Umbalkees

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Umbalkees
Umbalkees (2009)

Umbalkees (2009)

Lage Tirol, Österreich
Gebirge Hohe Tauern
Typ Talgletscher
Länge 5 km [1]
Fläche 4,52 km² (1998)[2]
Exposition Südwest
Höhenbereich 3425 m ü. A. – 2400 m ü. A. [2]
Neigung ⌀ 19,8° (36 %) [2]
Eisdicke max. 120 m [2]
Koordinaten 47° 3′ 23″ N, 12° 14′ 28″ OKoordinaten: 47° 3′ 23″ N, 12° 14′ 28″ O
Umbalkees (Tirol)
Umbalkees
Entwässerung IselDrauDonau

Das Umbalkees ist ein Gletscher in der Venedigergruppe der Hohen Tauern in Osttirol.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Umbalkees erstreckt sich unterhalb von Dreiherrnspitze (3499 m ü. A.), Hinterer Gubachspitze (3387 m ü. A.) und Vorderer Gubachspitze (3316 m ü. A.) in einer Höhe von rund 3425 bis 2400 m. Der Talgletscher fließt vom Alpenhauptkamm rund 5 km ins Umbaltal und speist die Isel. Im Osten schließt das Simonykees an, nördlich des Grats auf Salzburger Seite liegt das Krimmler Kees. Das Umbalkees liegt zur Gänze im Nationalpark Hohe Tauern.

Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gletscher wies im Jahr 1998 eine Fläche von 4,52 km² auf. Die Neigung ist relativ gering und beträgt im Mittel 19,8°. Nur knapp oberhalb des Übergangsbereichs vom Nähr- zum Zehrgebiet sowie im Randbereich des Althauskees (dem nördlichen Teil des Umbalkees) finden sich kleinere Steilstufen. Die größte Eisdicke wurde mit 120 m in 2550 m Seehöhe unterhalb der Gubachaspitzen gemessen. Die Zunge war zwischen 40 und 100 m dick, im Großteil des Firngebiets ist die Eisdicke eher gering.[2]

Rückgang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie die meisten Gletscher in den Alpen ist das Umbalkees seit der Mitte des 19. Jahrhunderts von der Gletscherschmelze betroffen. Anfang der 1870er Jahre reichte das Umbalkees noch bis auf eine Seehöhe von rund 2.300 m hinab.[3] Allein in den Jahren 1989/90 bis 2010/11 zog sich der Gletscher um weitere 543 m zurück. Das Umbalkees ist damit der Osttiroler Gletscher, der am stärksten zurückgegangen ist. Bedingt ist das insbesondere durch die Ausrichtung nach Süden bzw. Südwesten, wodurch der Gletscher den ganzen Tag über stark von der Sonne beschienen wird.[2]

Flugzeugwrack[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2001 wurde im Eis in 2650 m Höhe ein Flugzeugwrack entdeckt, das seit 2003 nach und nach geborgen wurde. Dabei handelt es sich um eine Junkers Ju 52 der deutschen Wehrmacht, die am 4. Jänner 1941 in einer Höhe von 3200 m notlanden musste. Zehn von elf Mann der Besatzung überlebten die Notlandung und stiegen in mehreren Tagen mühevoll ins Tal nach Prägraten ab. Ein in Kärnten stationierter Rettungstrupp der deutschen Luftwaffe barg in Eile sechs Kisten der Ladung, ohne sich um die Besatzung zu kümmern, was zu Spekulationen über eine geheime Mission führte.[2][4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Umbalkees – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. World Glacier Monitoring Service (WGMS): Fluctuations of Glaciers 2005–2010 (Vol. X). Zürich 2012, S. 120 (PDF; 5 MB)
  2. a b c d e f g Nationalpark Hohe Tauern: Gletschersteckbrief Umbalkees (PDF; 22,8 MB)
  3. Tiroler Rauminformationssystem: Franzisco-Josephinische Landesaufnahme, Datenstand 1870/73
  4. Josef Hilgartner: Die "Tante Ju" vom Umbalkees. In: Osttirol-Journal, 9. Dezember 2013, S. 13 (PDF; 1,6 MB)