Tunnel Tragberg

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Tunnel Tragberg
Tunnel Tragberg
Nordportal (2017)
Nutzung Eisenbahntunnel
Verkehrsverbindung Neubaustrecke Ebensfeld–Erfurt
Ort Gehren
Länge 500 mdep1
Anzahl der Röhren 1
Größte Überdeckung 36 m
Bau
Bauherr Deutsche Bahn
Baukosten ca. 14 Mio. Euro
Baubeginn 2008
Fertigstellung 2010 (Rohbau)
Lage
Tunnel Tragberg (Thüringen)
Red pog.svg
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Koordinaten
Nordportal 50° 39′ 37″ N, 10° 59′ 6″ O
Südportal 50° 39′ 21″ N, 10° 59′ 2″ O

Der Tunnel Tragberg ist ein Eisenbahn-Tunnel der Schnellfahrstrecke Nürnberg–Erfurt von 500 m Länge bei Gehren. Die Röhre liegt zwischen den Streckenkilometern 150,743 und 151,243.[1] Sie unterquert den 588 m hohen Großen Tragberg und trägt daher seinen Namen.

Die Planung und Errichtung des Streckenabschnitts zwischen den Baukilometern 67,2 und 68,2, in dem die Röhre liegt, wurde von der Deutschen Bahn im Mai 2007 europaweit ausgeschrieben. Die zweischalige Röhre ist in Spritzbetonbauweise errichtet worden. Neben dem Tunnel wurden dabei drei Eisenbahn-Überführungen von acht, 13 und 16 Metern Länge errichtet. Die Erdarbeiten hatten einen Umfang von 113.000 m³. Neben einer Deponie wurden Baustraßen von etwa 600 m Länge sowie ein Regenrückhaltebecken von rund 120 m³ Volumen gebaut. Der Tunnelausbruch bestand aus einem Bagger- und Sprengvortrieb von Nord nach Süd. Die Ausbruchsmassen wurden dabei auf einer etwa 300 m vom Südportal entfernten Deponie zwischengelagert. Zusammen mit den Ausbruchsmassen aus den Tunneln Lohmeberg und Brandkopf wurde mit dem Material später der Tagebaurestloch Thiemtal (50° 38′ 48″ N, 10° 56′ 27″ O) verfüllt.[2]

Südportal (2016)

Die geplante Bauzeit lag zwischen November 2007 und Juli 2009. Im Juli 2008 wurde die Fertigstellung des Rohbaus für September 2009 erwartet.[3] Anfang 2008 lief der Erdbau am Rande des zukünftigen Tunnels. Der Anstich sollte im August 2008 erfolgen, der Vortrieb im März 2009 beendet werden. Im April gleichen Jahres sollte die Betonierung beginnen.[2] Der tatsächliche Anstich erfolgte am 18. November 2008. Die Tunnelpatenschaft hat die Bundestagsabgeordnete Petra Heß übernommen.[4] Nachdem Lärmmessungen ergaben, dass Nachts der zulässige Grenzwert überschritten wurde, konnte seit Mitte Januar 2009 nur noch tagsüber gesprengt werden.[5] Am 8. Mai 2009 wurde der Tunnel feierlich durchgeschlagen.[6] Die Arbeiten am Tunnel dauerten bis September 2010.[7] Im Januar 2011 war das Projekt abgeschlossen.[8]

Die Investitionssumme liegt bei rund 14 Millionen Euro. Beauftragt wurde ein Thüringer Unternehmen.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tunnel Tragberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schüßler-Plan: Streckenprospekt Neubaustrecke VDE 8.1 Breitengüßbach–Erfurt. Herausgegeben von DB Netz AG Regionalbereich Südost. Stand 1. Juni 2017. S. 75@1@2Vorlage:Toter Link/fahrweg.dbnetze.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. a b ICE-Baustelle: Rund um die Uhr durch den Berg. In: Thüringer Allgemeine, 25. März 2008
  3. Die Landschaft wird nicht mehr die gleiche sein (Memento vom 31. Januar 2009 im Internet Archive). In: Freies Wort, 16. Juli 2008
  4. a b Deutsche Bahn AG: Weiterer Tunnel der Neubaustrecke Ebensfeld–Erfurt im Bau. Presseinformation vom 18. November 2008
  5. Grenzwert deutlich überschritten. In: Freies Wort, 22. Januar 2009.
  6. Deutsche Bahn AG: Durchschlag für Tunnel Tragberg der Neubaustrecke Ebensfeld–Erfurt. Presseinformation vom 8. Mai 2009.
  7. Referenz Tunnel Müss, VE Nord und Süd, BA 3122. AMAND GmbH & Co. KG, archiviert vom Original am 15. Juli 2012; abgerufen am 11. März 2011 (deutsch).
  8. Offizieller Lückenschluss an der ICE-Brücke bei Langewiesen. In: Thüringer Allgemeine, 3. März 2011.