden Bild ist links ein Großtuchelstecker (Typ T 3079 002) und rechts eine Kleintuchelkupplung (Typ T 3261 001) zu sehen. Bei entsprechender Vergrößerung ist an der Stirnseite des Kleintuchels auch das ehemalige Logo der Firma Tuchel zu erkennen.

Produktspektrum der Fa. Tuchel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Steckverbinder der Firma Tuchel waren beispielsweise rechteckige Kontaktleisten, andere Rundsteckverbinder, 4-mm-Laborstecker und auch nicht-verschraubbare DIN-Steckverbinder.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Steckerformen im Audio-Bereich sind neben XLR und Cinch, Speakon, Klinkenstecker, Tonabnehmerstecker. Ferner hatte Philips ein proprietäres System für ELA-Steckverbinder unter der Bezeichnung 977/F05.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.hifimuseum.de/der-tuchel-stecker.html
  2. http://www.hifi-forum.de/viewthread-115-16668.html