Typhoon H

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Typhoon H

Typhoon H („H“ für Hexa) ist die Bezeichnung für ein Modellflugzeug (unbemanntes Luftfahrzeug) des chinesischen Herstellers Yuneec. Serienmäßig mit einer Kamera ausgestattet, gehört der Typhoon H zu den Kameradrohnen. Erstmals auf dem Markt erschien der Typhoon H im April 2016.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Typhoon H ist ein Multikopter, der über sechs Propeller verfügt. Als solcher ist er der Unterart „Hexakopter“ zuzuordnen. Die Reichweite der Videoübertragung zum Piloten (bzw. dessen Fernbedienung) beträgt unter optimalen Bedingungen bis zu 1600 m. Die von Werk aus eingestellte maximale Aufstiegshöhe beträgt 122 m. Diese Höhenbeschränkung ist über eine Software änderbar und beträgt im Maximalfall 1000 m. Ungeachtet der technischen Möglichkeiten, die maximale Aufstiegshöhe zu verändern, unterliegt der Typhoon H, wie alle Drohnen, der gesetzlichen Auflage, die in Deutschland eine maximale Höhe von 100 Metern vorschreibt.[2]

Betrieben wird der Typhoon H mit einem Lithium-Polymer-Akku, mit welchem eine Flugdauer von etwa 22 Minuten erreicht werden kann.[3] Die Ladezeit beträgt etwa 2,5 Stunden. Die zugehörige Fernbedienung „ST 16“ wird ebenfalls durch einen Akku betrieben. Die Fernbedienung ST 16 besitzt einen 7"-Bildschirm, auf dem die Bilder der Kopterkamera in Echtzeit angezeigt werden.

Das Landegestell des Kopters ist nach dem Abheben ferngesteuert hochklappbar; dies ermöglicht der unter dem Kopter angebrachten Kamera eine freie Rundumsicht bei einer 360-Grad-Drehung.[4]

Das flugbereite Eigengewicht (inkl. Akku) bleibt mit 1,9 Kilogramm knapp unter einer Zwei-Kilogramm-Grenze. Die Höchstgeschwindigkeit über Grund (Groundspeed) beträgt etwa 70 km/h bei deaktiviertem GPS. Mit aktiviertem GPS beträgt die Höchstgeschwindigkeit über Grund etwa 45–50 km/h.

Verschiedenfarbene Positionslichter an den Unterseiten der Propellerarme dienen dem Piloten zur Orientierung über die Ausrichtung des Kopters in der Luft.

Flugmodi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Standard (Angle): Sämtliche Richtungsänderungen sind relativ zur Front des Kopters
  • Intelligent (Smart): Sämtliche Richtungsänderungen sind relativ zum Standort des Piloten, des Weiteren hält er beim Landen einen Sicherheitsabstand zum Piloten ein und bietet erweiterte Flugeinstellungen, beispielsweise folgt er auf Wunsch dem Standort des Piloten
  • Home: Kopter kehrt zum Startpunkt zurück und landet innerhalb eines Radius von etwa 8 Metern[5]
  • Team: Im Teammodus steuern zwei Personen den Kopter. Während die eine Person für den Flug zuständig ist, steuert eine andere die Kamerafunktionen. Dazu ist entweder eine zweite Fernbedienung notwendig oder der in der „Pro-Version“ mitgelieferte „Wizard“.

Flugprogramme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Standardflugmodus bietet die Software diverse vorprogrammierte Flugmanöver:

  • POI (Point of Interest): Kopter kreist um einen gewählten Punkt mit einem Radius gewünschter Länge, wobei die Kamera immer auf die Mitte gerichtet ist (automatische Drehung)
  • Orbit: Kopter kreist um den Standort des Piloten
  • Journey: Kopter entfernt sich 30 m vom Pilotenstandort, verharrt dort einen Moment und kehrt dann wieder zurück
  • CCC: Im Cable-Curve-Cam-Modus fliegt der Kopter vorher vom Piloten definierte Orte selbsttätig nacheinander an[6]

Sicherheitsmechanismen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Obstacle Avoid: Im zuschaltbaren Modus „Obstacle Avoid“ (Hinderniserkennung/Vermeidung) ist die Fluggeschwindigkeit des Kopters stark reduziert, während Sonarsensoren an seiner Front die Flugumgebung nach vorne beobachten. Der Kopter stoppt in diesem Modus automatisch in der Luft, wenn er gegen ein Hindernis zu fliegen droht und verharrt an dieser Stelle.[7]
  • Verlust des Steuersignals: Falls der Kopter den Funkkontakt zum Piloten verliert, kehrt er automatisch zu seinem Startpunkt zurück und landet.
  • Im Flugmodus „Smart“ hält der Kopter einen Mindestabstand von etwa 8 m zum Piloten ein, selbst wenn dieser versucht, ihn näher an sich heranzusteuern.

