Unüberwindlich starker Held

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Unüberwindlich starker Held, Druckfassung Würzburg 1630

Unüberwindlich starker Held, Sankt Michael ist ein geistliches Lied mit kulturgeschichtlicher Bedeutung. Der seit 1621 publizierte Text wird mit leichten Textvariationen Friedrich Spee (1591–1635) zugeschrieben.[1]

Das Lied ist im Gotteslob 1975 unter Nr. 606, im gemeinsamen Teil des Gotteslobes 2013 jedoch nicht mehr enthalten.

Überlieferung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals veröffentlicht wurde das Lied in deutscher Sprache mit Melodie im Bell’Vedére oder Würzburger Lustgärtlein von 1621.[2] Es ist ein frühes Werk von Friedrich Spee, das vermutlich während seines Wirkens in Würzburg entstanden ist. In lateinischer Sprache erschien es später auch im Jesuitengesangbuch Psalteriolum von 1642. Der Ursprung der Melodie kann bereits im 1614 erschienenen niederländischen Gesangbuch des Bistums Antwerpen „Het Prieel“, S. 255, nachgewiesen werden;[1] die bis heute gesungene Melodie stammt aus dem 1623 in der Kölner Offizin des ‚Peter von Brachel‘ gedruckten Gesangbuch. Sie zeichnet sich durch einen charakteristischen 6/4-Rhythmus aus.[3]

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lied ruft den Erzengel Michael als Kämpfer Gottes für die Kirche und als Beistand gegen das Böse an. Biblischer Hintergrund ist Offb 12,7-9 EU. Im Kontext des Dreißigjährigen Kriegs kann das Lied auch als Ausdruck der Sehnsucht des deutschen Volkes nach dem Beistand Gottes und der Engel und nach Frieden verstanden werden. Der hl. Michael ist der Schutzpatron Deutschlands.

Unüberwindlich starker Held,
Sankt Michael!,
komm uns zu Hilf,
zieh mit zu Feld!
Hilf uns im Streite,
zum Sieg uns leite,
Sankt Michael!

Die Kirch dir anbefohlen ist;
St. Michael!
du unser Schutz-
und Schirmherr bist.
Hilf uns im Streite,
zum Sieg uns leite,
Sankt Michael!

Du bist der himmlisch Bannerherr,
St. Michael!
die Engel sind dein Königsheer.
Hilf uns im Streite,
zum Sieg uns leite,
Sankt Michael!

Den Drachen du ergriffen hast,
St. Michael!
und unter deinen Fuß gefasst.
Hilf uns im Streite,
zum Sieg uns leite,
Sankt Michael!

Beschütz mit deinem Schild und Schwert
St. Michael!
die Kirch, den Hirten und die Herd.
Hilf uns im Streite,
zum Sieg uns leite,
Sankt Michael!

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Karl Keller: Das St. Michaelslied von Friedrich Spee und „Der deutsche Michel“, historicum.net pdf
  2. Michael Härring: Friedrich Spee. Die anonymen geistlichen Lieder vor 1623. Philologische Studien und Quellen 63, Berlin, 1979, S. 109–112. http://www.zeno.org/nid/20005702224
  3. Licht des neuen Tags auf bistummainz.de