Unterbezirk

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Der Begriff Unterbezirk bezeichnet bei verschiedenen deutschen Partei- und Verbandsorganisationen üblicherweise die Verbandsgliederung oberhalb der untersten Verbandsebene und unterhalb der Landesverbände, beziehungsweise der Bezirke.

Unterbezirke in der SPD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb der Gliederung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) bilden die Unterbezirke die zweitunterste Ebene nach den Ortsvereinen. In der Regel entspricht der Zuschnitt der SPD-Unterbezirke dem Zuschnitt der jeweiligen kommunalen Gebietskörperschaften:

  • in kreisfreien Städten existiert zumeist ein SPD-Unterbezirk, dessen Zuschnitt dem Stadtgebiet entspricht.
  • bei Landkreisen umfasst der Unterbezirk häufig die jeweils kreisangehörigen Gemeinden.

Das Organisationsstatut der SPD beschreibt in §8, Absatz 1 die Unterbezirke als eigenständige Parteigliederung und als Gremium der politischen Willensbildung der Partei: „Die SPD gliedert sich in Ortsvereine, Unterbezirke und Bezirke. In dieser Gliederung vollzieht sich die politische Willensbildung der Partei von unten nach oben.“

Weitere Verbände mit Unterbezirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vor allem der SPD nahestehende Organisationen wie die AWO oder „SJD – Die Falken“ kennen ebenfalls die Verbandsgliederung des Unterbezirks.
  • Auch die vom Bundesamt für Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestufte NPD hat Unterbezirke.
  • Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) wollte mit einer im November 2008 angekündigten Strukturreform, die bis 2014 abgeschlossen sein sollte, unterhalb der (Landes-)Bezirksebene Unterbezirke einführen, deren Zuschnitt sich an Regierungsbezirken und "vergleichbaren politischen Gliederungen" ausrichten sollte.[1] Auf dem DGB-Bundeskongress im Jahr 2010 wurde eine neue Satzung ohne die Ebene der Unterbezirke beschlossen [2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eckpunkte der Vorsitzenden der Mitgliedgewerkschaften und des DGB zur DGB-Strukturreform, 4. November 2008, zuletzt abgerufen am 3. Mai 2010
  2. Pressemitteilung 086/2010 des Deutschen Gewerkschaftsbundes, zuletzt abgerufen am 3. Mai 2012