Fernbedienung „ST 16“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kameraaufnahme eines Typhoon H aus einer Höhe etwa 100 Metern

Die im Lieferumfang enthaltene Fernbedienung hat je nach Ausführung zwei bzw. drei Antennen, wobei eine für die Videoübertragung zuständig ist und eine (bzw. die beiden anderen) zur Flugsteuerung. Die Fernbedienung basiert auf einem 7"-Android-Tablet und bietet diverse Einstell- und Steuermöglichkeiten, unter anderem die Neigung und Schwenkung der Kamera, das Aus- und Einklappen des Landegestells, die Höhe, Richtung und Geschwindigkeit des Kopters und das Gieren. Des Weiteren zeigt das Display flugrelevante Daten an, beispielsweise die Höhe des Kopters, seine Entfernung zum Standort des Piloten, die Geschwindigkeit über Grund, ein Echtzeitbild der Kopterkamera und den Kameramodus (Foto- bzw. Filmmodus). Auch bietet die Fernbedienung zwei separate Tasten zum Auslösen der Fotokamera und zum Starten und Beenden von Videos. Des Weiteren bietet sie Einstellmöglichkeiten zum Regeln der Reaktionsschnelligkeit des Kopters im Flug (für Anfänger bzw. fortgeschrittene Piloten). Das Tablet kann auch als „normaler“ Computer benutzt werden, hierfür stehen diverse vorinstallierte Programme zur Verfügung, beispielsweise ein Browser. Die Verbindung zum Internet wird über ein eingebautes WiFi-Modul hergestellt.[8]

Kamera[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Lieferumfang des Typhoon H gehört die bereits ab Werk montierte Kamera „CGO3+“. Diese nimmt Einzelbilder mit 12 MP auf, bei einem Öffnungswinkel von 115 Grad und einer maximalen Bildrate von 120 fps (im Videomodus). Die Videofrequenz der Bildübertragung zum Piloten findet auf 5,8 GHz statt, in Abgrenzung zur Sendefrequenz der Koptersteuerung, welche auf einem 2,4-GHz-Band mit 16 Kanälen stattfindet. Die Bildauflösung ist im Videomodus herabgesetzt, in dem sie in UHD mit maximal 30 fps Filmsequenzen auf der eingesteckten microSD-Karte abspeichert, die eine Kapazität von bis zu 128 GB besitzen kann.[9]

Ausführungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Typhoon H: Hexacopter, 12-MP-Kamera, Flughöhe 122 m, durch spezielle Software veränderbar
  • Typhoon H Pro: Wie vor, jedoch mit zweitem Flugakku, Rucksack und separater Fernsteuerung „Wizard“[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Great features, but it's a bargain for a reason. In: cnet.com. Abgerufen am 14. Januar 2019 (englisch).
  2. Technik: Kennzeichnungspflicht, Führerschein, maximale Flughöhe: Was Drohnen-Piloten beachten müssen. In: suedkurier.de. Abgerufen am 18. Januar 2019.
  3. Yuneec Typhoon H Pro Real Sense im Praxis-Test. In: pcwelt.de. Abgerufen am 14. Januar 2019.
  4. TYPHOON H USER MANUAL_RS V1.2. (pdf) In: download.yuneec.com. S. 7, abgerufen am 17. Januar 2019.
  5. TYPHOON H USER MANUAL_RS V1.2. (pdf) In: download.yuneec.com. S. 8, abgerufen am 17. Januar 2019.
  6. TYPHOON H USER MANUAL_RS V1.2. (pdf) In: download.yuneec.com. S. 11, abgerufen am 17. Januar 2019.
  7. TYPHOON H USER MANUAL_RS V1.2. (pdf) In: download.yuneec.com. S. 9, abgerufen am 17. Januar 2019.
  8. TYPHOON H USER MANUAL_RS V1.2. (pdf) In: download.yuneec.com. S. 7, abgerufen am 17. Januar 2019.
  9. Typhoon H Infoblatt Deutsch. (pdf) In: reichelt.de. Abgerufen am 14. Januar 2019.
  10. Yuneec Typhoon H PRO mit Intel RealSense. In: drohnen.de. Abgerufen am 17. Januar 2019.