Unterriese

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Ein Unterriese ist ein Stern mit einer höheren absoluten Helligkeit (Leuchtkraftklasse IV) als ein Zwergstern (Leuchtkraftklasse V) des gleichen Spektraltyps und einer geringeren absoluten Helligkeit als ein Riesenstern (Leuchtkraftklasse III). Im Hertzsprung-Russell-Diagramm liegen die Unterriesen oberhalb der Hauptreihe, auf der sich die Zwergsterne befinden.[1]

Zumeist handelt es sich dabei um Sterne, die ihre Fusion im Inneren von Wasserstoff zu Helium gerade beenden oder schon abgeschlossen haben. In Sternen von ähnlicher Masse wie der der Sonne verursacht dies ein Zusammenziehen des Kerns, wodurch die Temperaturen im Sterneninneren ansteigen. Der Temperaturanstieg führt zur Kernfusion von Wasserstoff in einer Schale, die den Kern umgibt (Schalenbrennen). Dabei schwillt der Stern zu einem Riesen an. Zu Beginn des Unterriesenstadiums erhöhen sich Durchmesser und Leuchtkraft. In dieser Phase kühlt ein Stern weiter ab und seine Farbe ändert sich entsprechend. Ein Beispiel eines Sterns in dieser Phase ist Prokyon A.

Weiter entwickelte Unterriesen, in einer Entwicklungsphase hin zu Riesensternen, haben größere Durchmesser und niedrigere Temperaturen als Sterne vergleichbarer Masse in der Hauptreihe (Hauptreihensterne, Zwergsterne). Die Gesamthelligkeit verändert sich wenig während des Unterriesenstadiums, ein deutliches Kennzeichen im Hertzsprung-Russell-Diagramm von Kugelsternhaufen.[2][3]

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Masse Radius Leuchtkraft
Acrux 14 M 8,9 R 4.060 L
Miaplacidus M 5,7 R 210 L
Pollux 2,8 M 8,3 R 31,95 L
46 Leonis Minoris 1,5 M 8,2 R 32 L
Prokyon A 1,5 M 1,86 R 7,73 L

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur und Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. A. Unsöld und B. Baschek: Der neue Kosmos S.188 (7A)
  2. Hans-Ulrich Keller: Astrowissen S.164
  3. Spektralklassen und Leuchtstoffklassen