Reichs-Rundfunk-Gesellschaft

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Signet der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft 1926

Die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft mbH (RRG) wurde am 15. Mai 1925 in Berlin als Dachorganisation der regionalen Rundfunkgesellschaften in Deutschland gegründet und bestand bis zu ihrer Liquidation nach dem Zweiten Weltkrieg.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste reguläre Sprachfunkdienst in Deutschland war der zum 1. September 1922 von Ernst Ludwig Voss (Auswärtiges Amt) ins Leben gerufene Wirtschaftsrundspruch auf Langwelle.[1] In Abstimmung mit Hans Bredow (Reichspost) bemühte sich Voss in der Folge, private Investoren zur Gründung regionaler Gesellschaften zu finden, die Rundfunk für die Allgemeinheit („Unterhaltungsrundfunk“) veranstalten sollten. So kam es zur Gründung von neun regionalen Rundfunkgesellschaften, die nach und nach ihren Betrieb aufnahmen:

Nr. Name Sitz Gründungsdatum Hauptbeteiligte Sendebeginn
1 Funk-Stunde AG Berlin 10. Dez. 1923 Vox-Schallplatten- und Sprechmaschinen-AG 29. Okt. 1923
(400 m, 250 W)
2 Nordische Rundfunk AG (Norag) Hamburg 16. Jan. 1924 Friedrich Julius Christian Blonck (Getreidehandel), Peter Kruse (Bankier) 02. Mai 1924
(395 m, 700 W)
3 Ostmarken Rundfunk AG (Orag) Königsberg 02. Jan. 1924 anfangs: Walter Zabel (Elektrohandel); dann: Messeamt der Stadt Königsberg 14. Juni 1924
(463 m, 500 W)
4 Südwestdeutsche Rundfunk AG (SWR/Süwrag) Frankfurt am Main 07. Dez. 1923 Carl Adolf Schleussner (Fotoindustrie) 01. Apr. 1924
(470 m, 1500 W)
5 Westdeutsche Funkstunde AG (Wefag), 1927: Westdeutsche Rundfunk AG (Werag) Münster, erst 1927: Köln[2] 15. Sep. 1924 Richard Tormin (Stadt Münster), 7 Industrie- und Handelskammern 10. Okt. 1924
(407 m, 700 W)
6 Süddeutsche Rundfunk AG (Sürag) Stuttgart 03. Mär. 1924 Theodor Wanner; 33 Gesellschafter 11. Mai 1924
(437 m, 250 W)
7 Deutsche Stunde in Bayern GmbH München 18. Sep. 1922 Deutsche Bank München, verschiedene Industrie- und Handelsunternehmen 30. Mär. 1924
(485 m, 250 W)
8 Mitteldeutsche Rundfunk AG (Mirag) Leipzig 22. Jan. 1924 Messeamt der Stadt Leipzig, Edgar Herfurth (Presseverlag) 02. Mär. 1924
(452 m?)
9 Schlesische Funkstunde AG Breslau 04. Apr. 1924 Otto Lummer (Physik-Professor) und 4 andere 26. Mai 1924
(416 m?)

Alle Gesellschaften hatten grundsätzlich 51 % ihrer Anteile und drei Aufsichtsratsstellen an das Reichspostministerium, vertreten durch Heinrich Giesecke, an das Reichsinnenministerium, vertreten durch Ernst Heilmann (Dradag), und an die Deutsche Stunde, vertreten durch Voss, abzugeben. Finanziert wurden sie anfangs durch 60 % des Rundfunkgebührenaufkommens in denjenigen Oberpostdirektionsbereichen, für die sie Programm machten (ab 1930 lag der Anteil, den die Post abführte, unter 50 %; die Gebühr betrug vom 1. April 1924 bis zum 31. Dezember 1969 monatlich 2 Mark).

Einen Dachverband gab es lediglich in Form des Reichsfunkverbands.

Rundfunkordnungen von 1925 und 1932[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Livemitschnitt des Reichsrundfunk auf einer 12-inch Decelith-Platte

Die Rundfunkordnung von 1925 sah im Rahmen der Genehmigung des Sendebetriebs[3] neben der Einrichtung von Überwachungsausschüssen und kulturellen Beiräten unter Beteiligung der Länder[4] vor, dass die Rundfunkgesellschaften als Dachorganisation die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft gründeten (wobei das Unternehmen Deutsche Reichspost[5] -DRP- im Februar 1926 51 % der Anteile erhielt) und außerdem 51 % ihrer eigenen Anteile auf die Reichspost übertrugen, wobei die RRG das Stimmrecht als Treuhänder der DRP ausüben sollte.

So wurde am 5. Mai 1925 von den fünf Gesellschaften in Leipzig, Hamburg, Breslau, Frankfurt und Königsberg die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft mbH mit Sitz in Berlin gegründet; die Gesellschaften in Berlin, Münster und Stuttgart schlossen sich nach mitunter langwierigen Verhandlungen ebenfalls an, während München erst 1931 aufgrund finanzieller Engpässe beitrat. Am 1. März 1926 verfügte die RRG in den ihr angeschlossenen Rundfunkgesellschaften über durchschnittlich 53,3 % der Stimmen. Berücksichtigt man auch die Anteile der Landesregierungen und der Dradag, so lag der staatliche Einfluss in den Gesellschaften bei 62,1 % und stieg bis 1929 sogar auf 75,5 %.

Geschäftsführer der RRG wurden Kurt Magnus und Heinrich Giesecke, Vorsitzender des Verwaltungsrats Hans Bredow, der zu diesem Zweck aus dem Postdienst ausschied und nun den Titel „Rundfunkkommissar des Reichspostministers“ führte. Die Zahl der RRG-Beschäftigten stieg von 20 im Jahr 1926 auf 206 Ende 1931.

