Umina Berzeviczy

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Umina Berzeviczy (* 1762; † unbekannt) war die Ehefrau von José Gabriel Condorcanqui, der sich zum Inka-König Túpac Amaru II erklärte. Der von ihm angezettelte Aufstand war die erste ernsthafte Auflehnung der indigenen Bevölkerung gegen die spanischen Kolonialherren nach zwei Jahrhunderten. Nach erfolgloser Belagerung von Cusco und dem Verrat durch europäische Mitstreiter wurde Tupaq Amaru II. 1781 von den Spaniern gefangen genommen, verurteilt und auf der Plaza de Armas in Cusco gevierteilt, wo bereits sein vorgeblicher Großvater geköpft worden war.

Umina Berzeviczy war die Tochter des polnischen Abenteurers Sebastian Berzeviczy († 1798), der im 18. Jahrhundert nach Peru ging, und der Inkaprinzessin Umina Atawallpa († 1762), die bei der Geburt ihrer Tochter starb und nach der Umina Berzeviczy benannt wurde.

Nachdem ihr Mann hingerichtet und der Widerstand gegen die Kolonialherrschaft zum Erliegen gekommen war, floh sie mit ihrem einzigen Sohn Antonio Túpac Amaru († 1877) nach Polen, wo sie im Stammsitz ihres polnischen Vaters bei Niedzica Zuflucht fand. Sie wurde dort (vermutlich von spanischen Spionen) getötet und begraben. Ihr Sohn wurde von Wacław Benesz-Berzeviczy am 21. Juni 1797 als Anton Benesz in Anwesenheit von Abgesandten der Inka-Exilregierung adoptiert und heiratete Jagiella. Diese hatten zwei Söhne, Ernest und Wilhelm, und zwei Töchter. Bekanntester Nachkomme ist Andrzej Benesz, Vizepräsident des polnischen Parlamentes Sejm, der 1976 bei einem unaufgeklärten Autounfall ums Leben kam.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • William Darrach Halsey und Louis Shores: Collier's Encyclopedia. Band 12. Crowell-Collier, New York 1997, S. 550–553, 674.
  • Bernhard Hill: Der Fluch der Inkas. In: Die Zeit. Hamburg, Nr. 23, 28. Mai 1998, S. 60
  • Meyers Großes Taschenlexikon. Band 22. BI-Taschenbuchverlag, Mannheim 1987, ISBN 3-411-11228-X, S. 276
  • Terra X, Folge 67, ein Film von Krysztof Lang, Vergessene Geschichten um Amerika, Todescode aus Peru, Der Fluch des Inkagoldes.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]