Durchlaufofen

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Als Durchlaufofen, auch Tunnelofen bezeichnet man eine spezielle Ofenbauart, bei der die Chargierung kontinuierlich erfolgt. Durchlauföfen können z. B. zum Erwärmen, Warmhalten, Homogenisieren oder zur Wärmebehandlung des Gutes eingesetzt werden. In der deutschen Porzellanindustrie wurden Tunnelöfen, obwohl schon länger bekannt, erst ab 1906 eingesetzt, erstmals bei Carl Tielsch, dann auch bei Kahla.[1]

Funktionsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Durchlaufofen wird das zu beheizende Gut im Ofen bewegt. Es kann auf einer Fördereinrichtung liegen oder stehen oder auch hängend durch den Durchlaufofen transportiert werden. Nachdem das Gut die Eingangsseite des Ofens passiert hat, wird es konstant einem vordefinierten Temperaturprofil ausgesetzt. Beim Durchlaufofen sorgen Blenden am Ein- und Ausgang dafür, dass nur wenig Hitze entweichen kann und so eine Menge an Energie gespart wird. Die Durchläufe werden mit Bediengeräten gesteuert und erfolgen automatisch, nachdem das Gut den Ofeneingang passiert hat. Nach Ende des Temperns kann das Gut an der Ausgabeseite der Transportbahn entnommen werden. Besonders einfach wird die Be- und Entladung, wenn der Durchlaufofen mit Einfahrwagen betrieben wird. Durchlaufbänder können beim Durchlaufofen in verschiedenen Ausführungen realisiert werden: mit Querstabbauweise, Drahtgewebe, Kunststoffbändern oder einfachem Kettentransport.

Typen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick in einen Durchfahrofen

Durchlauföfen gibt es mit elektrischer Beheizung oder Gasbeheizung als

  • Rollenofen
  • Förderbandofen
  • Hubbalkenofen
  • Kettendurchlaufofen
  • Durchstoßofen
  • Durchfahrofen

Leistungsmerkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durchlauföfen sind universell einsetzbare Ofentypen mit frei wählbaren Bandgeschwindigkeiten. Es gibt sie mit automatischer Taktung, eine Aufteilung in mehrere Zonen (Anwärmen, Heizen, Kühlen) ist möglich. Optimale Temperaturverteilung wird durch Mehrzonensteuerung erreicht, Durchlauföfen liefern ausgezeichnete Wärmebehandlungsergebnisse.

Anwendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Härten, Brennen und Sintern von Dickfilmen, Elektroden oder diskreten, elektronischen Bauelementen
  • Tempern, Trocknen oder Aushärten von Dichtungsmasse oder Kunststoffen
  • Löten, Hartlöten oder Einebnen von Lot
  • Brennen von keramischen Erzeugnissen
  • Glühen von Stahlband

Spezielle, besonders saubere Versionen (bezogen auf Partikel) werden in der Fertigung von Flachbildschirmen genutzt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sabine Zehentmeier: Leben und Arbeiten der Porzelliner in Nordostbayern (1870 -1933), Hohenberg/Eger 2001 (Universität Bamberg, Diss.), S. 80.