Satzungsmäßige Aufgabe der RRG war die „zentrale Leitung“ (insbesondere organisatorische und ökonomische Kontrolle) der angeschlossenen Rundfunkgesellschaften, und zwar nach den Vorgaben der Reichspost. Ab 1932 wurden die den Rundfunkgesellschaften zustehenden Anteile am Gebührenaufkommen der Reichspost über die RRG als zentrale Zuteilungsstelle verteilt.

Ein eigener Funksendebetrieb der RRG war zwar durch deren Satzung ausgeschlossen, doch erwarb die RRG noch 1925 die Deutsche Welle GmbH von Voss, und der formal von dieser GmbH getragene und am 7. Januar 1926 über die Langwelle Königs Wusterhausen eröffnete Funkdienst entwickelte sich faktisch zu einem RRG-eigenen Programm. Bestand es anfangs teilweise aus Übernahmen von den Rundfunkgesellschaften (allen voran der Funk-Stunde Berlin), teilweise aus einem eigenen Bildungsprogramm („Vortragsdienst“), so wurde es bald zu einem reichsweiten Vollprogramm unter dem Namen „Deutschlandsender“. Ab dem 15. Juni 1932 gab es außerdem eine „Stunde der Reichsregierung“, die von allen deutschen Sendern übertragen wurde.[6] Neben die Langwelle trat übrigens der am 26. August 1929 ebenfalls in Zeesen eröffnete „Weltrundfunk-Kurzwellensender“.

Die Dradag, eine Gründung aus dem Bereich des Reichsinnenministeriums, wurde unter Beteiligung des Reichsverbands der Deutschen Presse, der Nachrichten-Agenturen W.T.B. und T.U. (die selbst seit 1924 Pressefunk auf Langwelle veranstalteten)[1] und der Berliner Verlage Mosse und Scherl zur „Nachrichtenstelle des deutschen Rundfunks“[7] (Chefredakteur 1926–32: Josef Räuscher).[8] Die politische Kontrolle des Rundfunks lag beim Reichsinnenministerium und den Ländern.

Technisch war die Zeit geprägt von der Einrichtung weiterer Nebensender, Studios und leistungsstarker Großsender:

Nr. Gesellschaft Funkhaus[9] Intendant 1930 Großsender mit Leistung in kW Neben-/Zwischensender Studios Ende
1 Funk-Stunde AG Berlin, Haus des Rundfunks, Masurenallee 8–14 Hans Flesch 20. Dez. 1933
Berlin 100
Stettin Jan. 1926 (bis Dez. 1928 mit Studio), Magdeburg Dez. 1928, Berlin-Ost Jan. 1929 (Jan. 1929 bis Jan. 1934 erstes Gleichwellennetz) 24. Apr. 1945
2 Nordische Rundfunk AG (Norag) Hamburg, Rothenbaumchaussee 132–134 Hans Bodenstedt 15. Jan. 1934
Hamburg 100
Bremen Nov. 1924, Hannover Dez. 1924, Kiel März 1926, Flensburg Dez. 1928 Schwerin 13. Mai 1945 (Flensburg)
3 Ostmarken Rundfunk AG (Orag) Königsberg, Hansaring 21–25 (heute: Prospekt Mira 1) Joseph Christean 15. Dez. 1930
Heilsberg 60
Königsberg; indirekt: Danzig 1926 31. Jan. 1945 gesprengt
4 Südwestdeutsche Rundfunk AG (SWR/Süwrag) Frankfurt, Eschersheimer Landstr. 33 Wilhelm Schüller 28. Okt. 1932
Frankfurt 15
Kassel Jan. 1925, Trier 1932 (bis 1936 mit Studio) Mainz 25. Mär. 1945 (Bad Nauheim)
5 Westdeutsche Rundfunk AG (Werag) Köln, Dagobertstr. 38 Ernst Hardt 15. Jan. 1927
Langenberg 40 (1931: 60)
Münster; Köln, Aachen März 1928 (Apr. 1930 bis März 1932 zweites Gleichwellennetz) Dortmund, Elberfeld (jeweils Nebensender Sept. 1925 bis Jan. 1927) 12. Apr. 1945 gesprengt
6 Süddeutsche Rundfunk AG (Sürag) Stuttgart, Altes Waisenhaus, Charlottenplatz 1 Alfred Bofinger 21. Nov. 1930
Mühlacker 60
Stuttgart; Freiburg Nov. 1926 (1933–39 Frankfurt zugeordnet) Karlsruhe, Mannheim 05. Apr. 1945 gesprengt
7 Bayerische Rundfunk GmbH München, Rundfunkplatz 1 Kurt von Boeckmann 03. Dez. 1932
München 60
Nürnberg Aug. 1924; Zwischensender ohne Studio: Augsburg Sept. 1927, Kaiserslautern Feb. 1928 (1934 zu Frankfurt, 1936 zu Saarbrücken) 29. Apr. 1945
8 Mitteldeutsche Rundfunk AG (Mirag) Leipzig, Markt 8 Ludwig Neubeck 28. Okt. 1932
Leipzig 120
Dresden Feb. 1925 Chemnitz, Erfurt, Weimar; Dessau, Eisenach, Gera, Halle, Jena, Sondershausen  Mär. 1945
9 Schlesische Funkstunde AG Breslau, Julius-Schottländer-Str. 8 (heute: Aleja Karkonoska) Fritz Walter Bischoff 27. Aug. 1932
Breslau 60
Gleiwitz Nov. 1925 07. Feb. 1945 demontiert
10 Deutsche Welle GmbH (Deutschlandsender) Berlin, Haus des Rundfunks, Masurenallee 8–14 Johann Georg Hermann Schubotz 20. Dez. 1927
Zeesen 24 (1930: 32; 1932: 60)
21. Apr. 1945 (Herzberg)

Das Programm der Rundfunkgesellschaften bestand 1927 zu 39 % aus Musik, 35 % Nachrichten und Information („allgemeiner Teil“), 16 % Vortragsdienst und 10 % Literatur.[10]

1931 zog die RRG zusammen mit Deutscher Welle und Funk-Stunde in das neue Haus des Rundfunks in der Ostpreußen-/Masurenallee.

