Unterwürfigkeit

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Zwei Männer, einander in höherer Stellung vermutend, begegnen sich. Paul Klee (1903)

Unterwürfigkeit bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch eine Disposition und ein Sozialverhalten, bei dem das eigene Handeln dem Willen einer anderen Person untergeordnet oder der Autorität einer anderen Person Glauben geschenkt wird.

Das Wort unterwürflich ist schon im Mittelhochdeutschen bezeugt, dagegen tritt unterwürfig erst im 15. Jahrhundert hervor.[1]

Katzbuckeln als besonders unterwürfiges Verhalten von Menschen hat seinen Namen von deren besonders tiefen Verbeugungen, bei denen ihr Rücken an die Form eines Katzenbuckels erinnert.

Während der heutzutage ähnlich verwendete Begriff der Hörigkeit zuerst nur eine Abhängigkeit und Arbeitspflicht gegenüber einem Gutsherren bedeutete,[2] wurde „unterwürfig“ auch im religiösen, ritterlichen, politischen und erotischen Sinne verstanden.[1] Letztere bezeichnet man auch als Submissivität (Adjektiv: submissiv); siehe BDSM.

Linguistische Aspekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprachliche Unterwürfigkeit ist in der globalisierten Welt ein verbreitetes Phänomen. Darunter ist eine verstärkte und zum Teil unreflektierte Übernahme oder Übertragung fremdsprachiger Wörter und Ausdrücke zu verstehen. Durch deren übertriebene Verwendung wird damit auf eigene nationale Wertvorstellungen, Traditionen und Bilder verzichtet. Zum Beispiel wird seit Jahren im angelsächsischen Sprachraum abschätzig der Begriff German linguistic submissiveness („deutsche sprachliche Unterwürfigkeit“) verwendet.[3] Dieser englische Begriff scheint wiederum auch im deutschen Sprachraum am häufigsten verbreitet zu sein; die generelle Thematik ist ebenso international bekannt[4] (weitere Informationen hierzu unter Denglisch).

Politische und soziologische Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der französische Staatstheoretiker Jean Bodin beschrieb in seiner Konzeption der absolutistischen Herrschaft die Unterwürfigkeit als ein notwendiges Attribut der Souveränität des Königs.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jacob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch, Band 24, Spalten 1914-1915
  2. Jacob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch, Band 10, Spalte 1814
  3. Verfassungsrichter Huber: "Deutschland ist in der Sinnkrise" FAZ vom 30. September 2015 - abgerufen am 4. Oktober 2015
  4. Norwegischer Staatsfonds: Hier spricht der größte Aktionär der Welt FAZ vom 7. Februar 2016 - abgerufen am 7. Februar 2016
  5. Jean Bodin: Über den Staat. (Six livres de la République) 1583