Ulrich Hensel

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Ulrich Hensel (* 1946 in Düsseldorf) ist ein deutscher Fotograf. Bekannt sind seine großformatigen farbigen Fotografien von Baustellen. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Ulrich Hensel, Düsseldorf, Breite Straße II, 2003, 239,7 cm × 200 cm, C-Print Diasec

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur studierte er Psychologie, Kunst und Film. Ulrich Hensel fertigte unterschiedliche Serien von Fotografien an. Beispielsweise machte er Fotografien über seine Reisen in den mittleren Osten und nach Nordafrika zwischen 1967 und 1975, nach Indien in den Jahren von 1981 bis 1990, über lokale Gottheiten in Nord- und Südindien während seiner Reisen in den Jahren 1995–1997. Seit 1991 hat sich sein Augenmerk auf das Fotografieren von Baustellen konzentriert.

Ulrich Hensel, Düsseldorf, Hans-Vilz-Weg II, C-Print Diasec, 160 cm × 289 cm, 2004

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da Ulrich Hensel formal nicht zur Düsseldorfer Fotoschule zu zählen ist, zeigen sich doch in der seriellen Ausdrucksform seiner Arbeiten, seines methodischen Ansatzes, Parallelen zur Fotoschule von Bernd und Hilla Becher. Mit Andreas Gursky teilte er in frühen Jahren ein Apartment. Ihm wird nachgesagt, er sei ein großer Bewunderer der Fotografie seines Freundes Ulrich Hensel. So entstand das berühmte Foto des Gasherd von Andreas Gursky in der gemeinsamen Wohnung. Hensels Fotografien nehmen einen einzigartigen Platz in der zeitgenössischen Fotokunst aus Deutschland ein.[1]

Ulrich Hensel, Düsseldorf, Färberstraße, II, C-Print-Diasec, 254,5 cm × 180 cm, 2007

Seit mehr als zwei Jahrzehnten hat sich Ulrich Hensel obsessiv auf ein einziges Thema konzentriert: Baustellen. Die Bilder selbst wirken oft abstrakt und minimalistisch – Gitter, Punkte, Bewährungs – und Eisenstäbe durchkreuzen die Arbeiten in rigoroser Anordnung begrenzt durch die Objekte, die sie zeigen[2]. Sie führen dazu, dass unwillkürlich Assoziationen mit geometrischen Formen von Kazimir Malevich[3] und Piet Mondrian entstehen. Die technische Welt von Betonstähle, Stürzen, Isolierungen, Wandmarkierungen, Gebäudeverkleidungen und Stabstähle spiegeln in seinen Arbeiten Metaphern zu Werken von Mark Rothko, Donald Judd als auch von Cy Twombly wieder. Wie Leonardo Da Vinci in einer verwitterten Mauer eine Welt aus Zeichnungen erkannte, so schaut sich Ulrich Hensel gerne Baustellen an.[4]

„Ulrich Hensels Arbeiten vermitteln den Eindruck von ausufernden dreidimensionalen Objekten wieder, die seine Fotografien als ein „Crossover“ zwischen Fotografie, Malerei, Objektkunst und Installation erscheinen lassen, als eine Perfektion, die die Chance des perfekten Augenblicks eingefangen hat.“[5]

Im Gegensatz zu Andreas Gursky, der in den letzten Jahren seine Bilder intensiv am Computer nachbearbeitete, bemühte sich Hensel um Authentizität und vermeidet digitale Einflussnahmen. Seine großformatigen Fotografien werden als unaufdringlich und komplex im selben Moment beschrieben.[6]

Ulrich Hensel, Am Mühlenturm, C-Print Diasec, 200 cm × 275,8 cm, 2008

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andreas Beitin (2007), Dense Descriptiveness. Photographische Simulationen http://www.artdaily.com/index.asp?int_sec=11&int_new=22376&int_modo=2 Abgerufen am 6. August 2012. Andreas Beitin (2007)
  2. Andreas Beitin (2007), Dense Descriptiveness. Photographic Simulations. http://www.artdaily.com/index.asp?int_sec=11&int_new=22376&int_modo=2 Abgerufen am 6. August 2012.
  3. Die Entdeckung der Wirklichkeit – Photographie an der Kunstakademie Düsseldorf von 1970 bis Heute (2011). Catalogue. Akademie-Galerie. Düsseldorf. Germany. ISBN
  4. Baustellen werden zu Bildern, Gerhard Mack in der Neuen Zürcher Zeitung, vom 16. November 2014
  5. State of the Art Photography (2012). Katalog, NRW Forum. Düsseldorf. Germany.
  6. Andreas Beitin (2007), Dense Descriptiveness. Photographic Simulations. http://www.artdaily.com/index.asp?int_sec=11&int_new=22376&int_modo=2 Abgerufen am 6. August 2012.
  7. Kunstmuseum Wolfsburg, Ulrich Hensel, Zwischenwelten