Die Rundfunkordnung von 1932 ging zurück auf Erich Scholz (Reichsinnenministerium) und bestimmte die Umwandlung der Rundfunkgesellschaften von Aktiengesellschaften mit privaten Minderheitseignern (die allerdings ohnehin nur noch in Frankfurt und Hamburg von einigem Gewicht waren) zu rein staatlichen Gesellschaften mit beschränkter Haftung (51 % Post, 49 % Länder; das waren: in Berlin, Köln, Breslau und Königsberg allein Preußen, in Hamburg Preußen, Hamburg, Bremen und Mecklenburg-Schwerin, in Leipzig Sachsen, Preußen und Thüringen, in Frankfurt Preußen und Hessen, in Stuttgart Württemberg und Baden und in München allein Bayern).

Die Dradag wurde als Der Drahtlose Dienst (DDD) eine Dienststelle der RRG mit Hans Fritzsche als Chefredakteur.

Die RRG 1933–1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem nationalsozialistischen Umbruch wurden die regionalen Gesellschaften zu Filialen der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft. Dieser Stärkung der RRG folgte nach Kriegsbeginn eine weitgehende Entmachtung.

Zunächst gingen die Rundfunkkompetenzen von Reichspost- und -innenministerium auf das neu errichtete Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda über.[11] Ab dem 1. April 1933 gab es mehrmals wöchentlich am Abend eine einheitliche „Stunde der Nation“ über alle deutschen Sender. Die Rundfunkgesellschaften traten am 8. Juli 1933 ihre RRG-Geschäftsanteile an das neue Ministerium ab. Die Länder übertrugen ihre Beteiligungen an den Rundfunkgesellschaften auf die RRG. Die regionalen Rundfunkgesellschaften wurden daraufhin liquidiert, überwiegend noch im Laufe des Jahres 1934 (Leipzig 1935, München 1937). Ab dem 1. April 1934 waren die bisherigen Namen nach dem Schema Reichssender (Sitz) vereinheitlicht. Auch die Rundfunkgebühr ging nun überwiegend ans Propagandaministerium, während Postressort und RRG nurmehr „Abfindungen“ erhielten,[12] so dass der Anteil der RRG an den 2 RM Rundfunkgebühr von 65 Pfennig (32,5 %) im Jahr 1933/34 auf 38 Pfennig (19,1 %) im Jahr 1939/40 fiel. Rundfunkreklame, die es seit 1924 gegeben hatte, wurde 1935/36 verboten.

Karte der Haupt- und Nebensender 1937 mit Frequenzen[13]

Rundfunkkommissar Bredow hatte noch am 30. Januar 1933 seinen Rücktritt eingereicht, RRG-Geschäftsführer Magnus tat es ihm am 3. April gleich. An seine und Gieseckes Stelle in der RRG traten die Direktoren Eugen Hadamovsky („Reichssendeleiter“, Programmgestaltung), Hermann Voß (Verwaltung) und Claus Hubmann (Technik), neuer Verwaltungsratsvorsitzender wurde Walther Funk (1933–38). Im November 1934 begann der „Reichs-Rundfunk-Prozess“, ein von Eugen Hadamovsky initiierter 89-tägiger Schauprozess gegen einige der Spitzen des „Systemrundfunks“. Bredows und Fleschs Verurteilung durch das Landgericht Berlin wegen Teilnahme am Parteiverrat wurde allerdings im Februar 1937 durch das Reichsgericht[14] aufgehoben, das Verfahren vor dem Landgericht Berlin dann im März 1938 eingestellt.

Auch an den Spitzen der einzelnen Rundfunkgesellschaften kam es unverzüglich zu personellen Veränderungen (Ausnahme Stuttgart: Bofinger), in Berlin sogar noch vor der sogenannten „Machtergreifung“ (Kolb). Von Boeckmann wechselte von München an den Deutschen Kurzwellensender, der mit ihm einen eigenen Intendanten erhielt und gerade am 1. April 1933 seinen regulären Auslandsdienst aufgenommen hatte; seine Mitarbeiterzahl stieg von 7 im Jahr 1933 auf 242 im März 1938.

Die Einrichtung der drei als Programmgemeinschaften konzipierten Sendergruppen West (Frankfurt, Köln, Stuttgart), Nord (Hamburg, Berlin, Königsberg) und Südost (München, Leipzig, Breslau) Ende 1933/Anfang 1934 blieb allerdings Episode.

Während Musikschallplatten von den Herstellern dem Rundfunk mit Rücksicht auf die Werbewirkung ursprünglich kostenlos zur Verfügung gestellt worden waren, kam es 1933 nicht mehr zu einer Einigung, und die RRG verlor 1936 einen von der Schallplattenindustrie angestrengten Prozess vor dem Reichsgericht.[15]

Über den Fernsehsender Paul Nipkow in Berlin-Witzleben nahm im Frühjahr 1935 der Deutsche Fernseh-Rundfunk seinen Betrieb auf;[16] erster Intendant wurde zwei jahre später Hans-Jürgen Nierentz (Mitarbeiterzahl: 32). Zur Olympiade 1936 wurden täglich acht Stunden Programm bestritten, doch beschränkten sich die Empfangsmöglichkeiten auf 25 Fernsehstuben in Berlin, eine Empfangsstelle in Potsdam und zwei in Leipzig.

Die Reichsrundfunkkammer (1933–39; Präsident: Horst Dreßler-Andreß) leistete als Teil der Reichskulturkammer[17] eine Beitrag zur „Gleichschaltung“ des kulturellen Lebens, indem sie alle Personen erfasste, die in Industrie und Handel der Radiobranche, den Hörerverbänden oder Verlagen von Rundfunkzeitschriften tätig waren. Ab 1935 gehörten auch die Mitarbeiter der RRG dazu.

Im März 1937 wurde Heinrich Glasmeier von Goebbels zum „Reichsintendanten des Deutschen Rundfunks und Generaldirektor der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft“ berufen.

In der Folge kamen nach der Eingliederung des Saargebiets 1935 der Reichssender Saarbrücken, nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 der Reichssender Wien, nach Errichtung des Protektorats 1939 der Reichssender Böhmen und mit Kriegsbeginn der Reichssender Danzig hinzu, so dass es Ende 1939 zur Inlandsversorgung dreizehn Reichssender (mit Nebensendern) und den 500 kW starken Deutschlandsender III gab. Ab 1939 wurde für den Rundfunk insgesamt die Bezeichnung „Großdeutscher Rundfunk“ gebraucht. Im weiteren Kriegsverlauf wurde die RRG um den Sender Luxemburg (Junglinster) und die Sendergruppen Gouvernement (Lodsch), Ostland (Riga) und Ukraine (Kiew) erweitert.

Nr. Sender Hauptfrequ.
in kHz[18]
Leiter neue (Neben-)Sender
1 Deutschlandsender 191 1933– Goetz Otto Stoffregen
2 Reichssender Berlin 841 1933 Richard Kolb, 1933–34 Friedrich Arenhövel, 1934–37 Walther Beumelburg, 1937– Goetz Otto Stoffregen Posen 1939
3 Reichssender Hamburg 904 1933–45 Gustav Grupe Stolp 1938 (1933/34 Gleichwelle H-FL-HB-MD-Stettin)
4 Reichssender Königsberg 1031 1933–35 Siegfried Haenicke, 1938?–45 Alfred Lau Memel 1939
5 Reichssender Frankfurt 1195 1933–34 Walther Beumelburg, 1934–38 Hanns-Otto Fricke, 1938–41 Paul Lambert Werber; Ludwig Fries Koblenz 1935 (1933/35 Gleichwelle F-TR-KS-FR-KL-KO)
6 Reichssender Köln 658 1933–37 Heinrich Glasmeier, 1937–41 Toni Winkelnkemper; Martin Rockenbach
7 Reichssender Stuttgart 574 1924–45 Alfred Bofinger Bregenz, Freiburg 1939 (Gleichwelle)
8 Reichssender München 740 1933 Richard Kolb, 1934–45 Hellmuth Habersbrunner Augsburg, Bayreuth (Studios); Innsbruck, Salzburg (Gleichwelle)
9 Reichssender Leipzig 785 1933–45 Carl Stueber
10 Reichssender Breslau 950 1933–34 Hans Roeseler, 1934–37 Hans Kriegler, 1937–38 Karl Gunzer, 1938–45 Hanns-Otto Fricke Görlitz 1937, Troppau 1938, Kattowitz 1939 (Gleichwelle)
11 Reichssender Saarbrücken 1249 1935–38 Adolf Raskin, 1938–45 Karl Mages Kaiserslautern (ab 1936)
12 Reichssender Wien 592 1938 Franz Pesendorfer, Adolf Raskin, Karl Gunzer, Karl Mages, 1941–45 Franz Huber Linz, Graz, Klagenfurt
13 Reichssender Böhmen 1113 1939–41 Hans-Günther Marek, 1942–45 Ferdinand Thürmer (Sendergruppe Böhmen-Mähren) Prag, Brünn, Mährisch-Ostrau
14 Reichssender Danzig 1303 1939 Wolfgang Diewerge, 1939–41 Carl-Heinz Boese, 1942– Harry Moss Thorn
15 Sender Luxemburg 232 1940 Friedrich Castelle, 1942 Albert Perizonius
16 Sendergruppe Gouvernement 224 1940– Hans-Otto Fricke (Breslau) Lodsch, Krakau, Warschau; Lemberg
17 Sendergruppe Ostland 1258 1941– Hans Kriegler Reval, Dorpat, Turgel; Modohn, Goldingen, Libau; Kauen, Wilna; Minsk, Baranowitschi; Smolensk
18 Sendergruppe Ukraine 832/977 1941– Heinz Freiberger Winniza, Schitomir
19 Europasender LW, MW 1941–45 Toni Winkelnkemper LW: Allouis, Friesland (Hilversum/Kootwijk), Luxemburg, Minsk, Oslo, Weichsel (Lodsch/Bremen 2); MW: Alpen (Graz-Dobl), Bordeaux, Bremen (Norden-Osterloog), Calais, Donau (Dobrochau), Paris-Argenteuil, Prag, Rennes-Thourie
20 Überseesender KW 1933–40 Kurt von Boeckmann, 1940 Adolf Raskin, 1941–45 Toni Winkelnkemper u. a. München-Ismaning, Oebisfelde, Elmshorn; Podiebrad, Huizen (PCJ)/Kootwijk (PCV), Allouis; Kiew
21 Geheimsender „Concordia“ KW 1940– Erich Hetzler
22 Deutscher Fernseh-Rundfunk UKW 1935–37 Carl Boese, 1937–39 Hans-Jürgen Nierentz, 1939– Herbert Engler

Das Programmangebot des „Großdeutschen Rundfunks“ jedoch wurde kriegsbedingt immer kleiner: ab Juni 1940 (Westfeldzug) gab es im Wesentlichen nur noch zwei Programme, das Reichsprogramm über die Reichssender (mit wenigen regionalen Fenstern am Vormittag) sowie das Programm vom Deutschlandsender. 1942 stellten die Reichssender Köln, Saarbrücken, Stuttgart und Leipzig ihre Programmzulieferung ganz ein.

Die Programmleitung ging mehr und mehr von der RRG auf das Propagandaministerium über (Leiter der Rundfunkabteilung: 1931 Dreßler-Andreß, 1937 Kriegler, 1939 Berndt, 1940 Hadamovsky, 1941 Diewerge, 1942 Fritzsche, der zugleich verantwortlich für die politisch-propagandistischen Sendungen war, während die Zuständigkeit für die unterhaltenden und künstlerischen Sendungen bei Hans Hinkel lag). Auch die Wehrmacht wurde beteiligt (Wehrmachtbericht des OKW, Frontberichte der Propagandakompanien als Formen der Kriegsberichterstattung; Kameradschaftsdienst, Wunschkonzert für die Wehrmacht, Weihnachtsringsendung, „Stunde für unsere Soldaten“ als Formen der Truppenbetreuung).

Auslandsdienst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einen Zuwachs verzeichnete dagegen der Auslandsdienst („Germany Calling“). 1940 wurde in der RRG unter Adolf Raskin, dann Toni Winkelnkemper eine Auslandsdirektion eingerichtet, bestehend aus den vier Organisationseinheiten „Die Deutschen Überseesender“, „Die Deutschen Europasender“ (DES),[19] den Geheimsendern unter dem Namen „Concordia“ und einem „Büro für Internationalen Rundfunkverkehr“. Anfang 1943 wurden täglich 279 offizielle Auslandsnachrichtendienste in 53 Sprachen ausgestrahlt[20] (150 durch die Europasender,[21] 129 durch die Überseesender[22]). Die Geheimsender umfassten Programme u. a. in Richtung Frankreich (Radio Humanité; Voix de la Paix), England (Concordia N, New British Broadcasting Station; Concordia S, Workers' Challenge), Ägypten (Concordia A, Stimme der freien Araber – صوت العروبة الحرة Ṣaut al-ʿurūba 'l-ḥurra), Indien (Concordia H, Stimme des freien Indien – Voice of Free India/Free India Radio/आज़ाद हिन्द रेडियो Āzād Hind Reḍiyo), Russland (Concordia V, Alte Garde Lenins – Старая гвардия Ленина; Geheimsender Z, Agentensender) und die USA (Station Debunk, the Station of all free Americans).[23]

Daneben richtete das Auswärtige Amt 1940 den Sonderdienst Seehaus zum planmäßigen Abhören ausländischer Sender durch so genannte „Monitore“ ein und gründete 1941 zwecks Beteiligung an ausländischen Rundfunkunternehmen (z. B. Radio Monte Carlo) die Interradio GmbH (Zürich). Anfang 1942 wurde Interradio unter Integration des Sonderdienstes Seehaus in eine gemeinsame Aktiengesellschaft von Auswärtigem Amt und Propagandaministerium überführt; als Verbindungsmann zwischen den beiden Ministerien fungierte K. G. Kiesinger. Im Juli 1943 ging auch die Radio-Union GmbH des Propagandaministeriums darin auf, die im Ausland seit 1941 deutsche Wirtschaftswerbung hatte veranstalten sollen. Die Interradio besaß Tochtergesellschaften in Bukarest, Belgrad, Semlin, Zürich, Monte Carlo, Oslo, eine Zweigstelle in Sofia und einen Beauftragten in Tirana; zu ihrem Arbeitsbereich gehörten Sender in Athen (AERE) und Shanghai (XGRS).[24]

Liste der Senderstandorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Ort Koordinaten Beginn Ende Zugehörigkeit Mär. 1925[25]
kHz (m)
Nov. 1926[26]
kHz
Jan. 1929[27]
kHz
Jun. 1929[28]
kHz
Jan. 1934[29]
kHz
Jun. 1939[30]
kHz
1 Aachen 50° 46′ 34″ N, 6° 5′ 2″ O 1928 1932 Köln - - 658 662 - -
2 Augsburg 48° 22′ 10″ N, 10° 53′ 38″ O 1927 1935 München - - 559 536 1465 -
3 Berlin-Magdeburger Platz 52° 30′ 16″ N, 13° 21′ 35″ O 1924 1927 Berlin 594,1 (505) 620 - - - -
4 Berlin-Witzleben 52° 30′ 18″ N, 13° 16′ 41″ O 1925 1935 Berlin 1034,5 (290) 530 631 716 (834?) -
5 Berlin-Boxhagener Str. 52° 30′ 48″ N, 13° 27′ 24″ O 1929 1934 Berlin - - 1270? 1058 - -
6 Berlin-Tegel 52° 34′ 8″ N, 13° 17′ 36″ O 1933 1945 Berlin - - - - 841 841
7 Bremen-Domsheide 53° 4′ 27″ N, 8° 48′ 35″ O 1924 1933 Hamburg 909,1 (330) 750 775 887 - -
8 Bremen-Utbremer Str. 53° 5′ 44″ N, 8° 47′ 30″ O 1933 1945 Hamburg - - - - 1330 1330
9 Breslau-Oberbergamt 51° 5′ 20″ N, 17° 0′ 58″ O 1924 1925 Breslau 717,7 (418) - - - - -
10 Breslau-Krietern 51° 4′ 18″ N, 17° 0′ 24″ O 1925 1932 Breslau - 930 937 1184 - -
11 Breslau-Rothsürben 50° 59′ 0″ N, 17° 1′ 17″ O 1932 1945 Breslau - - - - 950 950
12 Danzig-Telegraphenamt 54° 20′ 54″ N, 18° 39′ 1″ O 1926 1945 Königsberg - 1100 658 662 1303 1303
13 Dortmund 51° 30′ 41″ N, 7° 24′ 41″ O 1925 1927 Köln (Münster) - 1060 - - - -
14 Dresden 51° 2′ 54″ N, 13° 44′ 26″ O 1925 1945 Leipzig 1071,4 (280) 1020 775 941 1285? 1465
15 Elberfeld 51° 14′ 0″ N, 7° 9′ 4″ O 1925 1927 Köln (Münster) - 640 - - - -
16 Flensburg 54° 47′ 22″ N, 9° 27′ 8″ O 1928 1945 Hamburg - -  ? 1373 1330 1330
17 Frankfurt-Postscheckamt 50° 7′ 0″ N, 8° 40′ 55″ O 1924 1926 Frankfurt 638,3 (470) - - - - -
18 Frankfurt-Heiligenstock 50° 9′ 17″ N, 8° 42′ 40″ O 1926 1945 Frankfurt - 700 712 770 1195 1195
19 Freiburg-Gewerbeschule 48° 0′ 2″ N, 7° 49′ 44″ O 1926 1934 Stuttgart - 520 52? 527 - -
20 Freiburg-Lehen 48° 0′ 49″ N, 7° 47′ 38″ O 1933 1945 Frankfurt,
1939 Stuttgart
- - - - 1195 1294
21 Gleiwitz-Radauner Str. 50° 17′ 36″ N, 18° 38′ 29″ O 1925 1935 Breslau - 1200 919 923 - -
22 Gleiwitz-Tarnowitzer Str. 50° 18′ 48″ N, 18° 41′ 20″ O 1935 1945 Breslau - - - - 1231 1231
23 Görlitz-Reichenbach 51° 8′ 44″ N, 14° 48′ 12″ O 1937 1945 Breslau - - - - - 1231
24 Hamburg-Fernsprechamt 53° 34′ 7″ N, 9° 59′ 8″ O 1924 1925 Hamburg 759,5 (395) - - - - -
25 Hamburg-Lokstedt 53° 35′ 46″ N, 9° 58′ 35″ O 1925 1934 Hamburg - 760 766 896 - -
26 Hamburg-Billwerder-Moorfleet 53° 31′ 10″ N, 10° 6′ 12″ O 1934 1945 Hamburg - - - - 904 904
27 Hannover-Bornumer Str. 52° 21′ 39″ N, 9° 42′ 50″ O 1924 1933 Hamburg 1013,5 (296) 1010 530 536 - -
28 Hannover-Hainholz 52° 23′ 37″ N, 9° 42′ 18″ O 1933 1940 Hamburg - - - - 1330 1330
29 Heilsberg 54° 8′ 24″ N, 20° 33′ 47″ O 1930 1945 Königsberg - - - - 1031 1031
30 Herzberg 51° 42′ 55″ N, 13° 15′ 53″ O 1939 1945 Deutschlandsender - - - - - 191
31 Kaiserslautern 49° 27′ 26″ N, 7° 46′ 20″ O 1928 1945 München,
1934 Frankfurt,
1936 Saarbrücken
- - 1080 1112 1195 1429
32 Kassel 51° 18′ 56″ N, 9° 29′ 11″ O 1925 1945 Frankfurt 1060,1 (283) 1100 1200 1220 1195 1195
33 Kiel 54° 19′ 58″ N, 10° 4′ 5″ O 1926 1934 Hamburg - 1180 1200 1220 - -
34 Koblenz 50° 22′ 31″ N, 7° 35′ 8″ O 1935 1945 Frankfurt - - - - 1195 1195
35 Köln 50° 53′ 49″ N, 6° 57′ 40″ O 1928 1932 Köln (Münster) - - 1140 1319 - -
36 Königs Wusterhausen 52° 18′ 18″ N, 13° 37′ 1″ O 1926 1927 Deutschlandsender - 240 - - - -
37 Königsberg-Pregelwiesen 54° 42′ 35″ N, 20° 32′ 23″ O 1924 1926 Königsberg 647,9 (463) 990 - - - -
38 Königsberg-Amalienau 54° 42′ 52″ N, 20° 28′ 8″ O 1926 1945 Königsberg - (990) 1070 1085 1348 1348
39 Langenberg 51° 21′ 23″ N, 7° 8′ 3″ O 1927 1945 Köln - - 649 635 658 658
40 Leipzig-Johannishospital 51° 19′ 59″ N, 12° 23′ 36″ O 1924 1926 Leipzig 660,8 (454) - - - - -
41 Leipzig-Messe 51° 19′ 9″ N, 12° 24′ 2″ O 1926 1932 Leipzig - 840 829 1157 - -
42 Leipzig-Wiederau 51° 11′ 6″ N, 12° 16′ 48″ O 1932 1945 Leipzig - - - - 785 785
43 Magdeburg 52° 7′ 57″ N, 11° 37′ 53″ O 1928 1944 Berlin, Hamburg - - 1270? 1058 1330 1330
44 Melnik 14° 31′ 10″ N, 50° 22′ 19″ O 1939 1945 Böhmen - - - - - 1113
45 Memel 55° 42′ 1″ N, 21° 12′ 42″ O 1939 1944 Königsberg - - - - - 565
46 München-Arnulfstr. 48° 8′ 32″ N, 11° 33′ 14″ O 1924 1927 München 618,6 (485) - - - - -
47 München-Stadelheim 48° 5′ 59″ N, 11° 35′ 31″ O 1926 1932 München - 560 559 563 - -
48 München-Ismaning 48° 15′ 7″ N, 11° 45′ 0″ O 1932 1945 München - - - - 740 740
49 Münster 51° 57′ 0″ N, 7° 38′ 17″ O 1924 1932 Köln (Münster) 731,7 (410) 1240 1200 1283 - -
50 Nürnberg-Oberpostdirektion 49° 26′ 49″ N, 11° 5′ 5″ O 1924 1926 München 882,4 (340) - - - - -
51 Nürnberg-Kleinreuth 49° 26′ 38″ N, 11° 0′ 31″ O 1926 1945 München - 910 1240 1256 1267 519
52 Saarbrücken-Heusweiler 49° 20′ 42″ N, 6° 54′ 52″ O 1935 1945 Saarbrücken - - - - - 1249
53 Stettin-Zabelsdorf 53° 25′ 41″ N, 14° 32′ 52″ O 1925 1934 Berlin - 1190 1270 1058 - -
54 Stettin-König-Albert-Str. 53° 25′ 41″ N, 14° 32′ 52″ O 1934 1945 Hamburg - - - - 1330 1330
55 Stolp 54° 23′ 0″ N, 17° 10′ 0″ O 1938 1945 Hamburg - - - - - 1330
56 Stuttgart-Feuerbach 48° 48′ 36″ N, 9° 10′ 51″ O 1924 1926 Stuttgart 677,2 (443) - - - - -
57 Stuttgart-Degerloch 48° 44′ 0″ N, 9° 10′ 30″ O 1926 1930 Stuttgart - 790 802 833 - -
58 Stuttgart-Mühlacker 48° 56′ 28″ N, 8° 51′ 8″ O 1930 1945 Stuttgart - - - - 574 574
59 Trier 49° 46′ 8″ N, 6° 39′ 27″ O 1933 1945 Frankfurt - - - - 1195 1195
60 Troppau-Schönbrunn 49° 48′ 40″ N, 18° 11′ 30″ O 1938 1939 Breslau - - - - - 1204
61 Zeesen 52° 16′ 28″ N, 13° 37′ 3″ O 1927 1939 Deutschlandsender;
Kurzwellensender
- - 182 183,5 191 -
58 Dornbirn-Lauterach 47° 26′ 55″ N, 9° 42′ 7″ O 1938 1945 Stuttgart - - - - - 1294
59 Graz-St. Peter 47° 3′ 14″ N, 15° 27′ 55″ O 1938 1945 Wien - - - - - 886
60 Innsbruck-Aldrans 47° 15′ 11″ N, 11° 26′ 51″ O 1938 1945 München - - - - - 519
61 Klagenfurt 46° 37′ 34″ N, 14° 19′ 30″ O 1938 1945 Wien - - - - - 886
62 Linz 48° 17′ 51″ N, 14° 16′ 3″ O 1938 1945 Wien - - - - - 1267
63 Salzburg 47° 47′ 46″ N, 13° 2′ 26″ O 1938 1945 München - - - - - 519
64 Wien-Bisamberg 48° 18′ 40″ N, 16° 23′ 1″ O 1938 1945 Wien - - - - - 592

Bei den Senderstandorten ist folgende Entwicklung feststellbar: Zuerst wurden die Sender in der Regel auf die Dächer der Studiogebäude gesetzt, teilweise unter Nutzung von Kirchtürmen oder Rathäusern. Ab 1925 erfolgte eine Verlagerung in die Vororte, oft mit Stahlgitterturmpaaren. Als man erkannte, dass Stahl negative Auswirkungen auf die Ausbreitungsreichweite hatte, folgten Holztürme, erst doppelt, zu Beginn der 30er-Jahre einzeln. Am 10. Oktober 1935 wurde der Holzturm des Senders Langenberg durch einen Orkan zerstört, weshalb dann öfter selbststrahlende abgespannte Stahlmasten zum Einsatz kamen.[31]

Abwicklung und Nachfolgeeinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1951 ging die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft durch Gesellschafterbeschluss in Liquidation, die sich bis 1961 hinzog. Eine entfernt der RRG vergleichbare Einrichtung ist seit 1950 die Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Deutschlands (ARD). Den europäischen Auslandsdienst übernahm der Deutschlandfunk (DLF, 1962–93), den Überseedienst die Deutsche Welle.[32] Der Deutschlandsender wurde 1946 in Ostdeutschland fortgeführt (Namen: nach Zusammenlegung mit der Berliner Welle 1971 Stimme der DDR, 1990 wieder Deutschlandsender bzw. nach Zusammenlegung mit Radio DDR II im Mai DS Kultur; dann nach Zusammenlegung mit RIAS 1 Anfang 1994 Deutschlandradio Berlin, 2005 Deutschlandradio Kultur, 2017 Deutschlandfunk Kultur).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Winfried B. Lerg: Rundfunkpolitik in der Weimarer Republik (= Hans Bausch [Hrsg.]: Rundfunk in Deutschland, Band 1). dtv, München 1980, ISBN 3-423-03183-2 (Snippet in der Google-Buchsuche).
  • Ansgar Diller: Rundfunkpolitik im Dritten Reich (= Hans Bausch [Hrsg.]: Rundfunk in Deutschland, Band 2). dtv, München 1980, ISBN 3-423-03184-0.
    • RRG: Lerg Kapitel 3.6, 4.5, 5.1, 5.2, 7.7; Diller 3.7, 4.4, 7.6
    • Dradag: Lerg 2.5, 3.4, 4.6, 5.3; Diller 3.2
    • Gebühren: Lerg 2.7, 4.3; Diller 3.10
    • Deutschlandsender: Lerg 3.2, 5.4; Diller 7.8
    • Auslandsdienst: Lerg 5.6, Diller 4.2, 7.3
    • Rundfunkgesellschaften: Lerg 3.1, 7.5; Diller 2.6, 3.4
    • Senderausbau: Lerg 3.3, 5.8
    • Fernsehen: Lerg 5.6; Diller 4.3
  • Heinz Pohle: Der Rundfunk als Instrument der Politik. Zur Geschichte des deutschen Rundfunks von 1923/38. Hans-Bredow-Institut (Wissenschaftliche Schriftenreihe für Rundfunk und Fernsehen, Band 1), Hamburg 1955.
  • Programmgeschichte des Hörfunks in der Weimarer Republik. 2 Bde. Hrsg. vom DRA. dtv, München 1997, ISBN 3-423-04702-X (Auszug aus Band 1)
  • Bernd-Andreas Möller: Handbuch der Funksende- und -empfangsstellen der Deutschen Reichspost. Walz, Idstein 2005, ISBN 978-3-936012-05-7 (528 S.); Funk-Verlag Hein, Dessau-Roßlau 2009, ISBN 978-3-939197-44-7 (526 S., Inhaltsverzeichnis)
  • Deutsches Bühnen-Jahrbuch: theatergeschichtliches Jahr- und Adressenbuch (ISSN 0070-4431), Abschnitt: Die deutschen Rundfunksender

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ulrich Heitger: Vom Zeitzeichen zum politischen Führungsmittel. Lit, 2003, ISBN 3-8258-6853-2, S. 23–51 und speziell Fn. 157 (Volltext in der Google-Buchsuche). Taschenbuch der drahtlosen Telegraphie und Telephonie. Springer, 1927, S. 1061–1064 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  2. wegen der Rheinlandbesetzung
  3. vgl. Verordnung zum Schutze des Funkverkehrs vom 8. März 1924 (RGBl. I S. 273); später: Gesetz über Fernmeldeanlagen (RGBl. 1928 I S. 8)
  4. vgl. Reichstag III 1924/26, Drucks. Nr. 2766, Anlagen 2 (Bestimmungen für den Überwachungsausschuß der Sendegesellschaften) und 3 (Bestimmungen über den kulturellen Beirat der Sendegesellschaften)
  5. vgl. Reichspostfinanzgesetz vom 18. März 1924 (RGBl. I S. 287)
  6. Erlaß des Reichsministers des Innern über die Benutzung des Rundfunks durch die Reichsregierung vom 11. Juni 1932
  7. Reichstag III 1924/26, Drucks. Nr. 2766, Anlage 1 (Richtlinien für den Nachrichten- und Vortragsdienst der Sendegesellschaften); Tondokument: Radio-Nachrichten vom 13. Februar 1932
  8. Dietz Schwiesau: „Ein Rundfunkredakteur mit Lust, Liebe und Begeisterung“: Erinnerungen an den ersten Nachrichtenchef des deutschen Rundfunks, Josef Räuscher (2011)
  9. Das deutsche Reich von 1918 bis heute. Berlin 1931, S. 560 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  10. Ulrich Heitger: Vom Zeitzeichen zum politischen Führungsmittel. Lit, 2003, ISBN 3-8258-6853-2, S. 345 mit Fn. 2.
  11. Verordnung vom 30. Juni 1933 (RGBl. I S. 449)
  12. zur Eigenschaft der RRG als „werbender Betrieb“ siehe Reichsfinanzhof, Urteil vom 25. Juni 1936, RFH 39, 281 (Az. III A 23/36)
  13. http://www.wabweb.net/radio/listen/LWMWeu34.pdf
  14. Urteil vom 22. Februar 1937, RGSt 71, 114 (Az. 2 D 291/36)
  15. Urteil vom 14. November 1936, RGZ 153, 1 (Az. I 124/36: anders als bei der Begründung des Urheberrechts in § 11 LitUrhG stellt bei der Schrankenbestimmung des § 22a LitUrhG die Rundfunksendung keine öffentliche Aufführung dar)
  16. vgl. Erlass vom 11. Dezember 1935 (RGBl. I S. 1429)
  17. Reichskulturkammergesetz vom 22. September 1933 (RGBl. I S. 661)
  18. Luzerner Wellenplan 1934 (RGBl. II S. 763, 779)
  19. Eingesetzte Europa-Sender Mitte 1942: die 7 Langwellensender Allouis, Deutschlandsender, Friesland (Hilversum/Kootwijk), Luxemburg, Minsk, Oslo, Weichsel (Lodsch/Bremen 2); die 16 Mittelwellensender Alpen, Bordeaux-Neac, Bordeaux-Lafayette, Bremen (Norden-Osterloog), Breslau, Calais, Donau (Dobrochau), Hamburg, Kattowitz, Köln, Königsberg, Leipzig, Paris-Argenteuil, Prag, Rennes-Thourie, Stuttgart; dazu 20 Kurzwellen- und weitere 13 Sender in den besetzten sowjetischen Gebieten, insgesamt 56 Sender (Willi A. Boelcke: Die Macht des Radios: Weltpolitik und Auslandsrundfunk 1924–1976, S. 654). – Die Europa-Sender besaßen eigene Außenstellen in Paris, Brüssel, Den Haag, Oslo und Wien (Boelcke S. 318).
  20. Eugen Kurt Fischer: Dokumente zur Geschichte des deutschen Rundfunks und Fernsehens. Göttingen 1957, S. 180 f.
  21. Sprachen März 1944 (nach Willi A. Boelcke: Die Macht des Radios: Weltpolitik und Auslandsrundfunk 1924–1976, S. 316): Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch, Schwedisch, Dänisch, Norwegisch, Finnisch, Isländisch, Faröisch, Flämisch, Holländisch, Irisch, Ungarisch, Slowakisch, Kroatisch, Rumänisch, Bulgarisch, Serbisch, Griechisch, Russisch, Ukrainisch, Weißruthenisch, Lettisch, Estnisch, Litauisch, Polnisch (28)
  22. Sprachen März 1943 (nach Willi A. Boelcke: Die Macht des Radios: Weltpolitik und Auslandsrundfunk 1924–1976, S. 373): Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Brasilianisch, Französisch, Afrikaans, Japanisch, Hindi, Bengali, Maharathi, Maleiisch, Tamil (Vorderindien), Iranisch, Afghanisch, Arabisch, Maghrebinisch, Türkisch, Ägyptisch, Kaukasisch, Aserbeidjanisch, Taebris-Aserbeidjanisch, Armenisch, Usbekisch, Ossetisch, Karatschaiisch, Wolga-Tatarisch, Tschetschenisch (Kaukasus), Kalmükisch (28)
  23. Reimund Schnabel: Mißbrauchte Mikrofone: deutsche Rundfunkpropaganda im Zweiten Weltkrieg, eine Dokumentation. Europa-Verlag, Wien 1967 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  24. Willi A. Boelcke: Die Macht des Radios: Weltpolitik und Auslandsrundfunk 1924–1976. Ullstein, Frankfurt/M. 1977, S. 308
  25. Radio Orario 1925 N. 9 S. 4
  26. Genfer Wellenplan
  27. Brüsseler Wellenplan
  28. Prager Wellenplan
  29. Luzerner Wellenplan
  30. http://www.dxradio-ffm.de/histo1939.htm
  31. Andreas Brudnjak: Die Geschichte der deutschen Mittelwellen-Sendeanlagen von 1923 bis 1945. Funk Verlag Bernhard Hein, Dessau-Roßlau 2010, ISBN 978-3-939197-51-5
  32. vgl. Gesetz über die Errichtung von Rundfunkanstalten des Bundesrechts vom 29. November 1960 (BGBl. I S. 862)